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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-04-08 · Heft 15 (8.4.1884) · p. Seite 238

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 15 (8.4.1884)
Date
1884-04-08
Page
Seite 238 (sequence 10)
Language
German
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238 21 Bauern, welche gegen der im vorigen Jahre in dem Dorfe Orlowschtschina verübten judenfeindlichen Ausschreitungen unter Anklage gestellt waren, 20 der ihnen zur Last gelegten Vergehen für schuldig erklärt und neun zu Gefängniß, bezw. Zuchthausstrafen von 8 bis zu 18 Monaten verhüt. Möge er sich viele Jahre derselben erfreuen! — Am 8. März verschied in P a r i s der Artillerieoberst Abraham August Samuel, 58 Jahre alt, nachdem kurz vorher fein lLandsmann und Glaubensgenosse der Oberst Woch verstor-! ben. Samuel war in Saarlouis, der Geburtsstadt des Marurtheilt. Die elf übrigen Angeklagten wurden zu Festsetzung' schalls Ney, geboren, besuchte die Militärschule von Saintder von ihnen zu verbüßenden Strafen dem Friedensrichter überwiesen. Der Bertheidiger legte gegen das Urtheil Berufung ein. Bosnien. Serajewo, 11. März. Wie dem „P. Bl." von hier geschrieben wird, finden morgen in der bosnischen Hauptstadt die Gemeinderathswahlen statt. Bisher hat sich der Gemeind erath nach der usuellen türkischen Verfassung constituirt, es ist somit das erste Mal, daß derselbe im Wege der freien Wahl zusammengesetzt wird. Es werden 16 Gemeinderäthe und 16 Ersatzmänner gewählt. Dem Glaubensbekenntnisse Cyr und verbrachte seine ersten Dienstjahre in Afrika. In der Krimm erwarb er sich auf dem Schlachtfelde das Kreuz der Ehrenlegion. Im italienischen Feldzuge nahm er an fast allen Gefechten thätigen Antheil. Bei Gravelotte schlug er sich durch den Feind und erhielt für sein tapferes Betragen das Offizierkreuz der Ehrenlegion. Auch war er einige Jahre Mitglied des Generalstabes. In Frankreich wird sein Verlust als ein schwerwiegender betrauert. Einige deutsche Journale haben sich Mühe gegeben, ihn als einen französischen Spion in Deutschland zu kennzeichnen, ohne jedoch Beweise heranbringen zu können. — Aus C oblen z wird uns mitgetheilt, daß daselbst das Hinscheiden der Frau Amalie nach haben 531 Türken, 257 Katholiken, 195 Griechisch- Goldschmidt, geb. Leroi viele Theilnahme geweckt, da sie Nichtunirte und 123 Israeliten das Wahlrecht, linier denjenigen, welche wählbar sind, giebt es: 233 Türken, 105 Griechisch-Nichtunirte, 56 Israeliten und blos 24 Katholiken. Wie bestimmt verlautet sollen auch einige Israeliten in den Gemeinderath gewählt werden. Serajewo, 18. März. Es ist das erste Mal in Bosdurch ihre Wohlthätigkeit, wie durch ihren ehrenfesten Charakter, sich die allgemeine Achtung erworben hatte. Se. Maj. der Kaiser, der, bei seinem jährlichen Aufenhalte in Ems, oft das dortige Juweliergeschäst der Verstorbenen, die er auch [mit dem Titel „Hoflieferantin" beehrt hatte, besuchte, um Einkäufe zu machen, drückte auf die Nachricht ihres Todes nien, daß der städtische Gemeinderath im Wege der freien dem hinterlassenen Kindern telegraphisch seine Theilnahme aus. Bonn, 30. März. (Literarische Notizen.) In Straßburg ist eine Kiste von Prof. Euting aus Damascus angekommen. Die Sendung besteht ausschließlich aus Papierabdrücken von Inschriften aus Palmyra. Besonders merkwürdig ist aber die von ihm aufgefundene hebräische Inschrift, welche sich an den Resten des Thores der einstmaligen Synagoge von Palmyra befindet. Besteht sie auch nur aus bekannten Bibelstellen, so ist sie doch für die Geschichte der hebräischen Schrift von großer Wichtigkeit; sie kann nicht jünger sein als 273 n. Ehr., in welchem Jahre Palmyra zerstört wurde, und ist auch kaum sehr viel älter. Zu bedauern ist, daß es kaum möglich sein wird, nach dem einzigen, etwas beschädigten Abklatsch eine genaue Publikation dieser Inschrift zu veranstalten. Die Gewinnung der Ab- Bonn, 30. März. (Notizen.) Man schreibt uns aus drücke in Palmyra geschah unter sehr schwierigen Umständen; Potsdam 21. März. Einer unserer verdientesten Mitbür-; es war im August in der furchtbaren Gluth der syrischen gcr, Herr Sanitätsrath Dr. Bernhard Zilenziger, wurde in Wüste, und dazu mußte die Arbeit auf den glühendheißen diesen Tagen zum Geheimen Sanitätsrath ernannt. Herr j Steinen gerade in den Mittagsstunden vorgenommen werden, Staatsminister a. D. Ober-Präsident von Achenbach überbrachte' da sich nur zu der Tageszeit der sonst beständig wüthende demselben persönlich noch in später Abendstunde die Kunde; Sandsturm beruhigte. — Im Jahre 1834 erschien in Wilna von seiner Ernennung. Die innige Theilnahme aller Kreise von dem höchst verdienstvollen hebräischen Schriftsteller Jsaac Wahl gewählt wurde und trotzdem war die Betheiligung groß, besonders die Türken sind sehr zahlreich erschienen und betheiligten sich lebhaft an der Wahl. Bon 1106 Wählern haben 839 gestimmt. Die Kommission war bis 4 Uhr Morgens ununterbrochen in Thätigkeit, um das Wahlresultat frühzeitig publicieren zu können. Gewählt wurden 16 Türken, 8 Griechisch-Orthodoxe, 4 Katholiken und 4 Israeliten. Unter den Gewählten befinden sich auch drei österreichischungarische Staatsbürger, und zwar Apotheker Eduard Pleyel, Dr. Julius Makanez und der Brauhausbesitzer Heinrich Löwy. Daraus ist demnach zu entnehmen, daß hier die beste Eintracht herrscht und alle Konfessionen friedlich und freundschaftlich miteinander leben. der Stadt ist um so größer, als Herr Geheimrath Zielenziger diese Auszeichnung durch rastlole Thätigkeit, durch Opfer- Bär Levynsohn aus Kremnitz ein Quartband ddn, in welchem in Form von Dialogen zwischen einem griechifreudigste Hingabe an seinen edlen Beruf höchlichst verdient schen Patriarchen und einem Rabbiner Alles, was sich histo-

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