Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 19 (6.4.1884)
- Date
- 1884-04-06
- Page
- Seite 299 (sequence 7)
- Language
- German
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299 jetzigen Ansprüchen nickt mehr genügenden Schulhauses vor- Vorbereitung vorhanden sei. Einen Rückblick auf die Grünnehmen zu lassen und bewilligte Senat und Bürgerschaft düng der Schulen werfend, hob im Verlauf desselben Herr denselben, nachdem die Vorstände der beiden israelitischen Bauer hervor, daß das bisherige Capital der israelitischen Mädchenschulen sich dahin geeinigt hatten, eine allgemeine Mädchenschule von 1798 für einen Penfionsfonds der Lehre- Schule bilden zu wollen. Der Bauplatz wurde aus Staatsrinnen bestimmt ist. Mit einer kurzen Ansprache an die Mitteln beschafft. Um nun der Gemeinde erhebliche Kosten anwesenden Lehrerinnen und Schülerinnen schloß der Redner zu ersparen, erklärte sich Herr Marcus Nordheim in hochherziger Weise unaufgefordert bereit, die Baukosten :c. für das neu zu erbauende Schulhaus zu tragen. Nachdem nunmehr das Gebäude fertig gestellt ist, fand gestern die Ucbergabe desselben an den Vorstand der deutsch-israelitischen Gemeinde durch Herrn Marcus Nordheim statt. Tie Einweihung des neuen Schulgebäudes fand gestern Vormittag statt. Zu der Feier, welche in der festlich geschmückten Aula seinen Vortrag, unter dem Hinzusügen, daß die Oberleitung der Schule den Oberlehrerinnen der beiden jetzt vereinten Schulen, Frl. Marcus und Lipmann, auch fernerhin übertragen ist. Mit einem Chorgesang schloß die würdige Feier. An die Feier schloß sich ein solennes Mahl, welches durch Toaste und Ansprachen gewürzt sehr heiter verlief. Tags darauf wurde die Schuljugend in festlicher Weise gespeist. — Homburg v. d. Höhe, 24. April. (Privatmitth.) In des neuen Schulgebäudes abgehalten wurde, waren Bürgerallernächster Zeit wird hier zum Bau eines Leichenhauses mcister vr. Kirchenpauer, Senior Pastor vr. Hirsche, Schulgeschritten, da sich das Bedürfniß nach einem solchen fortrath Harms und Herr Halben, sowie ungefähr 150 Damen während gesteigert hat. Schon oft mußte der Rabbine seine und Herren erschienen. Unter den Letzteren befanden sich Rede abkürzen oder gar unterbrechen, weil Zugluft, Nässe selbstverständlich die Vorstandsmitglieder und Repräsentanten und Kälte zu fühlbar wurden oder der Regen in Strömen der jüdischen Gemeinde, sowie Prediger Vr. Leimdörfer, der neu herabgoß. Es ist aber auch schon vielfach vorgekommen, ernannte Leiter der Anstalt und das gefammte Lehrercollegium, daß Fremde, die hier Heilung von gefährlichen Leiden suchten, welches unter Leitung zweier Oberlehrerinnen steht. Ter plötzlich starben, interimistisch untergebracht werden mußten unter Leitung des trefflichen Dirigenten Seeligsohn stehende oder daß deren Verwandte hierdurch veranlaßt, die Leiche „Chorverein", ein aus 40 Herren bestehender isr. Gesangverein, >ach weit entfernter Heimath verbringen ließen. — Es wird leitete die Feier mit einem Chorgesang ein, welchem stürdeshalb mit der Leichenhalle ein heizbares Wärter- und ein Mischer Beifall gezollt wurde. Nach Beendigung desselben i größeres Leichenzimmer nebst sonstigen Räumen verbunden sprach Herr Nordheim in seiner an die Versammelten gesein, die Baukosten sich aber nicht über 5—6000 Mark berichteten Ansprache dem Senat und der Bürgerschaft, dem laufen. Ein kürzlich von hier weggezogenes früheres Bor- Architekten Herrn Peter v. d. Heyde, sowie den sämmtlichen; standsmitglied, Herr Mich. Kaufmann in Frankfurt a. Main, Bauhandwerkern für ihre Thätigkeit bei der Ausführung des * spendete hierfür 2000 Mk., wozu noch freiwillige Gaben von Baues seinen Dank aus und betonte ausdrücklich, daß so- Privaten und Vereinen kommen oder in Aussicht stehen. — wohl das Praktische, wie das für die Gesundheit der Schüle-! So hat in relativ kurzer Zeit — 20 Jahre — unsere Gerinnen und Lehrer Nothwendige, auf das Genaueste berückj nieinbc Synagoge, Friedhof und Leichenhaus und last not sichtigt worden sei. Mit dem Wunsche, daß dem Staate1 least ein neues Gemeindehaus, verbunden mit herrlichen und der jüdischen Gemeinde die Schule zum Nutzen gereichen j Schulräumen rc., neu erstehen sehen, obschon durch den Wegmöge, schloß der Redner seinen Bortrag. Hiernach ergriff zug begüterter Familien und bei sehr veränderten Geschäftsder Vorsitzende des Gemeinoevorstandcs, Herr W. M. Wolff,1 Verhältnissen sich die Steuerkraft vermindert hatte. — Eine das Wort. Der Redner dankte Herrn Nordheim für sein! gleich größere Thätigkeit und ein Streben mehr zu leisten, gutes Werk, dem Schuldirector für seine Thätigkeit während zeigt sich erfreulicherweise auch bei unseren Wohlthätigkeitsdes Baues und dem Senat, sowie der Bürgerschaft für die vereinen. — Wenn die Welt draußen uns Juden jetzt feindfreiwillige Hergabe des Bauplatzes. Nach diesen Tankes-! lich ist, so wollen wir uns in unsere Gemächer zurückziehen Worten wurde abermals ein Chorgesang intonirt und sprach all ki jaabor hasaam, um, wenn der Sturm vorüber, wieder hiernach der Präses des Schulvorstandes, Herr Ph. L. Bauer,; mit Allen im allgemeinen Garten der Menschheit zu wandeln. einige Schlußworte. Redner betonte namentlich, daß der Schulvorstand seiner Pflicht mit dem größten Eifer genügen werde und ging dann zur Erklärung der einzelnen Lehrgegenstände über, wobei er besonders betonte, daß auch dem Bis dahin dauert es aber eine geraume Zeit, denn es ist zu viel Verleumdung, Haß und Bosheit in die Menschenherzen gebracht worden. Pflegen wir daher einstweilen mit aller Energie das, was unser Eigen ist: „Wenn die Rose Unterricht in Handarbeiten besondere Aufmerksamkeit gewidmet selbst sich schmückt, schmückt sie auch den Garten." worden, damit auch für diejenigen Schülerinnen, welche Bon einer Neuerung bei unserem Sabbath-Gottesdienste später eine gewerbliche Thätigkeit ergreifen müssen, genügende resp. von der Wiedereinführung eines uralten schönen Ge-