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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-03-11 · Heft 11 (11.3.1884) · p. Seite 172

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 11 (11.3.1884)
Date
1884-03-11
Page
Seite 172 (sequence 12)
Language
German
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172 „Aus verschiedenen Theilen des Landes ist mir die Nachj möglich Verfügungen treffen, damit nicht zahllose friedliche richt zugekommen, daß die Agitationen zur Verbreitung von! Staatsbürger mit ihren Familien ohne jeden plausiblen Grund Gehässigkeit zwischen Raffen und Confessionen und zur Stödem Elend preisgegeben werden; bisher ist jedoch das Gesuch rnng des friedlichen Zusammenlebens derselben in neuerer I unbeantwortet geblieben. Zeit wieder begonnen und theils mit gewiffenloser Bewußtheit, theils mit sträflicher Unbesonnenheit betrieben werden. Dieser Umstand macht es mir zur Pflicht, unter Bezugnahme auf meine Circularverordnungen vom 22. Oktober 1882 und 28. August 1883 die Municipien hiermit aufzufordern, die gegen welche Confesfion und gegen welchen im Lande lebenden Stamm immer auftauchenden Agitationen mit Wachsamkeit und Aufmerksamkeit zu verfolgen, dieselben im Keime zu ersticken, die Agitatoren selbst aber, ohne Unterschied der Person, mit der ganzen Strenge des Gesetzes zu strafen, beziehungsweise eine Verfügung der competenten Behörde in jedem Aegypten. Kairo, im Februar. Während die Cholera in unserem Lande und unserer Stadt so heftig gewüthet hat, wurden nach der Aufforderung des Oberrabbiners hygienische Maßregeln im jüdischen Quartier ergriffen und daher kam es wohl, daß auf eine Bevölkerung von 10,000 Israeliten nur 16 Todesfälle durch die Cholera vorkamen. Amerika. Philadelphia, im Januar. Im Senate des Staates einzelnen Falle unverzüglich zu veranlaffen. Die Comitats-j Pennsylvanien ließ sich ein Mitglied eine judenfeindlichc (städtischen) Beamten und Organe sind unverzüglich anzu-! Aeußerung zu Schulden kommen. Darauf erwiderte ein anweisen, gegen solche Agitationen mit der größten Wachsam-Öderer Senator, Mr. Amerman: „Die jüdische Bevölkerung keit und Energie vorzugehen und Alles, was sie in dieser > Amerikas bedarf wahrlich keiner Schutzrede, da ihre Geschichte Richtung wahrnehmen oder im eigenen Wirkungskreise verj mit allen großen Unternehmungen der Welt verknüpft ist. fügen, im Municipium ohne Verzug anzumelden. Bon den! Seitdem es eine Civilisation giebt, haben die Juden immer Municipien aber erwarte ich, daß sie von den in Folge dieser | im Vordertreffen des Fortschrittes gekämpft, immer einen meiner Cirkularverordnung getroffenen Verfügungen möglichst! ersten Rang eingenommen in der Literatur und den Wifsenbald von ihren etwaigen Wahrnehmungen und den in Folge! schäften. In Finanzsachen lenken sie die Welt, in Sachen derselben getroffenen Maßnahmen von Fall zu Fall mir aus-! der Wohlthätigkeit beschämen sie ihre Gegner. Zerstreut über führlichen Bericht erstatten werden. — Tisza."! die ganze Welt, waren sie stets und überall bemüht, den Pest, 27. Febr. Das Klausenburger Executiv-ComitS! Staaten, welche sie bewohnten, dienlich zu sein. Sie haben der fiebenbürgischen Unabhängigkeits-Partei hielt dieser Tage! ihre Anhänglichkeit mit Blut und Geld erwiesen. Nehmen eine Sitzung, in welcher das jüngst erlaffene Wahlmanifest! Sie unserem Lande das Geld, den Unternehmungsgeist und der äußersten Linken zur Sprache gelangte. Das Comit«;! den Verstand seiner jüdischen Bürger, so werden Sie sehen, sprach sich einmüthig dahin aus, daß dieses Manifest mit! wie sehr Sie den Fortschritt aufhalten. Wenn Sie den Fleiß, antisemitischer Färbung nicht die Bedeutung eines Parteij die Nüchternheit, die Unternehmungslust brandmarken wollen, Programms besitze und daher — trotzdem die Conferenz der! dann können Sie fortfahren, in einem Tone gegen die Juden zu sprechen, den ich für jämmerlich und unwürdig erkläre. Unsere Asyle beherbergen keine Juden, unsere Gefängnisse schließen sie fast niemals ein, und dennoch wagen Sie dieses Ein Ausweg, der jedoch jeden- Volk für unredlich zu erklären? Sie verlangen niemals einen Pfennig Almosen, und Sie beschuldigen sie der Habsucht? Ich bin kein Jude, wäre ich es, so würde ich mich glücklich schätzen, daß Leute Ihres Gelichters nicht zu den Juden gehören, Leute, welche durch ihre Angriffe nur ihre Gemeinheit und Unwissenheit erweisen. Befreien Sie uns doch endlich von dem schmachvollen Schauspiel, daß ein Repräsentant siebenbürgischen Unabhängigkeits-Partei mit vielen Ausführungen desselben nicht einverstanden war — auch nicht geeignet erscheint, die bisherigen Partciverhältniffe in welcher Weise immer zu alteriren. falls den antisemitischen Theil jenes Manifestes verurtheilt. Rußland. AuS Rußland, 24. Febr. Man telegraphirt aus Lemberg: Nach einem Telegramm aus Pultawa hat gestern in Folge eines Regierungs-Ukases die Ausweisung aller in den Dorfschaften und Städten jenes Gouvernements ansässigen! dieser Republik sich in solch unwürdiger Weise über ein großes Juden, welche den Nachweis eines Grundbesitzes in ihrem! Volk ausspricht." bisherigen Aufenthaltsorte zu führen außer Stande sind, be-'---— gönnen. Der Gouverneur hat der Bitte der Judendeputation um vorläufige Sistirung der Ausweisungs-Ordre nicht stattgegeben. Die Deputation wendete sich deshalb telegraphisch Bonn, 2. März. (Notizen.) Oberrabbiner Elias B. Hazan von Tripolis hat vom Sultan Abdul-Hamid einen höheren Grad des Medjidje-Ordens erhalten, welche Auszeichnung an den Minister des Innern Grafen Tolstoi, er möge ehest-! er durch seine langen und ausgezeichneten Leistungen wohl

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