Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 19 (6.4.1884)
- Date
- 1884-04-06
- Page
- Seite 300 (sequence 8)
- Language
- German
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300 brauchs, der Erklärung des gelesenen Wochenabschnitts und der Menschenfreunde und werden dem Andrängen der öffentder Haphtorah seitens unseres Herrn Rabbiners Herrn' lichen Meinung nach der gedachten Richtung nicht widerstehen vr. M. Appel, muß ich Ihnen noch berichten und haben sich können. diese Borträge eines allseitigen Beifalls zu erfreuen. Zu! Osnabrück, 22. April. (Privatmitth.) Anknüpfend den großen Verdiensten, die Herr Dr. Appel sich seit Jahren! an die in letzter Nr. der Allg. Z. d. Jud. gebrachte Mitum Unterricht und Erziehung unserer isr. Schuljugend er-theilung, betr. Barmizwah eines Taubstummen, erlaube ich worben —Verdienste, die allseitig gewürdigt werden — fügt mir, ergebenst zu bemerken, daß ich seit Jahren Zöglinge er neue hinzu, indem er nun das religiöse Wissen und den der hies. Taubstummenanstalt unterrichte, daß ferner vorige Sinn für das Gute und Edle auf sinnige Weise auch bei Ostern 2 Knaben Barmizwah wurden, und 1 Parasche des der älteren Generation zu wecken oder zu vermehren versteht.1 Wochenabschnittes correct und deutlich vorgelesen haben, Ehre solchem Streben! Louis Lehmann. sowie gleichzeitig ein löjähriges taubstummes Mädchen am Vom Rheine, 24. April. (Privatmitth.) Wie man! Sabbath Hagodol mit andern 6 confirmiert worden, das ersieht, hat der 4. Gemeindetag sich mit der Frage größerer die an dasselbe gerichteten vielfachen Fragen mit Berständ- Verbreitung des Handwerks unter den Juden beschäftigt und | niß und so beantwortete, daß ihr Gebrechen kaum wahrzuauf die Bildung von Lokalvereinen zu diesem Zwecke hinzu-: nehmen war. Alle lesen und übersetzen, und letzteres nahm wirken beschlossen. Es wäre sehr zu wünschen, daß dieser am ganzen Confirmationsunterricht theil. Beschluß sich auch verwirkliche und an recht vielen Orten der Weg beschritten würde, den unsre Väter bereits vor 00 Jahren eingeschlagen, und auf welchen späterhin Gras wuchs. Es wurde jüngst in diesem Blatte als ein Uebel bezeichnet, daß in den jüdischen Familien in viel zu großem Procentsatz der Drang vorherrscht, ihre Jugend auf die höheren Lehranstalten zu schicken, aus welchen sie nur zum Stu- L. Frankenstein, Lehrer. Oesterreich-Ungarn. Wien, 25. April. Die heutige Sitzung des Reichsraths eröffnete der Präsident Dr. Smolka mit folgender Ansprache: „Kaum eine Stunde darauf, als wir in der letzten diren oder zu höheren merkantilischen Fächern hervorgeht.! Sitzung voneinander geschieden, wurde unser, ich kann wohl Durch diesen Besuch der höheren Lehranstalten, der die Zeit sagen, von allen Seiten so sehr geehrter College Kuranda mindestens bis zum 18. Jahre in Anspruch nimmt, werden vom Tode ereilt. Ich bin mit Kuranda, welcher mir nahe die jungen Leute dem Handwerke entzogen, und haben dann gestanden ist, als Gesinnungsgenosse vom Jahre 1848 her, in der Mehrzahl mit dem Mangel an Mitteln oder angeda er für die freiheitliche Entwicklung der damaligen Zumessenen Stellen zu kämpfen. Darauf muß, um ein besseres stände gewirkt und gelitten, in freundschaftlicher Beziehung Resultat zu erzielen, die Aufmerksamkeit gerichtet werden, gestanden, indem ich diese Gesinnung ihm bis ans Lebens- Würden die Vorsteher der Gemeinden ihren Beruf besser ende treu bewahrt habe. (Bravo'.) Ich bitte dieses Hervorverstehen, und eifriger auffassen, als es in der Regel der! kehren meines persönlichen Verhältnisses zu entschuldigen, Fall ist, so würden sie nach dieser Richtung hin auf die unaber es gebührt mir, dies zu thun, denn wiewohl im Laufe bemittelteren Familien vielfach wirken können. Jndeß möchte der Zeit unsere Ueberzeugung in mancher Beziehung ausich heute an dieser Stelle auf einen ganz speciellen Punkt I einanderging, so konnte dieser Umstand dennoch keineswegs Hinweisen. Die Berichte der jüdischen Waisenhäuser, wie geeignet sein, die Hochachtung für den ausgezeichneten und sie mir seit Jahren vorliegen, erweisen, daß von den darin! ehrlichen Charakter des Verstorbenen und seine ausgezeicherzogenen Waisenknaben nur eine äußerst geringe Anzahl sich! neten Fähigkeiten auch nur im Geringsten abzuschwächen. dem Handwerk zuwendet, während die große Mehrheit der-! (Beifall.) Vor dem Jahre 1848 hat Kuranda für die Derselben als Lehrlinge in kaufmännische Geschäfte treten. Hier besserung der damaligen Zustände in freiheitlicher Richtung könnte doch zunächst Abhilfe geschafft werden, und der Aus-■ wirklich Bedeutendes geleistet. Nach 1848 nach Oesterreich schuß des Gemeindebundes würde sich ein Verdienst erwerben, zurückgekehrt, hat er sich an dem Ausbau und der Entwickwenn er die Vorstände dieser Waisenanstalten durch Anlung unseres Verfassungslebens im politischen als auch im schreiben aufforderte, für die Zuneigung ihrer Zöglinge zum literarischen Wege in hervorragender und rühmlichster Weise Handwerk wirksam zu sein, namentlich aber durch Einrichtung eifrigst betheiligt. Er war Mitglied des niederösterreichischen handarbeitlicher Unterweisung und Beschäftigung oer Knaben Landtags, des Reichsrathes und der gemeinsamen Delegation; in der Anstalt dem vorzuarbeiten und die Knaben für ma-! er wurde auch durch Verleihung des Ehrenbürgerrechtes der nuelle Arbeiten zu gewinnen. Worte sind wirklich genug' Reichshauptstadt Wien ausgezeichnet, er bekleidete überdies geredet, es muß endlich zur That kommen. Diese Waisenviele Ehrenämter und überall wirkte Kuranda uneigennützig, Häuser bedürfen zu ihrer Erhaltung der Beiträge und Spenden wohlwollend und wohlthätig, so daß er die hohe Achtung,