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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-05-20 · Heft 21 (20.5.1884) · p. Seite 337

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 21 (20.5.1884)
Date
1884-05-20
Page
Seite 337 (sequence 13)
Language
German
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337 Familienvater wie als Gatten, das zärtlichste und liebevollste Herz kennen gelernt. Zuletzt haben wir diesen braven Mann, von der Krankheit gebeugt, noch wie den niedrigsten vor: uns arbeiten sehen und er hat erst die ehrenvolle Arbeitsschürze abgelegt, als er in Schmerzen darniedcrlag. So sterben die braven Menschen! Lebe wohl, theurer Patron, im Namen der ganzen Versammlung, Du hast den Himmel verdient, ruhe dort in Frieden und sende Trost den Betrübten! Lebe wohl!" — Durch Dekret des Präsidenten der französischen Republik vom 5. Mai ist Eugen Rodrigues Percire, Vorsitzender de» Verwaltungsrathes der Compagnie generale traiisatliintiiiuc. zum Großoffizier der Ehrenlegion ernannt worden, wegen, wie es in dem Dekrete heißt, außerordentlicher Dienste, die er für den Transport besonders bei Gelegenheit der Expeditionen nach Tunesien und Tonkiu geleistet hat. Nach den Ardi. isr. bat diese Auszeichnung auch bei den Israeliten von Paris lebhafte Befriedigung hervorgerufen. — Die Academie des inseriptions et belles-lettres hatte als Preisaufgabe gestellt: „Aufzuführen und zu bestimmen, so weit als möglich, die geographischen Namen des Westens von Europa, welche man in den rabbinischen Schriften des 10.—15. Jahrhunderts findet. Ter Preis von 2000 Frcs. ist dem Herrn A. Neubauer, Unterbibliothekar an der Bodleianischen Bibliothek von Drford ertheilt worden. — In Bukarest ist der Ritter Abraham Halfon, einer der bedeutendsten israelitischen Notablen des Landes, plötzlich verstorben. — Anton Ascher's Testament enthält folgende Bestimmungen: Zu Universalerben sind die beiden Söhne Anton Ascher's: Wilhelm Ascher und Mar Ascher, eingesetzt, jedoch mit der Beschränkung, daß ihnen das Kapital erst nach Erreichung des vierzigsten Lebensjahres zufallen soll. In den Genuß der Zinsen treten sie aber soiort. Bis zum vierzigsten Lebensjahre der beiden genannten Erben ist ihnen jede Veräußerung oder Belastung des Kapitals oder der Zinsen untersagt. Legate: Seiner Wittwe Wilhelmine Ascher, gcb. Ru benow, den lebenslänglichen Genuß von 100,(,00 sl. Das Kapital verbleibt den Söhnen. Seiner Nichte Nanette Broda 2000 M. Seinem Neffen, dem Schauspieler Isidor Broda, 1000 M. Seiner Schwägerin Louise Rubencw 200<> M. Den Armen Wiens 1000 sl. Den Armen der Leopoldstadt -100 fl. Der israelitischen Kultusgemeinde Wien 300« > fl. zu einer Wohlthatigkeitsstistung, die ewig den "Namen Anton Ascher führen soll. Der israelitischen Kultusgemeinde seiner Vaterstadt Dresden 3000 M. zur Gründung einer Wohlthätigkcitsstiftung, die den Namen der Mutter Anton Ascher's zu führen hat. Dem Verein „Ehevra Kadischa" in Wien 200 fl. Dem jüdischen Taubstummeninstitut zu Wien 300 fl. Papierrente Dem jüdischen Waisenhause in Wien 300 fl. Papierrente. Der Genossenschaft deutscher Schauspieler in Berlin 500 M. Dem Pensionsverein „ Schröder" der Burgschauspieler in Wien 500 fl. Papierrente. — Am 4. Mai fand in Mühringen eine solenne Abschiedsfeier für den zum Rabbiner nach Wiesbaden berufenen I)r. M. Silberstein daselbst statt, an der sich außer den Deputirten der israel. Bezirksgemeinden auch sehr viele christliche Notabilitäten (kath. Geistliche, Lehrer, Beamte, Aerzte und Private) und die bürgerlichen Kollegien betheiligten. Unter den vielen Rednern waren auch der Pfarrer Maier in Mühringen und Schuliuspektor Dr. Menz von Bieringen. Dem Scheidenden, der sich durch seine Leistungen auf der Kanzel wie durch seine Wirksamkeit für das religiöse Wohl der ihm unterstellten Gemeinden die vollste Sympathien derselben erworben und erhalten hat, wurde ein sehr werthvolles Geschenk überreicht. — In Paris starb vor einigen Tagen im 73. Lebensjahr Air. Judah P. Benjamin, einer der berühmtesten englischen Rechtsgelehrten. Der Berstorbenc hatte eine sehr bewegte Vergangenheit hinter sich. In St. Croix (Westindieu) von englischen Eltern jüdischer Confession geboren und seiner Religion stets treu ergeben, zog er mit jenen in jugendlichem Alter nach den Vereinigten Staaten, studirte Jurisprudenz und wurde, 21 Jahre alt, zum Barreau in New-Orleans zu» gelaffen. 1352 wurde er in den Senat der Univnsstaatcn gewählt, 1861 legte er sein Mandat nieder und wurde von Jefferson Davis zum Justizminister der südlichen Eonföderation ernannt, welchen Posten er später mit dem eines Staatssecretairs für auswärtige Angelegenheiten vertauschte. Als General Sherman» berühmter 2600 Meilen langer Marsch nach dem Meere der conföderirten Sache ein Ende setzte, flüchtete Benjamin nach England, welches er nach vielen Drangsalen und Abenteuern erreichte. Sein nicht unbedeutendes Vermögen in Amerika wurde consiscirt. 1866, im Alter von 55 Jahren, wurde Benjamin englischer Rechtsgelehrter und erwarb sich in kurzer Zeit eine Praxis, die ihm ein jährliches Einkommen von 16 000 Lstr. sicherte. Voriges Jahr zog sich Benjamin in da» Privatleben zurück und siedelte nach Paris über. Ieuilleton. Wie ich philosemit geworden bin. war Zu thun? Ich mußte mich ergeben. So biß ich denn (Schluß.) in den sauren Apfel und machte mich daran, den Koritschoner Indessen es gab keine Appellation und auch im Reichsam jenseitigen Ende der Stadt, wo er wohnte, aufzusuchen, tage konnte ich diesfalls keine Interpellation einbringen. Was Da, als ich das Hausthor öffnen will, drückt Jemand

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