Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 10 (4.3.1884)
- Date
- 1884-03-04
- Page
- Seite 153 (sequence 9)
- Language
- German
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1 zählen lassen, was zu sprachwissenschaftlichen Untersuchungen' gehöre, und den Beweis antreten, daß ich in jeder der dazu gehörigen Disciplinen gut bewandert sei? Oder wie sollte ich es anfangen, einen der übrigen Kolbenschläge zu pariren? Diese auszutheilen und durch kein einziges Wort zu motiviren, also nicht einmal die Möglichkeit der Abwehr mir zu lassen. ist keine loyale Kampfesweise, sondern eine, die in dem Glauben wurzelt, einem Juden gegenüber brauche man nicht sein Urtheil zu rechtfertigen, auch nicht das härteste, und je voller man gegen ihn den Mund nehme, desto besser. In einem einzigen Punkte indessen hat der Recensent denn doch Beispiele herangebracht; zum Erweise nämlich, daß ich „Syrisch gar nicht verstände und Arabisch nicht viel mehr," zählt er 6 Wörter auf, die ich für echt syrische ausgegeben hätte, ohne zu merken, daß es Schreib- oder Druckfehler sind. Hierbei könnte zunächst auffallen, wie xin Delietum dieser Art, begangen im Syrischen, auch meine Unkenntniß des Arabischen beweisen solle, aber — immer nur recht voll den Mund genommen! Sodann folgt daraus, daß man in einer Literatur einige Schreibfehler nicht erkannt habe, doch sicherlich noch nicht Unbekanntschaft mit ihr! sonst müßte man z. B. Gesenius absprechen, das Hebräische verstanden zu haben, weil er nicht erkannt habe, das; (nach Luzzatto) Ez. 3, 12 für barnelr derüm zu lesen ist, und daß noch so manch andere Schreibfehler in unserem Bibeltexte Vorkommen. Die gerügten 6 Wörter schmelzen aber auch noch stark zusammen. Ich gebe dem Recenscnten zu, daß für zu lesen ist (Schiffer); auch kann er Recht haben, daß jrviN (verlobt) zu beanstanden fei, denn ich kann es ihm nicht verificiren, ich habe versäumt, mir zu notiren, wo ich es gefunden. Aber die 4 übrigen von ihm beanstandeten Wörter halte ich weiter für gute syrische Wörter, kleines Mädchen, rin Wasserleitung, m: säen, mn Kälte; was er an ihnen zu mäkeln habe, weiß ich nicht, bin aber so frei davon, mich ahnungslos von alten Schreibfehlern gängeln zu lassen, daß ich selbst S. 202 auf einen solchen aufmerksam machte. Bei dem erwähnten ilfodo sagt er, ich hätte „möglicherweise nur schlecht hingesehen;" und daß so Etwas auch anderen Menschenkindern einmal passiren kann, kann er daraus ersehen, daß er in seiner Aufzählung meiner syrischen Sünden mp Kälte in Bälle verballhornt hat. Bekanntlich wird in den höheren wissenschaftlichen Berechnungen jedesmal für unvermeidliche „Fehler der Beobachtung" ein Geringes mit in Ansatz gebracht, und danach ist ein Buch noch nicht „das elendeste Zeug", wenn von etwa 170 syrischen Stämmen, welche darin zu Vergleichungen herangezogen wurden, einer oder zwei unberechtigt hierzu sich erweisen. Die Sache liegt aber noch ganz anders. Gleich auf der ersten Seite meines Buches habe ich erklärt, daß sein Hauptgegenstand das Hebräische sein solle, und ich andere semitische Dialecte nirgend ihrer selbst wegen besprechen, sondern nur insoweit heranziehen würde, als es zur Aufklärung des Hebräischen erforderlich erscheine. Demgemäß nehmen in ihm die Besprechungen hebräischer Stämme über seines ganzen Umfanges, und das Chaldäische, Syrische, Samaritanische, Arabische zusammen kaum V$ ein, wonach nur etwa des ganzen Buches auf das Syrische entfällt. Ist es da nicht kolossal seltsam von dem Recensenten, daß er einzig und allein aus dem Syrischen gegen mich einen Angriff formirte, und das ungünstige Urtheil über mein Syrisch, welches er (ohne allen Grund, wie wir sahen) hieraus sich gebildet hat, ohne Weiteres auf die übrigen des Buches ausdehnte! Selbst mein Hebräisch fand keine Gnade vor ihm, er schloß es nicht aus von dem Borwurf, daß es mir selbst an der empirischen Kenntniß des Stoffes fehle, obwohl ich schon zu vier Jahren das Hebräische zu erlernen anfing und während meines langen Lebens (ich bin jetzt im 74.) sicherlich keinen einzigen Tag ohne hebräische Studien verbracht habe. Die Schamröthe steigt Einem ins Gesicht solcher unqualificirbaren Behandlung gegenüber, und ich breche ab, weil ich einsehe, daß trotz Allem wir Juden nicht in der Lage sind, mit den Antisemiten den Kampf aufzunehmen, sondern besser daran thun, in ihnen das allmälige Erwachen der Gerechtigkeit und der Humanität geduldig abzuwarten, ungefähr wie ich dieses Buch der „Einblicke" mit den Worten geschlossen habe, „daß es dem jüdischen Zweige der Semiten beschieden wurde, in den Zelten des Japhet zu wohnen, und daß ich diese Schicksalsfügung durchaus nicht beklage, wenn ich auch sehnlichst wünsche, daß Japhet gastlicher werde. %c\X\AAA,<ß"5XXaC^ XAC^XcA/l. Deutschland. frischem Grün sinnig geordnet, inmitten dieser Liebeszeichen Berlin, 17. Febr. Im Berliner Handwerkerverein wurde stand das Bildniß des Gefeierten. Die florumhüllten Bergestern Abend das Andenken an Dr. Eduard Lasker in würeinsfahnen schloffen die Trauerdecoration ab. Unter den diger Weise gefeiert. An der Schmalseite des Saales in der zahlreichen Anwesenden bemerkte man den Abgeordneten Bam- Sophienstraße waren die prächtigen Atlasschleifen, die bei berger, Franz Duncker, den Vorsteher der jüdischen Gemeinde, der Bestattung den Sarg des Verstorbenen schmückten, unter. Justizrath Meyer, u. A. Der Vorsitzende des Berliner Hand 10