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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-03-25 · Heft 13 (25.3.1884) · p. Seite 196

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 13 (25.3.1884)
Date
1884-03-25
Page
Seite 196 (sequence 4)
Language
German
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196 Lesheims sich anders benommen hätten, dann wäre ich von ihrem Schuldbewußtsein weniger überzeugt gewesen." — Präsident: Sie haben mit Ihren Bekundungen lange zurückgehalten; erst am 24. März 1882 sind Sie damit hervorgetreten! — Zeuge: Ich habe schon im Kösliner Prozesse gesagt, daß meine Frau es nickt leiden wollte, und deshalb zeigte ich es nicht an. — Präs.: Wenn man bei einem muthmaßlichen Verbrechen, eine solch wichtige Wahrnehmung macht, dann fragt man doch nicht erst die Frau, ob man es zur Anzeige bringen soll! — Zeuge: Ich wollte gegen den Willen meiner Frau nicht handeln. — Präs.: Wußten Sie denn Pieper erscheint am folgenden Tage noch einmal. Es wird behauptet, daß er ein junges Mädchen beredet habe, gegen einen anderen Lehrer auszusagen, sie mit unzüchtigen Handlungen verfolgt zu haben; noch mehr, Pieper soll eine desfallsige Denunciation versaßt haben. Bertheidiger Justizrath Makower: Hat der Zeuge die Denunciation gegen den Lehrer Gafske in Neustettin verfaßt, in welcher Folge Gaffke wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen angeklagt, vom Schwurgericht aber freigesprochen wurde? Die Denunciation ist unterschrieben: „Mehrere Bürger." Ferner: Ist es richtig, daß die von Pieper als Zeugen vorgeschlagenen Schulkinder vor Gericht nicht, daß der Staatsanwalt öffentlich aufgefordert hatte,! das Gegentheil von den Behauptungen des Pieper bekundeihm über die Entstehungsart des Brandes Mittheilung zulten? — Präs.: Nun, Herr Pieper, haben Sie die erwähnte machen, und daß öffentlich hohe Belohnungen für die Ermittelung der Thäter ausgesetzt worden waren? — Zeuge: Ich wußte das, wollte mich aber mit meiner Frau nicht Denunciation verfaßt? — Pieper: In Köslin konnte ich die Antwort hierauf verweigern. — Präs.: Was in Köslin geschah geht uns hier nichts an; ich frage Sic: Sind Sie der zanken. (Heiterkeit.) — Präs.: Wieso kamen Sie nun doch Verfasser der Denunciation? — Pieper: Wenn ich die Frage zur Anzeige? — Zeuge: Ich erzählte es dem Hübner, und ' beantworten muß? — Präs.: Ein Zeuge hat das Recht, die dieser konnte nicht schweigen; er erzählte es dem Restaurateur Herzberg, dieser dem Landrath, und in Folge deffen bekam Beantwortung zu verweigern, wenn er dadurch eine strafrechtliche Verfolgung gegen sich selbst oder einen seiner An-- ich Termin. — Der Zeuge soll einmal, als er Religions-i gehörigen zu befürchten hat. Wenn also dieser Fall bei unterricht erthcilte, eine beleidigende Aeußerung gegen eine Ihnen zutrifft, dann haben Sie das Recht, die Antwort zu alttestamentarische Persönlichkeit gethan und deswegen von verweigern. — Pieper: Dann verweigere ich die Antwort. seiner Vorgesetzten Behörde einen Verweis erhalten haben, j— Präs.: Und was antworten Sie auf die zweite, vom Präs.: Herr Pieper, ist das so? — Zeuge: Das kann ich! Herrn Bertheidiger gestellte Frage? —Pieper: Auf diese annur dann behaupten, wenn mir bestimmte Thatsachen ange-j gebliche Thatsache kann ich mich nicht mehr besinnen. geben werden. — Präs.: Das haben Sie schon in Köslin! . .. t .. 