Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 4 (22.1.1884)
- Date
- 1884-01-22
- Page
- Seite 61 (sequence 13)
- Language
- German
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Öl einschnitte (der Wadi Adschle im Westen und der W:»di Ale- Meyer 1881) S. öl ein Kapitel, das zwar an sich nichts jat im Osten) strecken sich von einer höheren Stelle des Ber- 'Neues bringt, aber durch Zusammenstellung alles BetreffengeS aus wie zwei lange Arme, welche nach unten hin zusamden ein so anschauliches Bild entwirft, daß cs manchen, menstreben, niederwärts und der Oase entgegen. Was sie weniger sachkundigen Leser erfreuen wird. Einige einleitende umfassen, ist eine wüst auf- und übereinander gethürnite und Schlußsätze, welche in gezwungener Weise aus das Christen^ Masse von formlosen und eisenharten Graniterhebungen, welche thum Hinweisen, lassen wir als zur Sache gar nicht ge- Dschebel el Muarras genannt wird. Dieselbe erhebt sich hörig, weg. etwa 7vt) Meter über die Thalsohle des Wadi Fir.nr. So-! 1. Dem Bolke Israel ist vertrauet, tvas Gott geredet weit man dieses für Raphidim halten darf, erweitert es sich hat; seine Geschichte ist eine Erziehung. Gesetz und Bernirgends zu einer eigentlichen Ebene, aber es giebt doch (vor faffung, Weissagung, Drohung, Heimsuchung und Strafe sind der Oase) -stellen darin, in denen zwei Heere mit einer J die großen Erziehungsmächte; Eltern, Priester, Propheten und Front von dreihundert Metern recht gut znsammengestoßen Könige sind die von Gott gesetzten menschlichen Erzieher, dasein und gekämpft haben können. An der Mündung des Wadi Alejat, die viel weiter und bemerkenswerther ist als der Zugang zu dem etwa einen Kilometer weiter westlich gelegenen Wadi Adschle, liegt der mit ein Bolk erwachse, das von der äußeren Gesetzmäßigkeit zu der innerlichen moralischen Gesinnung und zu der Erkenntniß sich erhebt, daß der Mensch in Befolgung des göttlichen Gesetzes nur seinem eigenen inneren Wesen gehorcht Hügel cl-Meharred, auf dessen Spitze Moses nach einer Tra-! und in diesem Gehorsam seine wahrhafte Freiheit gewinnt, dition gebetet haben soll; nach einer anderen, doch wohl! Tiefe Erziehung Gottes an dem Bolke spiegelt sich wieder späteren, soll er indessen auf dem Dschebel et-Tahnne (Müh-1 in der Jugenderziehung innerhalb dieses BolkskörperS, sie ist, lenbcrg), während er die Schlacht beobachtete, gestanden - wenn auch die Erziehung an die natürlichen Lebensverhälthaben. Dieser letztere ist indessen 213 Meter hoch und muß Luisse dcS Botkes und au die ererbte Bolksfitte anknüpft, doch schwer zu erklimmen gewesen sein, bevor der Weg angelegt! nicht Nativnalerzichnng wie die der Griechen und Römer, wurde, an dessen Seite sich heute an etlichen Stellen Mauer-! sondern göttliche Führung, die für alle Bölker vorbildlich ist. werk aus christlicher Zeil erhebt. Auch liegt dieser Berg j Wie das Bolk und der einzelne in ihm zu dieser Führung schon jenseits der Mitte des Oaseuvrtes, und wenn ihm zu! sich stellt, das lehrt uns das alte Testament und seine Ge Füßen die Schlacht geliefert worden rväre, so müßten die! schichte des Bolkes Israel, welche mit der Zeit der Stamm- Amalckiter ihren Wohnsitz preisgegeben haben, was doch nicht > Väter l Patriarchen) anhebt. glaubhaft erscheint.! Zn der patriarchalischen Zeit sind nach verschiedenen Ucbrigens lvird es Niemand bereuen, den Mühlenberg Seiten in'Abraham, Isaak und Jakob dem Bolke Israel seine bestiegen zu haben, denn von seiner Spitze giebt cs einen - Borbilder gegeben, und die Gestalt des Hauses tritt uns klar Blick von wunderbarer Schönheit zu genießen. Zu unseren! entgegen. Tie göttliche Lüftung der Ehe als 'Monogamie Füßen windet sich das grüne, au Palmen und Gärten über-! (1 Moses 2, 18—2-1) als normale Ehe, von der die Bielreiche Thal mit seinem krystallhelleu Wildbache, der die Trüm-; weiberei ein Abfall ist, bildet die Boraussetzung der Familie, mer der alten Stadt bespült. Im Hintergründe, gerade i Die Frucht der Ehe, die Kinder sind ein Segen (1 Mos. 1, uns gegenüber, steigen in überwältigender Großartigkeit die | 22 — 28) und eine Gabe Gottes <Ps. 127, 3), durch welche mächtigen Umrisse des Serbnl gen Himmel. Wendet mau das Haus gcbauet wird. Um sie will Gott besonders gebeten sich nach Norden, so blickt mau in ecu gewaltiges Bassin fein; zahlreiche Nachkommenschaft ist ein Segen, darum wird von rothen Felsmassen, aus dem die schlanke Spitze des der Braut gewünscht: Werde zu tausendmal Zehntausendcn Dschebel el-Bennt hervorragt, während sich im fernen Süd- >1 Mos. 21, M). Ein fruchtbares Weib und eine fröhlich westen der langgestreckte Rücken der Dschebel Musagruppe gedeihende Kinderschaar ist die Krone irdischen Glücks in lichterem Ton von dem tiefen Blau des Himmels abbebt. (Pf. 128, 3), während Kinderlosigkeit eine schwere Heim- Ein freundlicherer Ruheplatz als derjenige, welchen diese sncliung ist. Darum findet sich schon vom Dödten der Kinder Oase bietet, läßt sich nicht denken. In der Nähe helles wie bei den Heiden im alten Testamente keine Spur, zumal Wasser, Fruchtbarkeit, frisches Grün, in der Ferne röthlich genach der Verheißung an Abraham, „daß durch seine Nachfärbte Gebirgsformen von unbeschreiblicher Großartigkeit. kommen, die zahllos wie die Sterne des Himmels und der Sand am Meere sein sollen, die Bölker der Erde gesegnet werden sollen," zahlreiche 'Nachkommenschaft als Unterpfand gilt, daß Gott die Verheißungen der ewigen .Heilsgüter er Unter dieser Ueberschrist findet sich in dem „Lehrbuch füllen will. „Auf der Zukunft der Kinder lag für die Jsraeder Pädagogik ' von Di-. I. ($. G. Sch u ma n n (Hannover, Ziten die Weihe mefsianischcr Hoffnung. Ganz ein Bolk der Die Erziehung bei dem Dolke Israel.