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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-01-22 · Heft 4 (22.1.1884) · p. Seite 54

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 4 (22.1.1884)
Date
1884-01-22
Page
Seite 54 (sequence 6)
Language
German
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immer war es vergeblich; selbst die Blüthezeit der antisemitischen Bewegung vermochte den nahezu ausschließlich aus christlicher Bevölkerung bestehenden Wahlkreis nicht umzustimmen. Laskcr ist im 2. Meininger Wahlkreis sechs Mal, und Zwar 1867, 1871, 1871, 1877, 1878 und 1.881 gewählt worden und erhielt gewöhnlich die dreisache Stimmenzahl der Gegner." Literarische ÄnaleKten. Pest, im Januar. Der Bonner Oberrabbiner R. Juda Maler. Der in dem Artikel „Die Ueberschwemmung Bonn's und Deutz's vor hundert Jahren" ') genannte Oberrabbiner Juda Maler gehörte zu den bedeutendsten Rabbinern seiner Zeit. Geboren den 11. November 1661 in Bingen, wo sein gleich nainiger Großvater Rabbiner war, besuchte er die talrnudische Hochschule des R. Jakob Reischer, der, anfangs RabbinatS- Assessor in Prag, später nach Anspach und von da als Rabbiner nach Metz berufen wurde. Juda Maler fungirte, wie bereits erwähnt, als Rabbiner in Kleve und acht und vierzig Jahre als Rabbiner der Kreise Köln und Westphalen, bis er irn Alter von 90 Jahren in Bonn starb. In einem Schreiben an R. Jakob Cohen in Frankfurt a. M. vom Juli 1740 erwähnt er, daß er sich zehn Wochen in Westphalen aufgehalten habe, um die Rechtssachen und Streitigkeiten der in den verschiedenen Orten dieses Sprengels zerstreut wohnenden Juden zu schlichten. -) R. Juda Mäler, ein Mann von ascetischer Frömmig- 1) Ar. 1 d. Zig. Wir bitten im gen. Artikel folgende Druckfehler zu verbessern: S. 11 2p. 2 Z. 6 v. u. statt Schreiben lies Schreiber; S- 12 Sp. 1 Z. 3 v. o. statt früher lies srühern, Z. 11 v. o. statt in Prag lies im Haag, Rote -1 statt beschränken lies beschränkte und statt mußten lies mußte; 2p. 2 Z. n v. o. statt Nifsar lies Nissan, Z. 16 v. u. statt Vertreter lies Vertreters; 3. 13 «p. 2 Z. 10 v. u. statt Kasans lies Kahaua. 2) RGA. l, 61. teit, verband mit einer außerordentlichen Bescheidenheit ein tiefes talmndischeS Wissen und wurde von seinem Lehrer, mit dem er lange in Corrcspondenz stand,3) von dem berühmten R. Jakob Cohen, Rabbiner in Koblenz, Halberstadt und zuletzt in Frankfurt a. M.,') von dem Oberrabbiner David Oppenheim in Prag, von R. Mordechai Halberstadt, Rabbiner in Düsseldorf u. A., sehr geschätzt. Er galt als eine rabbinische Autorität seiner Zeit: nicht nur aus Deutschland, Böhmen, Mähren und Polen, auch aus Alexandrien, Salonichi und Italien wandten sich Rabbiner und Gemeinden in wichtigen rabbinischen Fragen an den Bonner Oberrabbiner. Sein Einfluß war so bedeutend, daß auf seinen Wunsch seinem Schwiegersöhne Joseph JoSpa ben Kosman aus Essen das Rabbinat in Deutz übertragen wurde, wie dieser selbst in einem Schreiben an R. Mordechai Halberstadt versichert. Joseph JoSpa ist, was wir gelegentlich bemerken, auch Verfasser des Nekrologs seines Schwiegervaters in dem Deutzer Memorbuche; es zeigt sich das aus einem Vergleiche des erwähnten Schreibens mit dem nachlässig edirten Märtyrer- und Memorbuch." •'•) Bon R. Juda Maler sind mehrere Gutachten in den Gutachtensammlungen der genannten Rabbiner enthalten. Außer den Beiträgen zu den Schriften seines Schwiegersohnes Joseph JoSpa ist nichts von ihm gedruckt. Er hinterließ handschriftlich zahlreiche Rechtsgutachten, welche sich über die vier Turim erstreckten und Deraschoth über die fünf Bücher MoseS. Diese Handschriften befanden sich, wenigstens theilweise, im Besitze seines Schwiegersohnes Simon Kopenhagen in Bonn. Dr. Kayserling. 3) RGA. zpjr nizsr (Halle', Nr. n, 12, 38, 50, 60, a, 131 f. •l) RGA. IpJ," 22* 1, 40 n. a. r») RGA. ^"2 “Dnd 31, vergl. mit ppcn D“2;ip S. 47. I -212Ty-1?: bv 2-rrvr^ n;,-2*~-, ist unverständlich, rr n^crni; hat seine Stelle in der folgenden Zeile und fügt sich an nmi j ',rai2T,!; 6) -2--D ~DS2 28. zlll 114d >4lacij licp\cw. Deutschland. Berlin, 8. Januar. (Privatmitth.) In der Sitzung der jüdischen Repräsentantenversannnlung, in welcher über die Bestattung christlicher Ehemänner jüdischer Frauen auf dem jüdischen Friedhofe verhandelt wurde, sind einige Ausdrücke gefallen, welche an dieser Stelle nicht ganz unbesprochen bleiben dürfen. Es ist nicht meine Absicht, aus die Streitfrage selbst heute cinzugehen, die durch die Gleichzahl der Botanten für und gegen unerledigt geblieben. Aus den Antrag, das Gutachten der gegenwärtigen Rabbiner der Ber-! liner Gemeinde, wurde entgegnet: man bringe hierdurch diese Rabbiner in eine schiefe Stellung und die Repräsentanten 1 seien freie Männer, welche sich ihr Urtheil selbst bilden könnten. Diese beiden Sätze bezeugen die Stellung,^ welche gegen- > wärtig, namentlich in größeren Gemeinden, die Rabbiner cin- . nehmen oder die man ihnen geben will. Ich sage, namentlich in größeren Gemeinden; denn in Mittclgemeinden vcrj mag der Rabbiner durch seine Persönlichkeit Vertrauen und j Einfluß zu gewinnen, durch seine persönlichen Eigenschaften j Autorität in jüdischen Angelegenheiten zu erlangen. In großen; Städten und Gemeinden kommt aber der Rabbiner mit dem

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