0 . . . ,_ . , . . ' r t i Lv war der Hauptzeuge gegen die beiden Lesheim begesagt; L-re musten mir aber aut meine Frage antworten. ., ° X. ,a V- ör - - x ichaffeu. Ihm zur Sette stand eme Anzahl Knaben, dre zur Zeit des Brandes 11—13 Jahr alt waren und in der Klasse Piepers beim Unterricht versammelt, die beiden Lesheim das Fenster öffnen gesehen haben wollen. Hier entwickelt sich Haben Sie eine Aeußerung gegen eine alttestamentarische Persönlichkeit gethan, wodurch die Juden sich beleidigt fühlen konnten? - Zeuge: Das ich nicht wüßte. — Präs.: Haben Sie von Ihrer Vorgesetzten Behörde einmal einen Verweis! , . - „ . .... . 0 ' _ .. ., ... __ .! aber eme Gallerie von Widerwruchen mit nch selbst und erhalten? — Zeuge: Das mtvß ich nicht.—Praz.: Es mutz > , . . > , T ' . . ' . rv< »x t * x t! unter einander, Zurücknahme und Abänderungen der Auslage, Ihnen doch bekannt sem, ob Lue jemals wegen eines Berj . .., ,, .7, ' . . ■ L < 1 < . . 0> , . x« _ c t wie stch wohl gelten vor einem Gerichtshöfe gezeigt hat. — gehens im Amte emen Verweis erhalten haben! — Zeuge:!-. / ... . J 0 a, .. , .. <• c» X . - Dabei ergaben sich wunderliche Dinge von der Beschaffenhett Das kann vielleicht die Regierung oder mem >Lchulinlpector ’ , '' . ' ' ' dieser Zungen. Ter eine z. B. hatte in einem schnapsladen wissen. - Präs.: Herr Pieper, Sic sind doch Beamter! Sie! müssen doch wissen, ob Sie von Ihrer Vorgesetzten Behörde! jemals einen Verweis erhalten haben! — Zeuge: Ich weiß! ja nicht, welchen Verrvcis Sie meinen. — Präs.: Aber Herr | Pieper! Haben Sie denn schon so viele Verweise erhalten, daß Sie nicht wissen, welchen ich meine? — Der Zeuge . . . . , . _. . . , .. . . c ... - nx. , ' , , 3 mutzte in der That emen mederbeuqenden Eindruck machen, chwergt. — Präs.: .verr Pieper! Ich rathe Ihnen. sagen . . . ., . L . . 7 <■ , TL 7 ,x .ü . ' 0 eine olche Jugend als Zeugen tn einer so ichwerwiegenden „za, ich habe einen Verweis erhalten " Ich sehe es ' J ° a in Könitz ein Glas der edlen Flüssigkeit in die Höhe gehoben mit dem Ausrufe: „In diesem Zeichen werden wir siegen, | btc Preußen haben noch keine Schlacht verloren!" Ein anderer hat erwiesenermaßen am Tage vor der Gerichtsverhandlung einem Fleischer in Könitz eine Wurst gestohlen. Es Angelegenheit agiren zu sehen. LiL: Ihnen an, daß Sie mit der Wahrheit zurückhalten wollen; machen Sie sich nicht unglücklich! — Der Zeuge beginnt au Der Knecht Vuchholz, der eigentliche Ankläger der allen Gliedern zu zittern; es wird ihm ein Stuhl gebracht, Heidemanns, bei denen er früher im Dienste gestanden und aus dem er in Ohnmacht fällt. Der Präsident bestehlt, den mit denen er wegen vermeintlicher Lohnforderungen in Streit Ohnmächtigen mit Wasser zu besprengen, und als derselbe lag, hatte, wie ihm jetzt durch Zeugen nachgewiesen wird, sich erholt hat, wird er hinausgeführt. gegen die Heidemanns die schwersten Drohungen ausgestoßen.

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