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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-03-04 · Heft 10 (4.3.1884) · p. Seite 154

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 10 (4.3.1884)
Date
1884-03-04
Page
Seite 154 (sequence 10)
Language
German
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154 werkervereius, Abgeordneter Goldschmidt, eröffnete mit einigen! Berlin, 24. Febr. Auch das Andenken des sel. Berneinleitenden Worten die Feier, indem er Lasker's Verdienste stein wird in der Berliner Bürgerschaft hoch gehalten. Was um diesen Verein hervorhob. Allgemeine und Quartettgesänge j hat dieser Mann auch erstrebt? Für seine Person Nichts, bildeten den Uebergang zu dem von einem Mitgliede gespro-! aber Alles für das Recht und das Wissen! — Vorgestern chenen Prolog von E. Feldmann. Dann nahm der Abge- Abend hielt der Oranienburger Thorbezirkverein eine sehr ordnete Rickert das Wort, um in etwa einstündiger Rede das zahlreiche Versammlung, in welcher Prof. V i r ch o w einen Gedächtniß des Heimgegangenen zu feiern und einen Rückl Bortrag hielt. Derselbe begann mit einer Reihe persönlicher blick auf dessen Leben, politisches Wirken und persönlichen; Bemerkungen und Rückerinnerungen, in welchen er hervorhob, Charaktereigenschaften zu werfen. Der Redner schmückte sei-1 daß ihm die amtlichen und wissenschaftlichen Dinge doch so nen Vortrag mit zahlreichen Episoden aus dem öffentlichen j über den Kopf gewachsen seien, daß er etwas schwer zu den und häuslichen Leben des Heimgegangenen und schloß mit > politischen komme. Wenn er sehe, wie der Kreis seiner alten innigen Worten der Verehrung für den geschiedenen Freund! Mitkämpfer immer lichter werde, so fühle er doch, daß er und Mitkämpfer und mit der Mahnung, sein Andenken alle-1 nachgerade etwas alt werde und es beschleiche ihn der Gezeit in Ehren zu halten. Zn einem Quartettgesang und dem j danke, daß er etwas vereinsame. Sehr lebhaft wurde in von der ganzen Versammlung gesungenen allen Bolksliede! ihm dieser Gedanke, als man seinen alten braven Freund „Dort unten in der Mühle" klang die würdige Feier aus. — j Bernstein zu Grabe getragen. Er hoffe, daß das Andenken Der Abgeordnete v. Hammerstein hatte im Abgeordnetenhause,! an diesen unentwegten Kämpfer für die Bolksrechte, der neben weil er glaubte, daß der Abg. vr. Stern spöttisch deffen j seinen schweren und anhaltenden, immer einem bewußten hinterpommerschcn Wahlkreis betont, sich erlaubt, seine per-!Ziele zugewendeten Thätigkeit, doch noch Zeit genug zu einer sönliche Bemerkung m a u s ch e l n d anzufangen. Stern sprach segensreichen wiffenschaftlichen Thätigkeit fand, nie im Volke hierüber in einer Versammlung zu Frankfurt, und Hammerstein erläßt nun eine weitläufige Erklärung in der „Kreuzversiegen werde. Bernstein war ein Jude und auch Lasker war ein Jude. Heute scheint es fast, als ob diese Eigenzeitung", worin er behauptet, in dem stenographischen Bericht die ^schäften dazu beitragen sollten, das Verdienst solcher Männer Mauschelei hineincorrigirt, während in demselben nichts davon j geringer zu machen, als es war. Es scheint, als sollte das zu lesen. Es macht dies Herrn v. Hammerstein alle Ehre!! Andenken solcher ehrenfester patriotischer Männer in den Berli«, 19. Febr. Der Senat der Akademie der Künste j Schatten gestellt werden, aus welchem selbst die Anerkennung hat die Preisbewerbung um den Preis der Michael-Beer'schen! des Auslandes sie nicht mehr herausbringen darf. Es sei Stiftung von 2250 M. zu einer einjährigen Studienreise! überaus schmerzlich, daß das Votum des Repräsentantenhauses nach Italien für dieses Jahr erlaffen. Diese Conkurrenz ist j zu Washington, welches als Vertreter des Sterbelandes ledigin diesem Jahre für Maler jüdischer Religion bestimmt.lich den einfachsten Höflichkeits- und Theilnahmeakt vollzog. Die für die Preisbcwerbung bestimmten Bilder müffen in! indem es dem Heimathslande sein Beileid ausdrückte, in der Oel ausgeführt sein; die Wahl des darzustellenden Gegen-! vom Reichskanzler beliebten Weise behandelt worden ist, und standes bleibt dem eigenen Ermeffen des Conkurrenten über- > es sei unbegreiflich, daß die officiöse Preffe der deutschen lasten. Die kostenfteie Ablieferung der Bilder nebst schrift- Nation beweisen wolle, dieser Akt der höchsten Anerkennung lichem Bewerbungsgesuch an den Senat der Königlichen Akademie der Künste muß bis zum 5. Juli d. I., Nachmittags 3 Uhr erfolgt sein. Es haben außerdem die Conkurrenten gleichzeitig einzusenden: 1) mehrere Studien nach der Natur, sowie Compofitions - Skizzen eigener Erfindung, welche zur Beurtheilung des bisherigen Studienganges des Bewerbers dienen können; 2) ein Attest, aus welchem hervorgeht, daß der Bewerber ein Alter von 22 Jahren erreicht, jedoch das 32. Lebensjahr noch nicht überschritten hat, und daß derselbe sich zur jüdischen Religion bekennt; 3) ein Attest darüber, daß der Bewerber seine Studien auf einer deutschen Akademie gemacht hat; 4) einen kurzen Lebenslauf, aus welchem der Studiengang des Conkurrenten ersichtlich ist; 5) eine schriftliche Versicherung an Eidesstatt, daß die eingereichten Arbellen von dem Bewerber selbst erfunden und ohne fremde Beihilfe ausgeführt find. sei ein Akt der Erniederung für den Reichstag. Daß solche Begriffe sich geltend machen können, erkläre sich nur aus dem immer übler werdenden Zustand der Nichtübereinstimmung zwischen Volksvertretung und Regierung, aus der immer größer werdenden Verstimmung der Parteien. (Sehr wahr!) — Die „Bost. Ztg." vom 23. d. schreibt: „Herr Frelinghuysen, Staatssecretair des Auswärtigen in den Vereinigten Staaten von Amerika, hat dem Repräsentantenhause empfohlen, künftighin ähnliche Resolutionen wie die in Betreff vr. Lasker's gefaßte vor deren endgiltigen Annahme dem Aus schuffe für auswärtige Angelegenheiten zur Begutachtung zu überweisen. Die Beurtheilungen der amerikanischen Preffe über diesen Fall lassen sich nicht reproduciren. Nach unserer Schätzung würden nach Lage unserer Rechtsprechung mehrere hundert Jahre Gefängniß wegen Bismarckbeleidigung darauf stehen."

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