Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 13 (25.3.1884)
- Date
- 1884-03-25
- Page
- Seite 209 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Professor) Bayer besonders hervor. Als ich diesen tmen Christen," damals Ordinarius der Secunda, darum ing, mich jü>en Sabbath für zwei Stunden vom Schulich zu dispenfiren^ weil ich dem öffentlichen Gottesdienst lohnen wollte, gewährte er mir die Bitte nicht etwa mit verstreben; mit Rührung that er es ob des frommen rnes, den er auch von dem Anhänger einer anderen Coupon liebte. Der würdevolle Subrector vr. Koffe (zugleich tor in Kuddow), der durch seine hohe klassische Bildung;ezeichnete Dr. Siedler, die Doctoren Hoppe, Klir und Indem ich mich glücklich schätze, mit Ihnen den schönen, wenngleich — wie ich fürchte — noch fernen Augenblick eines durch geläuterten Freisinn begründeten Friedens mit meiner vollen Ueberzeugung herbeizuwünschen, zeichne ich mit aufrichtiger Werthschätzung ihr ergebener FML Erzherzog Johann." Abermals das Ostermärchen. Aus Skalitz (Ungarn) wird berichtet: Bei der hiesigen icke,'sie Alle.standen dem verlassenen jüdischen Schüler! jüdischen Einwohnerin Maria Ehrenstein war das aus lich zur Seite, und, obwohl ich nicht aus Pommern Verbocz gebürtige 17 jährige Mädchen Ansca Valcsena beiz war und auch meine Eltern nie dort lebten, genoß! dienstet. Im Lame der Zeit stellte sich dasselbe als rafsinirte dennoch Freischule, erhielt ich Freibücher und von Secunda > Betrügerin heraus, die zum Nachtheile ihrer Dienstgeberin ein vierteljährliches Stipendium von dem Somit« des',verschiedene Betrügereien und Diebstähle beging, doch wußte nafial-Stipendienfonds, dessen Vorsitzender damals—! sie durch Heuchelei und gleißnerisches Benehmen die gutdrath v. Zastrow war. Damals stand aber auch zu-! müthige Frau immer zu besänftigen, so daß dieselbe keine ch an der Spitze der Geistlichkeit der Stadt der ver-! Anzeige gegen sie ^nachte, drohte ihr aber, dies unbedingt ngswürdige Confistorialrath vr. Henkel, zu dessen Füßen! zu thun, wenn sie sie noch einmal bei einer Unthat ertapoen in den hebräischen Lectionen saß. Später freilich herrsch-! sollte. Dessenungeachtet begab sich die unverbesserliche Ansca wie ich erfuhr, auf der Kanzel in Neuftettin nicht mehr f vor vier Wochen zu einer Freundin und Nachbarin ihrer humanen Grundsätze und erleuchteten religiösen Anschau- J Tienstfrau und nahm dort in deren Namen einen Geldbetrag en eines Henkel .... und in der Schaar der Tumulwährend der jüngsten Tage haben sich nach den Beten der Zeitungen auch Schüler des Gymnasiums befun- Man war in Neustettin nicht frommer, sondern fröm- ^uder, nicht religiöser, sondern bigotter geworden. Fe traure Erscheinungen aber diese Wandelung gezeitigt hat. desto schulden wir es der Vergangenheit, ihr freundliches Bild der aufzufrischen. Mit dem Ausdruck u. s. w. Rabbiner Wiener in Oppeln. zu leihen. Die Nachbarin, welche das Mädchen kannte und ihr deshalb mißtraute, erklärte, das Geld der Frau selbst § übergeben zu wollen, bei welcher Gelegenheit sich der beabsichtigte Betrug des Mädchens herausstellre. Frau Ehrenfiein rief das Mädchen in's Zimmer, um sie in Gegenwart der Nachbarin über diese neue Betrügerei zu Rede zu stellen, allein Ancsa war verschwunden und konnte trotz alles eifrigen Suchen» nicht aufgefundeu werden. Sofort verbretteten sich die fabelhaftesten Gerüchte über das Verschwinden des Mädchens. Die Einen wollten wissen, daß das Mädchen von den Juden zu den bevorstehenden Ostern aufbewahrt wurde; Erzherzog Johann. Andere hatten schon das Wimmern der armen Ancsa gehört, Ter Verfasser einer jüngst veröffentlichten Broschüre als sie vermuthlich von den Juden abgeschlachtet wurde, die Judenfrage, Isidor Singer, erhielt vom Erzherzog1 wieder Andere wollten gesehen haben, wie die Leiche des Hann aus Linz ein Schreiben, welchem wir Folgendes! Mädchens geviertheilt und in Kisten von Juden des Nachts nehmen: wegspedirt worden war. Die Situatton sing an unheimlich .Tie von so freundlichen und schmeichelhaften Worten zu werden und das umsomehr, da selbst Leute, die sich mit itete Uebersendung ihrer Schritt: „Sollen die Juden',Stolz zur Intelligenz zählen, behaupteten, man müsse dann ästen werden?" war mir eine Auszeichnung und eine ‘ doch die Jude meiden, da sie erwiesenermaßen Christenmad-- ide zugleich. Das Verdienstliche dieser Ihrer Schrift ■ chen verschwinden lassen.' Zum Glücke wurde das Mädchen eben so sehr in der muthigen Bekämpfung der bedaueram 1. März auf dem Dachboden ihrer Herrin tief im Heu x, unsere Zeit noch umnachtenden Vorurcheile, als wie' verborgen, wohl ungemein herabgekommen, aber ganz unserin der noch muthigeren Ermahnung ihrer Stammesj letzt aufgefunden. Unter großem Zusammenlauf der Bevöl- Glaubensgenossen zur Arbeit an sich selbst. Ist nach kerunz wurde sie zur Polizeibehörde geleitet; Orts-Rabbiner Richtungen je ein Erfolg zn verzeichnen, so zweifle! Friedman begab sich später zum Stadchauptmann und bar richt, daß dann das Judenthum allseitig anderen Gej in Anbettacht der in Umlauf gesetzten Gerüchte die strengste begegnen und willige Anerkennung seiner unbestrittenen. Untersuchung zu pflegen, was der wackere Stadchauptmann Leistungen im Dienste der Menschheit finden wird, auch that. Doch ergaben Untersuchungen kein anderes m '