Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 8 (19.2.1884)
- Date
- 1884-02-19
- Page
- Seite 120 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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artige Nachahmungen sind durchaus nicht am Platze. Noch auf der Reise verschont bleiben." Niemandem kann es Zweifelunangemessener erscheint uns das Beiwort »eineinig", das! Haft sein, warum der Hofprediger gerade die Engländer nicht ebenso unlogisch wie unzrammatikalisch ist. Wir hören oft den Ausdruck »einzig-einiger" und dies hat einen guten Sinn; aber mehr als einig und darum eineinig kann nichts sein. — Bonn, 10. Februar. Bekanntlich hat die Rede, welche der Professor der Theologie Bender, zur Zeit Dekan der theologischen Fakultät zu Bonn, am Lutherfeste hielt, bei der orthodoxen Geistlichkeit großen Anstoß erregt und sind bereits mehrere heftige Streitschriften erschienen. Diesen gesellte sich in den letzten Tagen eine Broschüre zu: „Das Tischgespräch ausstehen kann. Er spricht auch wiederholt seinen Haß besonders gegen die „Reformjuden" aus, die im Vereine mit dem »Fortschritt" ihm die größten Feinde scheinen, da die ersteren ihren Gemeinden nur von Gottvertrauen, Berufstreue und Nächstenliebe vorsprechen, also, wie er meint, gerade entgegengesetzt dem christlichen Glauben. Arouet citirt das Gedicht Boltaire's an die Urania. Der Hofprediger erklärt dies für eine Blasphemie. Da unterbricht ihn der Oberbürgermeister und sagt: »Gehen Sie doch mit Ihrem Gerede von Blasauf dem Rheindampfer. Bon I. M. Arouet, Bonn,! phemiel Ihr mittelalterlicher Judenhaß ist die größte Blas- Strauß 1884." Diese im Voltaire'schen Geiste, mit vieler phemie, die ich kenne. Damit spekuliren Sie unter dem Ironie und satyrischen Seitenhieben gewürzte Schrift zeichnet > Vorwand der Religion und eines fratzenhaften Deuschthums einen „Hofprediger Sabel" — wer darunter zu verstehen,' auf die rohesten Leidenschaften der Menge und kehren in der ist leicht zu erkennen —, einen hyperorthodoxen „Pastor! Praxis zur Barbarei des Mittelalters zurück, dessen Dogma Dünkel", einen schwäbischen „Prälat Nullo," der nichts als! zu glauben Sie nur sich selbst und anderen weißmachen." ein geistlicher Lebemann ist, einen freisinnigen „Oberbürger-! Pest, 4. Februar. Von der unter der Redactivn der meister Hoffmann" und den „Kritiker Arouet" — bekanntlich Herren Di*. Wilhelm Bacher und Joseph Banoczi hier war d'Arouet der Familienname von Voltaire — in einem erscheinenden neuen Zeitschrift Magyra-Zsido Szemle (Unga- Dialog während des gemeinsamen Mahles. Wenn irgendwo, risch-Jüdische Revue) liegt das erste Heft (Januar 1884) im wird hier die bestehende Zerfahrenheit und Spaltung im Umfange von 5 Bogen und in eleganter Ausstattung vor. Protestantismus, die auf Leben und Tod sich bekämpfende; Dasselbe enthält einen Abschnitt aus der im Drucke befind- Parteiung nach den verschiedensten Geistesrichtungen zum lichen Geschichte der Juden in Ungarn von S. Kohn, eine Bewußtsein gebracht. Die unbedingte Gläubigkeit des Pastors, Uebersicht der im Jahre 1883 auf dem Gebiete der jüdischen die phrasenhafte hohle Schlagfertigkeit des Hofpredigers, die Wissenschaft erschienenen Schriften von W. Bacher, Stageistlose Gutmüthigkeit des friedliebenden Prälaten, die Frei-! tistisches über den Bildungszustand in Ungarn mit besonderer finnigkeit des Protestantenvereinlers und die unerbittliche j Berücksichtigung der Juden von L. Paloczy, mehrere kleinere Kritik werden in klaren Zügen uns vorgeführt. Die Widerj Aussätze, auch ein Gedicht von dem ungarischen Lyriker spräche im neuen Testamente, die weite Entfernung des! Jos. Kiß, ferner Recensionen von A. Hochmuth und H. Mittelalters und der Kirchen vom altchristlichen Standpunkt!Bloch, und Verschiedenes. Es wäre zu wünschen, daß die und selbst die nicht minder bedeutende Entfernung der mo-! Zeitschrift weite Verbreitung finden, daß sie aber auch den dernen protestantischen Orthodoxie von den Reformatoren weri brennenden socialen und religiösen Zeitfragen mehr Beachtung den mit Schärfe dargestellt und das Bild des wirklichen j schenken möge. — Luther in nicht sehr schmeichelhafter Art entworfen. Doch Die von dem greisen Oberrabbiner Prof. Dr. A.A. Wolfs alles dies sind Interna des Protestantismus und wir fühlen in Kopenhagen bei Gelegenheit der Feier des hundertjährigen uns durchaus nicht veranlaßt, darauf näher einzugehen, was Geburtstages Sir Moses Montesiore's am 3. November v. I. für einen jüdischen Autor eine sehr undankbare Arbeit wäre.! gehaltenen Predigt wurde don Mrs. A. Simon aus dem Jndeß kann man voraussetzcn, daß, wo der „Hofprediger" Dänischen ins Englische übersetzt. (Kopenhagen.) An dem eine Rolle spielt, auch der Juden gedacht wird. So wünschte Texte 1. Buch Mos. Cap. 6 B. 9 entwirft der Nestor der gleich Anfangs der Hofprediger, nicht an der Table d'höte; gegenwärtigen Rabbiner ein Lebensbild des gefeierten Philantheilzunehmen; denn: „überall diese Semiten und Engländer, I thropen, dessen Frömmigkeit besonders rühmend hervorgedavon habe ich nachgerade genug und möchte wenigstens! hoben wird. Kayserling. Deutschland. | lafsenschast zu Gunsten eines gemeinnützigen Zweckes verzichtet. Berlin, 4. Febr. Die erbberechtigten Hinterbliebenen! Man hört, daß mit einer der Wohlthätigkeit dienenden An- Lasker's haben sämmtlich auf ihren Anteil an der Hinter-j stalt Unterhandlungen wegen Uebernahme der Bibliothek, der