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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-03-11 · Heft 11 (11.3.1884) · p. Seite 165

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 11 (11.3.1884)
Date
1884-03-11
Page
Seite 165 (sequence 5)
Language
German
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165 indem ein Staatsangehöriger niemals ein Sklave werden, > lichen antiken Religionen allein sich von der partikularen sondern sich nur auf 6 Jahre vcrmiethen konnte; ferner das! Auffassung des Gottheitsbegriffs zu einer universalen erhob ganze Armenrecht, indem der Ertrag auf den Ecken der Fel-! und durch zwei Jahrtausende einen beständigen Protest gegen der, die abgefallenen Aehren, die Nachlese und das freie, alle Verkehrtheiten und Entartungen des Polytheismus bil- Wachsthum des Brachjahres u. s. w. den Armen und Fremd-! dete. Dabei betont er die erhabenen politischen, sozialen und lingen zugehören sollten. Dies Alles und Weiteres, z. B.j moralischen Grundsätze des Mosaismus nicht minder als die daß dem Arbeiter der Lohn vor Tagesende gegeben, daß gereligiösen. Dann verbreitet sich der „Semitismus" in zwei wiffe Pfänder vor Sonnenuntergang zurückgegeben werden-neuen großen Religionen unter die Völker. Das Christensollten u. s. w. bildet ein System, das aber nach der Destnithum wird als die erziehende Religion gewürdigt, welche lion des vr. Hirsch vom Staatssocialismus so fern war, wie > die jüdische Moral in der Welt verwirklicht und zugleich in ein Pol vom andern, das nur den Schutz des individuellen! mancherlei Entwickelungsstadien die heidnischen Nationen an Besitzes und der persönlichen Freiheit, den Schutz gegen Bej den monotheistischen Begriff gewöhnt und mehr und mehr reicherung auf der einen und Verarmung auf der anderen j zu demselben hinführt. Auch der Islam ist ein auf den Seite bezweckte. Auch war sonst der Handelsfreiheit und der Gewerbefreiheit in keiner Weise zu nahe getreten. — Hiermit wollten wir den Werth des Vortrages des Dr. Hirsch großen Stamm des Monotheismus gepflanzter Zweig: allein der tyrannische Fatalismus und die Gewaltsamkeit gegen Andersgläubige, welche seine Lehre predigt, sind Zugeständnicht im Geringsten herabmindern, sondern nur eine an die Rohheit der ihn bekennenden Völker, Zugeständfige Irrung rektificiren, und abermals warnen, in schwerj niffe, die das Judenthum nicht anerkennen darf, und die wiegenden Dingen zu leicht vorzugehen. Ueber alttestament-. überwunden werden müssen. Unter den Greueln und Verliche Gegenstände glaubt Jedermann urtheilen zu können,! kehrtheiten des Mittelalters halten die Hebräer die Fackel der weil die heil. Schrift in Jedermanns Händen ist — damit ist aber nicht gesagt, daß sie Jedermann wirklich kennt und gründlich versteht. Literarischer Wochenbericht. Brüssel, 1. März. David Levi, II Lemilismo nella j eiviltä dei popoli. Torino, stamperi dell’Unione tipograficoeditrice 1864. Tie Schilderhebung des Antisemitismus in Deutschland, Ungarn und Rußland hat den Verf. veranlaßt, die Rolle, welche der Semitismus in engerm Sinne, d. h. das Judenthum, in der Kulturgeschichte gespielt hat, zu stu diren und in ihrer wahren Bedeutung darzustellen. Herr David Levi ist in seiner italienischen Heimath kein Unbekannter: er war früher Abgeordneter im Parlamente, und sein dramatisches Gedicht „Der Prophet oder die Passion eines Volkes" hat auf allen Seiten, selbst durch klerikale Kritiker, die günstigste und rühmendste Beurtheilung erfahren. In dem vorliegenden Wcrkchen erhebt er sich über den Streit der Parteien, indem er den Semitismus als historisches Problem auffaßt. Er stützt sich bei seinen Darlegungen auf die Ideen und Forschungen des modernen jüdischen Gelehrten, und es ist, der Natur der Sache nach, nicht immer Neues, was er trefflichen Bächleins, dessen Uebersetzung in unsere uns bringt: aber die Sprache des Verf. ist so edel und schön, und massenhafte Verbreitung in Deutschland wohl zu wünschen es weht uns aus seinen Worten eine so reine und aufrichwäre. Wir möchten dies dem deutsch-israelitischen Gemeindctige Begeisterung für die väterliche Religion und zugleich für bunde dringend empfehlen. Freilich müßte der Uebersetzer die edelsten Ziele und Bestrebungen der Menschheit an, daß die häufigen Jrrthümer des Verfassers in deutschen und zudas Buch sich für jeden Freund der Wahrheit unter allen mal auch deutsch-jüdischen Verhältnissen, von denen allen er Bekenntnissen als äußerst lesenswerth empfiehlt. offenbar sehr ungenügend unterrichtet ist, vermeiden — seine Herr Levi weist nach, wie das Judenthum unter sämmt-. Beurtheilung der deutschen Zustände ist viel zu pessimistisch reinen Lehre und der öffentlichen Moral aufrecht; zugleich werden sie im Wandel und auf dem geistigen Gebiete die Vermittler und Lehrer der Völker. Endlich triumphiren in der amerikanischen und der französischen Revolution die sozialen und moralischen Prinzipien des Judenthums zum großen Theile, und für dessen Bekenner wie für die Menschheit im allgemeinen bricht damit eine bessere Zeit an. Nun aber erheben sich gegen solche heilsame Neuerung von allen Seiten die Mächte der Vergangenheit zur Abwehr — und aus dieser Reaktion geht der Antisemitismus hervor. Zugleich benutzen die Anarchisten und Nihilisten den Neid der Massen gegen einzelne reiche Israeliten, um das Volk gegen diese und gegen die besitzenden Klassen im allgemeinen aufzurcgen. Das Judenthum aber hat seine Existenz so lange aufrecht zu erhalten, bis seine religiösen und sozial-moralischen Heilswahrheiten völlig durchgedrungen sind und sich in der gesammten Menschheit verwirklicht haben — dann, aber auch dann erst mag es sich in eine allgemeine Kulturreligion auflösen. So lehrt die Betrachtung der gesammten Geschichte den wahren Werth und die hohe Bedeutung des semitischhebräischen Wesens. Das ist in kurzen Zügen der Entwickelungsgang des prache

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