Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 10 (4.3.1884)
- Date
- 1884-03-04
- Page
- Seite 155 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3227501-3227512--41549-3310032- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
155 Glogau, im Februar. (Privatmitth.) Bor einem Jahre bildete sich hier ein Verein, der aller Orten zur Nachahmung empfohlen werden muß. Er nennt sich „Jugendbildungs- Verein „Beth-Hamidrasch". Der erste jetzt veröffentlichte Jahresbericht sagt über den Zweck des Vereins: „Die Aufgabe, die unser Verein sich gestellt hat, ist heutzutage besonders schwierig, aber auch eine besonders dringliche. Das Judenthum steht auf der Tagesordnung der deutschen journalistischen Literatur; der Angriff ist meist ungerecht und die Bertheidigung nicht selten ungeschickt. Da gilt es, jedes nichts an der Situation, die ich jüngst (vergl. Nr. 8) skizzirt habe. Hoffen wir, daß der richtige Mann gefunden wird, der die Verhältnisse auffaßt, wie sie sind, und es wird sich alles finden. Wien, 25. Februar. (Eingesandt.) In Nr. 8 der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums" findet sich unter „Wien, 5. Februar eine Privatmittheilung", in welcher die in der hiesigen israel. Cultusgemeinde ausgeschriebene Predigerstelle angeblich näher charakterisirt werden soll. Nachdem jedoch die Charakterisirung weit entfernt ist. Mittel zu versuchen, um zuerst die Jugend und sodann auch mit den thatsächlichen Verhältnissen im Einklänge zu sein, die Erwachsenen über das Judenthum aufzuklären. Der Verj so werden Sie um die Aufnahme nachstehender Bemerkungen ein hat eine große Anzahl von Büchern angeschafft, die, fei j jur Richtigstellung der genannten Correspondenz ersucht, es an die Jugend, sei es an das reifere Alter sich wendeni Seit der im Jahre 1867 erfolgten Anstellung eines und sämmtlich in einem populären Stil geschrieben sind, zweiten Predigers in Wien, hat die israel. Bevölkerung um Hauptsächlich ist die Unterhaltungslektüre vertreten, weil die! mehr als das Doppelte zugenommen und zählen wir derzeit meisten am liebsten sich unterrichten lassen, wenn sie dabei! an 80,000 Juden — es ist daher die Anstellung eines dritten auch unterhalten werden; aber auch die wissenschaftliche Li-! Predigers dringend geboten. Da der Vorstand jedoch, nur teratur ist nicht vergessen worden. Manches Buch, das keinen! auf eine Kraft ersten Ranges reflectirt, so wurde die Anjüdischen Inhalt hat, ist um des Autors willen angeschafft! stellung eines den beiden jetzt fungirenden Predigern gleichworden, wenn dieser Jude ist oder sonst jüdische Gegenstände' gestellten Functionärs beschlossen. literarisch dargestellt hat. Sodann sind Leseabende eingerichtet j Dies ist Thatsache, und nicht, wie es in der erwähnten worden, an denen jüdische Zeitschriften, jüngst erschienene Mittheilung heißt, daß ein H i l f s Prediger angestellt wer- Broschüren u. a. m. ausliegen. Der Vorstand hat es für anden soll. gemessen erachtet, jedem jungen Knaben aus unserer Gemeinde! Die Verpflichtungen, die dieser neu anzustellende Prebei seiner Confirmation eine deutsche Bibel zu überreichen,! diger zu erfüllen haben wird, sind in dem beiliegenden Prodenn dieses Buch der Bücher ist ja der Kern alles jüdischen! gramme verzeichnet, woraus ersichtlich ist, daß nicht die An- Wissens." In feinem ersten Jahre hotte der Verein M. 374! stellung eines H i l f s Predigers in Sicht genommen wird. Einnahme und M. 322 Ausgabe, welche hauptsächlich in! Mit vorzüglicher Hochachtung Ankauf von Büchern und Vertheilung von Bibeln an zehn ■ Der Secretär der israel. Cultusgemeinde: Confirmanden bestand. Außer der im Besitz des Vereins 6e*j Dr. Theodor Lieben, sindlichen talmudischen Literatur wurden 191 Bände und 76! Bonn, 20. Februar. (Privatmitth.) Im vorigen Jahre Broschüren der Bibliothek einverleibt. Wir wünschen dem j stellte sich wöchentlich das zu Mondidier erscheinende Blättchen Vereine nicht blos Vermehrung seiner Mittel, sondern auch Hutisömitigus bei uns ein, selbstverständlich ohne daß wir eine recht starke Benutzung der Bibliothek.! abonnirt hatten. Nachdem wir es ein- oder zweimal gelesen, Pelplin, 10. Februar. Die „Th. Ostd. Ztg." schreibt:; fand es seinen Weg ungelesen in den Papierkorb. Das Blatt Gestern Abend wurde der hier stationirte Gendarm per Te-, hat wohl das Zeitliche gesegnet, wenigstens kommt es nicht pesche des Landrathes des hiesigen Kreises nach dem benach-!mehr an. Dafür erscheint, ebenso unbestellt, jetzt öfter der barten großen Pfarrorte Neukirch zum Schutze der daselbst! in Preßburg veröffentlichte „Westungarische Grenzbote" bei befindlichen jüdischen Familien beordert. Es dürfte diese! uns. Nun. die ersten Blätter die wir gelesen, zeigten uns, Maßregel wohl mit dem in Skurcz verübten Morde zusamdaß der Franzose doch immer noch mit einer gewissen Grazie menhängen, der durch einen jüdischen Händler verübt sein und Eleganz schmähte, so weit aber, wie es diese Preßburger soll und durch den die katholische Bevölkerung im genannten j Schmierer bringen, dazu reicht die französische Sprache nicht Dorfe sehr in Auftegung gebracht ist. aus. Was nur an Schmutz und Ekel erregenden Resten zu- . I sammengebracht werden kann, wird hier gesammelt. Vergebens Oesterrelch-Ungarn.! sahen wir uns nach einem Körnchen Thatsache, nach einer Wien, 21. Febr. (Privatmitth.) Wie ich höre und wo- Spur von Beweisen um, nichts als ein Sumpf von Schmärauf auch der Wortlaut des Concurses in Betreff des neuen hung, als ein Morast von Hetzereien und Heucheleien! Die Predigers hinweist, wird derselbe den jetzt fungirenden Pre-. Schreiber dieses Blattes scheinen wirklich nur jenen Vierfüßdigern nicht sub-, sondern coordinirt sein. Dies ändert jedochj lern zu gleichen, welche in derartigen Tümpeln mit Lust sich io*