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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-03-04 · Heft 10 (4.3.1884) · p. Seite 150

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 10 (4.3.1884)
Date
1884-03-04
Page
Seite 150 (sequence 6)
Language
German
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150 sentantenhauses, vom 9. v. M., in welchem dem Bedauern des Hauses über das Ableben des vr. Eduard Lasker Ausdruck verliehen wird, hierher übersandt. Jede Anerkennung, welche die persönlichen Eigenschaften eines Deutschen im Auslande finden, kann für unser Nationalgefühl nur erfreulich sein, insbesondere wenn sie von einer so hervorragenden Körperschaft ausgeht wie das amerikanische Repräsentantenhaus. Ich würde deshalb die Mittheilung des Herrn Sargent dankbar entgegengenommen und Se. Majestät den Kaiser um Ermächtigung zur Vorlage derselben an den Reichstag gebeten haben, wenn nicht die Resolution vom 9. v. M. zugleich ein Urtheil über die Richtung und die Wirkungen der politischen Thätigkeit des Abgeordneten Lasker enthielte, welches mit meiner Ueberzeugung im Widerspruch steht. Es heißt in der Resolution mit Bezug auf den Verstorbenen, daß his fh*m and constant exposition of free and liberal ideas have materially advanced the social, political and economic condition of those people, (seine feste und beständige Entwickelung freier und liberaler Ideen die sociale, politische und wirthschaftliche Lage jenes Volkes wesentlich gefördert habe.) Nach meiner Kenntniß des Herganges der politischen und wirthschaftlichen Entwickelung des deutschen Volkes kann ich dieses Urtheil nicht als ein solches ansehen, welches den von mir erlebten Thatsachen entspricht. Ich würde nicht wagen, mein eigenes Urtheil dem einer so erlauchten Körperschaft, wie das Repräsentantenhaus der Bereinigten Staaten, gegenüber zu stellen, wenn ich nicht bezüglich der inneren Politik Deutschlands durch eine mehr als 30jährige aktive Betheiligung an derselben eine Erfahrung gewonnen hätte, die mich ermuthigt, auch meinem Urtheil innerhalb dieses Gebietes eine gewisse Competenz beizulegen. Ich kann mich nicht entschließen, bei Sr. Majestät dem Kaiser die nöthige Ermächtigung zur Mittheilung der Resolution des Repräsentantenhauses der Bereinigten Staaten an den Deutschen Reichstag zu beantragen, weil ich dazu ein Urtheil mir amtlich aneignen und bei Sr. Majestät vertreten müßte, welches ich als zutreffend nicht zu erkennen vermag. Euer Hochwohlgeboren ersuche ich, vorstehende Mittheilung durch Borlesen zur Kenntniß des Herrn Staatssecretairs Frelinghuysen zu bringen, und demselben Abschrift davon zu laffen, ihm auch unter dem Ausdrucke meines Bedauerns, daß ich dem kundgegebenen Wunsche nicht nachzukommen vermöchte, die beigefügte amtliche Ausfertigung der Resolution des Repräsentantenhauses zurückzustellen, von Bismarck. Sr. Hochwohlgeboren dem Kaiserlichen Gesandten Herrn von Eisendecher, Washington. Legation of the United States. Berlin, i st February 1884. The Undersigned Envoy Extraordinary and Minister Plenipotentiary of the United States of America has the honor, under instruction from his government, to enclose to His Plxcellency, Count Hatzfeldt, Imperial Secretary of State for Foreign Affairs, an engrossed copy of a Resolution adopted on the yth ulto. by the House of Representatives of the Congress of the United States of America, expressing the deep regret with which that body heard of the death in that country of the eminent German Statesman, Eduard Lasker, with the respectful request that the same may be transmitted to the President of the Legislative Body of which the late Mr. Lasker was member. The Undersigned avails himself of the occasion to renew to His Excellency Count Hatzfeldt the assurances of his most distinguished consideration. (signed) A. A. Sargent. His Excellency Count Hatzfeldt, Imperial Secretary of State for Foreign Affairs. Forty-eighth Congress. First Session. Congress of the United States. In the House of Representatives. January 9. 1884. Mr. Ochiltree submitted the following which was agreed to: Resolved, That this House has heard with deep regret of the death of the eminent German Statesman Eduard Lasker. That his loss is not alone to be mourned by the people of his native land, where his firm and constant exposition of, and devotion to free and liberal ideas have materially advanced the social, political, and economic conditions of those people, but by the lovers of liberty throughout the world. That a copy of these resolutions be forwarded to the family of the deceased as well as to the Minister of the United States resident at the Capital of the German Empire to be by him communicated through the legitimate channels to the Presiding Officer of the Legislative Body of which he was a member. Attest: (signed:) Ins. B. Clark, jr. Clerk. In deutscher Uebersetzung lauten obige Aktenstücke: Gesandtschaft der Vereinigten Staaten. Berlin, I. Februar 1884. Der Unterzeichnete außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister der Vereinigten Staaten von Amerika hat die Ehre, im Aufträge seiner Regierung einliegend Sr. Excellenz dem Grafen Hatzfeldt, kaiserlichem Saatssecretair für auswärtige Angelegeheiten, eine beglaubigte Abschrift einer Resolution zu überreichen, welche das Repräsentantenhaus des Congreffes der Bereinigten Staaten von Amerika am 9. v. M. gefaßt hat und in welcher dem tiefen Bedauern Ausdruck gegeben wird, mit dem jene Körperschaft den Tod des ausgezeichneten deutschen Staatsmannes in jenem Lande vernommen hat. Es wird ergebenst ersucht, dieses Schriftstück dem Präsidenten des gesetzgebenden Körpers zu übermitteln, deffen Mitglied der verstorbene Herr Lasker gewesen ist. Der Unterzeichnete benutzt diese Gelegenheit, Sr. Exc. den Grafen Hatzfeldt erneut seiner ausgezeichnetsten Hochachtung zu versichern, (gez.) A. A. Sargent.

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