Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 21 (20.5.1884)
- Date
- 1884-05-20
- Page
- Seite 332 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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332 der Religion und Tugend nicht bloß den Kindern eingewelcher das Erlernte ein geistiges liebgewonnenes Eigenthum trichtert worden sein, die zwar in ihrem Gedächtniß eine geworden und geblieben ist. Noch mehr tritt dieses zu Tage. Zeitlang verbleiben, dann aber spurlos verschwinden. Verwenn der Lehrer, der zugleich der Examinator ist, bei der weilt er aber bei irgend einer Lehre eine längere Zeit und Prüsnng nicht dieselbe Ordnung einhält, welche er beim nimmt bei den Recapitulationen auch die in den ursprüng-, Unterricht eingehalten hatte, wenn er also statt einer Rccapilichen Katechisationcn angewandten Erzählungen, Exempel, tulation sich einer Inversion, einer umgekehrten Ordnung, Instanzen rc., wenn auch nur ganz abgekürzt, in seine cxamibedient. Doch letztere fordert eine große Gewandtheit, Genirenden Fragen auf, und werden diese von den Kindern schicklichkeit und Fertigkeit von Seiten des Lehrers, wenn er leicht und richtig beantwortet; so bietet dieses einen hinlängnicht vom richtigen Wege abirren soll. Und so sei denn die lichen Beweis, daß beim Unterricht nach einer gründlichen sokratische Methode beim Religionsunterrichte dem Lehrersokratisch entwickelnden Methode verfahren worden, vermöge stände aufs wärmste empfohlen. — 55cvl’-M4yl c» > MCLC fl M C li Xcxx. selbst, verstoße gegen die Gewissensfreiheit, sei mithin eine unerlaubte, und derartige Bedingungen gelten den gesetzlichen Deutschland. Berlin, 6. Mai. (Privatmitth.) Wir wollen hier nicht: Bestimmungen gemäß im Testament als nicht hinzugefügt, unbemerkt lassen, daß der Abg. Cremer, der nach anderen! Berlin, 8. Mai. (Privatmitth.) Am 6. d. Mts. fand Wegen, auch den Pfad des Antisemitismus mit großem an der „Lehranstalt (Hochschule) für die Wissenschaft des Geschrei und vieler Emphase beschrittcn hat und in An-! Judenthums" die Amtseinführung des zum Docenten für die schuldigungen gegen die Juden sich nicht müde sprechen! talmudischen Disciplinen an Stelle des Herrn vr. I. Lewy') konnte, soeben wieder ein recht arges Dementi erhalten hat.! berufenen Herrn vr. Joi-'l Müller aus Wien statt. Dieser Er hatte im Abgeordnetenhause die heftigsten Anklagen gegen j Tag erhielt für die genannte Anstalt noch eine gewisse crdie Einschätzungskommission der Berliner Stadtgemeindc erhöhte Bedeutung durch das Zusammentreffen mit dem Um hvben, sie der Ungerechtigkeit und des parteiischen Verfahrens stände, daß wie der zeitige Vorsitzende des Lehrercollegiums, beschuldigt und behauptet, dafür ein reiches Material in Herr vr. David Cassel in seiner Ansprache an die Studiren- Händen zu haben. Aufgefordert, dies zu erweisen, hatte er . den hervorhob, die Anstalt an ihm (6. Mai 1872) ins Daauch die Unverfrorenheit, dieses sein sogenanntes Material sein trat. — Nachdem Herr Dr. Müller amtlich eingcführt dem Ministerium des Innern zu überschicken. Jetzt hat er war und ihn die versammelten Studircnden der Anstalt mit dies zurückerhalten mit der Bemerkung des Ministers, daß bei Nennung ihrer Namen einzeln vorgestcllt worden, ergriff er sorgfältiger Prüfung sich die Unwahrheit aller seiner Be-! das Wort zu einer Ansprache, die in ihrer Sinnigkeit und Hauptungen und die Unhaltbarkeit alles seines Materials j Herzlichkeit, sowie schönen Natürlichkeit der Diction den anherausgestellt habe. Eine schärfere Brandmarkung ist wohl j genehmsten Eindruck in der Zuhörerschaft machte und in nicht leicht möglich. Es wird nun bei den nächsten Wahlen ihren kurzen, sachlichen Ausführungen, zu denen sie sich darauf ankommen, ob die Wähler und die Gönner des! gegen Ende erhob, intereffante Ausblicke in den weiten Um- Herrn Cremer sich einer solchen Qualificirung theilhaftig 1 kreis des talmudischen Schriftthums und auf den reichen Erwachen werden. — Einen Rechtsfall, der unter Umständen! trag seines ernsten Studiums gewährte. Anknüpfend an das auch in unseren Kreisen Vorkommen kann, wollen wir hier > Wort, mit welchem einer der größten und scharfsinnigsten Lehrer miltheilen: Bor einigen Jahren verstarb in Berlin ein ] des Talmud im vorigen Jahrhundert — Jonathan Eibenreicher Kaufmann, sein Vermögen vermachte er seinem schütz, sein Amt in Hamburg-Altona antrat, r.vr.x zb\s ns einzigen Sohne. Für seinen Neffen, der, wie er wußte, zu j „^tt diesem Kreise will ich weilen, denn mein Gemüth und einem Glaubenswechsel geneigt war, bestimmte er eine!Geist wendet sich ihm in Sehnsucht zu", kennzeichnete der jährliche Rente von 2000 Mark, so lange er seiner bis-1 Redner die verschiedenen Momente der Sehnsucht, die ihn dem herigen Confeffion treu bliebe. Bor Kurzem änderte jedoch Wirkungskreise, in den er nunmehr eintritt, zugeführt haben der Neffe seine Confeffion und nunmehr weigerte sich der! und ihn den mächtigen Zug der Liebe zu seinem Vaterlande, Erbe, die Rente weiter zu zahlen. Es kam zu einem seinen Freunden, Brüdern und Genossen daselbst überwinden Prozeß, der zu Ungunsten des Erben entschieden wurde, ließen. Muß cs ihm doch, führte er aus, Gegenstand der Die Bedingung, an die die Zahlung geknüpft sei, so lautet ein neuerdings ergangenes Erkenntniß des Landgerichts I hier- 1) Herr vr. I. Lewy ist vor Jahresfrist einem Rufe an das jüdisch-theologische Seminar zu Breslau gefolgt. 1) Herr vr. I.