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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-04-08 · Heft 15 (8.4.1884) · p. Seite 240

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 15 (8.4.1884)
Date
1884-04-08
Page
Seite 240 (sequence 12)
Language
German
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240 Fitjaun, der sich eine gewisse Macht über seine Glaubensgenoffen anmaßte. Er mißbrauchte sein Ansehen gegen die Ehre der jungen Frauen und ein Khazradjite ermordete deshalb, als Frau verkleidet, den Al-Fitjaun, ergriff die Flucht und sandte einen Boten nach Syrien an den ghaffanitischen Fürsten Abu Djobeila. Dieser entrüstete sich über das Schicksal seiner Brüder in Medina und sandte den Boten zurück mit der Ankündigung, daß er bald in Person erscheinen werde. Der Khazradjite zeigte den jüdischen Autoritäten die nahe Ankunft des Abu-Djobeila an, indem er sie bat, ihn gastfreundlich zu empfangen. Jener erschien und schlug sein Lager in der Nähe von Medina auf. Doch wagte er es nicht, offen als Feind der Juden aufzutreten, sondern wollte sie durch List verderben. Er ließ die Juden wissen, daß er nach Jemen marschire und lud sie freundlichst ein, ihn in seinem Lager zu besuchen und Geschenke entgezenzunehmen- Eine große Zahl jüdischer Notabeln begaben sich deshalb ohne Mißtrauen mit ihren Frauen und Kindern nach dem Lager. Alsbald führte man sie einzeln nach einem geheimen Versteck und ermordete sie. Die feindlichen arabischen Stämme bemächtigten sich hierauf der Frauen, Güter und Schlöffer der Juden. Alles dies ist durch Strophen, die uns überkommen find, gesichert, unter welchen die der Jüdin Sara die wichtigsten find. Merkwürdiger Weise gelang es nach dem Abmarsch des Abu Djobeila dem verräterischen Malik unter dem Vorwände der Aussöhnung, alle diejenigen Juden zu sich einzuladen, welche jenem mißtraut hatten, und tödtete deren eine große Zahl. Der Haß der Juden gegen diesen Doppelverräther ergoß sich in heftigen Flüchen. Sie richteten in ihrer Synagoge einen Holzblock auf, der das Bild Malik's vorstellen sollte und beim Ein- und Ausgang überhäuften sie ihn mit Stößen und Verwünschungen. So gelang es kehrten, zu lagern pflegten. Der Kindite Jmru Jkris, der berühmteste arabische Dichter, Zeitgenosse von As-Samaual, war genöthigt vor dem Könige von Hira, Al-Wundjir HI. zu fliehen und begab sich mit seiner Tochter Hind und allen seinen Schätzen, unter welchen sich fünf berühmte Kürasse befanden, verlassen von allen Anderen, zu As-Samaual. Dieser nahm die Flüchtlinge auf, richtete für sie Zelte her und gab dem Dichter einen Empfehlungsbrief mit bis zum Kaiser von Byzanz. Dieser reiste ab und ließ seine Tochter und sein Vermögen in den Händen seines jüdischen Wirthes. Sobald der König Al-Wundzir erfahren, daß sein Feind eine Zuflucht in dem Schlosse des As-Samaual gefunden, schickte er ein Heer ab, um sich der Schätze und besonders der fünf Kürasse zu bemächtigen. Sein Heerführer belagerte das Schloß, ohne es einnehmen zu können. Da fiel ein Sohn des As-Samaual in die Hände des Feindes, und dieser stellte ihn vor das Schloß und rief mit aller Kraft: maual, wenn du mir nicht die Kürasse auslieferst, lasse ich deinen Sohn sterben." As-Samaual antwortete: „Ich bin nicht, gewohnt meinen Bundesgenossen zu verrathen, thue, wie es dir gefällt." Der Sohn wurde vor den Augen des Vaters mit dem Schwerte durchstoßen. Aus dieser Festigkeit des Charakters schloß der Feind, daß ihm das Schloß niemals übergeben würde und zog ab. Wir besitzen noch ein langes und schwungreiches Gedicht des As-Samaual, das freilich vollständig arabischen Geist athmet und über welches wir in einem früheren Jahrgang dieser Zeitung ausführlich berichtet haben. Die heldenmüthige Bertheidigung seines Schlosses und seine Treue gegen den flüchtigen Dichter gaben Veranlassung zu dem arabischen Sprüchwort: „Noch treuer als As-Samaual." Das wichtigste Ereigniß nahte sich aber jetzt. Während den Arabern nach und nach, den Juden die Herrschaft über! in Medina die Streitigkeiten zwischen den Stämmen ihren Medina zu entreißen, die ihnen seit lange schon ein unerj Fortgang hatten, bei welchen bisweilen auch zweier jüdischer trägliches Joch erschienen war. Malik, der auf seine That stolz war, benahm sich sehr hochmüthig gegen seine Genossen, woraus ein zwanzigjähriger Krieg entstand. Im nächsten Jahrhundert fanden unaufhörliche Streitigkeiten zwischen den arabischen Stämmen statt, an denen bisweilen die Juden theilnahmen, so daß sie nicht selten in beiden feindlichen Lagern einander bekämpften. Aus der Mitte des sechsten Jahrhunderts wird uns ein Stämme und einzelner Juden Erwähnung geschieht, bereiteten sich in Mekka große Dinge vor, welche die Charaktere und die alten bis dahin gewissenhaft bewahrten Bräuche völlig umgestalteten. Es ist dies die Revolution, welche Mohamed, Sprößling der Familie der Koraisch verursachte. Seit mehreren Jahren predigte er den Glauben an einen einzigen i Gott. Wir kennen jetzt sowohl die Quellen, aus welchen Mohamed die Grundsätze seiner neuen Religion geschöpft hat. Jude genannt, der bei den Arabern hohen Ruhm erlangte als auch die Art, auf welche er sie kennen lernte; denn sie und in vielen Gedichten gefeiert ward. Er hieß As-Samaual.! sind keine anderen als die des Judenthums den arabischen Sein Großvater Adija hatte in Teima, acht Tagereisen von! Sitten angepaßt. Sein größtes Verdienst besteht, daß er den Medina, ein festes Schloß erbaut, das nach feiner Farbe j Muth hatte, die monotheistische Idee laut zu verkündigen in lichtgrau genannt wurde. Es war auf dem Gipfel eines! der Mitte einer dieser Idee von Grund aus feindlichen Be- Berges gelegen und As-Samaual hatte hier einen Marktplatz errichtet und einen Brunnen gegraben, wo die arabischen Kaufleute, wenn sie nach Syrien zogen oder von dort zurückvölkerung, feindlich, obgleich ihr Heidenthum wenig Dauerhaftigkeit besaß. Die Araber waren niemals ein religiöses Volk und ihre Liebe zur unbedingten Freiheit machte ihnen

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