Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 9 (26.2.1884)
- Date
- 1884-02-26
- Page
- Seite 141 (sequence 13)
- Language
- German
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1 141 Verlassenen, durch welche so mancher jüdische Jüngling in den Tempel des Wissens eingeführt wurde und die so Manchem die Gelegenheit geboten, ein aufgeklärtes und nützliches Mitglied der Gesellschaft werden zu können, nach Möglichkeit zu helfen, zu welchem Behufe im Laufe des Jahres 1883 die Summe von 1050 Rubel eingefloffen ist, aus welcher bereits einige dieser Unglücklichen einigermaßen unterstützt werden konnten. — Mittheilungen einiger finländischer Blätter zufolge sollen die in diesem Lande domicilirenden Juden, deren Zahl unbedeutend ist und die jedoch keine Gleichberechtigung mit der übrigen Bevölkerung genießen, Ende dieses Mts. in Tamerfors in eine Conferenz zusammentreten, behufs Prüfung der Frage ihrer socialen und politischen Stellung in diesem Lande. — — „Juden dürfen auch keine Fuhrleute sein!" lieber eine solche „frischgebackene" polizeiliche Anordnung auf dem mo. Palästina. Jerusalem, im Februar. Man weiß, daß die in Jerusalem befindlichen Missionäre sich eifrig bemühen, die in der alten Hauptstadt Palästinas neu angekommenen Israeliten zum Protestantismus zu bekehren. Die jüdischen Einwohner Jerusalems sehen dieses schädliche Werk mit Betrübniß und überlegen, wie sie dem entgegenarbeiten können. Aus diesem Gesichtspunkte heraus hat sich soeben eine Gesellschaft gebildet unter dem Namen „Esrath Nidachim", die zum Zwecke hat, allen jüdischen Flüchtlingen aus den verschiedenen Ländern, die den Kunstgriffen der Missionäre ausgesetzt sind, Arbeit zu verschaffen. Wir wünschen dieser heilsamen Gesellschaft, deren Veranstalter entschloffene Männer sind, wie die H. H. Frunckein, Nissim Behar, Ben Jehudah, welche ihr vom geistigen wie socialen Gesichtspunkt aus so verdienstdernen Gebiete der Einschränkungen des jüdischen Wirknngsj liches Werk zu Ende zu führen verstehen, den möglich großkreises wird in neuerer Zeit aus Kiew gemeldet. Bei dem? ten Erfolg. Die Aufmunterungen von Seilen der europäidortigen Polizeiamte wurde unlängst seitens einiger Personen, die das Fuhrmannswesen betreiben, darüber Beschwerde geführt, daß seit kurzem Fuhrleute jüdischer Confession aufgetaucht seien, denen gesetzlich (?) nicht gestattet ist, das Fuhrmannswesen zu betreiben und die unterdessen ihren christlichen Collegen Koneurrenz machen. Daraufhin erfolgte auch baldigst eine Verordnung, wodurch den untern Polizeichargen zur scheu Judenheit werden ihnen nicht fehlen. Amerika. Bonn, 3. Februar. Wir erhielten von New-Pork eine ausführliche Schilderung der Trauerfeier für Ed. Lasker. Wir haben jedoch bereits in der Beilage zu Nr. 6 ein solche gebracht. Hervorzuheben zur Ergänzung ist nur, daß die Pflicht gemacht wird, künftighin darüber strengstens zu wachen, j Reden der beiden jüdischen Prediger ganz vortrefflich waren, daß in die „edle" Liga der Riewschen „Jswosziki" (russisch:! die des Herrn Gottheil in englischer, die des Herrn Hübsch Fuhrleute) sich mehr keine Juden einschleichen sollen! — | in deutscher Sprache. Wir entnehmen aus der letzteren nur — Zu den Arbeiten der gegenwärtig tagenden Juden-! folgende Stelle: Ein schlichteres, biedereres und kindlicheres kommission sollen, neuen Mittheilungen zufolge, zwei neue! Herz als das seine hat nie und nimmer geschlagen; ach, daß es so frühe stille stand'. Die Weltweisheit legt bekümmert ihre mütterliche Hand auf seine hohe, edle, nunmehr kalte Stirne: „Meister der Lichtgedanken, in Dir geht mir ein Mitglieder hinzugezogen worden sein: seitens des Ministeriums des Aeußern der Prof, des internationalen Rechts an der Petersburger Universität, Martens und vom Ministerium des: Innern das Mitglied des Conseils dieses Ministeriums,; treuer Jünger und den Menschen ein weiser Lehrmeister ver- Giers. — H. B. j loren!" Der Patriotismus senkt sein stolzes Banner. Einen Rumänien.! treueren Sohn seines Vaterlandes, einen opferwilligeren, Bukarest, im Februar. Dem „P. Lloyd" wird von hier muthigeren und ausdauernderen Kämpfer für den wahren geschrieben: „Durch die Abänderung des sogenannten Juden- Ruhm und das wahre Heil seiner Heimath hat es nicht geartikels durch die Constituante von 1879 sind Zustände gegeben, er fiel, ein Opfer in seinem Dienste, unter den Besten schaffen worden, welche früher oder später Gegenstand inter- ' und Edelsten des deutschen Vaterlandes wird immer sein nationaler Erwägungen werden müssen. So werden bcispicls Name glorreich glänzen! Und die Philanthropie, sie blickt in weise jüdischen Kaufleuten, deren Familien bereits seit! inniger Liebe auf die im Tode noch so milden und liebe- Generationen in Rumänien ansässig sind, welche aber dadurch,; vollen Züge des Schlummernden nieder: „So viel Selbst daß sie auf ihre frühere Staatsangehörigkeit im Auslände und so wenig Selbstsucht! Solch reiche Begabung, hingegeben verzichteten, ohne das rumänische Bürgerrecht erlangen zu Wür den einzigen Zweck die Menschen zu beglücken! Schlummere können, von Seite der hiesigen Behörde Pässe und Legitisanft! Wird einst das erhabene Ziel erreicht, daß Du so aufmationen ins Ausland verweigert." (Nachdem die Congreßopfernd angestrebt, dann wird die glücklichere Menschheit richter sich so gleichgültig gegen ihre Congreßbestimmungen Dich unter ihren größten Wohlthätern nennen und preisen." benommen haben, ist keine Hoffnung vorhanden, daß sie Und ferner: „Wäre von drüben herüber zu uns die Kunde irgend einmal in Rumänien interveniren werden!) i von Dr. Lasker s Tode gelangt, sie hätte sicherlich nicht ver*