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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-01-15 · Heft 3 (15.1.1884) · p. Seite 44

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 3 (15.1.1884)
Date
1884-01-15
Page
Seite 44 (sequence 12)
Language
German
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44 jüdischen Antisemiten betrachten eben die Judenhetze als. worden und den Dieben, die selbst vor der Heiligkeit des Strafgericht, als eine Art Gottesgeißel, um die Juden wie- > Ortes nicht zurückschreckten, in die Hände gefallen sein. Aus Württemberg, 4. Januar. (Privatmitth.) Der „Verein zur Unterstützung von Wittwen und Waisen armer israel. Lehrer und Vorsänger in Württemberg" veröffentlichte der zur Beobachtung der alten Gebräuche zurückzuführen. S. L.r, st. ph. Stettin, 4. Januar. (Privatmitth.) Wenn die Antisemiten noch immer den Glauben hegen, ihre Hetzereien auch in dieser Woche seinen Rechenschaftsbericht für die letzte dreiin die Provinz tragen zu können, so sind sie im Jrrthum.! jährige Rechnungsperiode 1880.83. Derselbe bietet einen Die öffentliche, ja, sagen wir, die Bolksmeinung hat sich über j erfreulichen Rückblick auf den günstigen Fortgang und die ihre Motive und Ziele geklärt und weist sie deshalb von sich j segensreiche Wirksamkeit des Vereins in der abgelaufenen zurück. Der Vorstand des hiesigen conservativen Vereins! Periode. Der Verein batte sich fortdauernder Gunst zu erhatte eine Bürgerversammlung zusammenberufen, an welcher j freuen, wie ihm denn in Stuttgart in neuester Zeit 39 außeretwa 500 Personen Theil nahmen. Nachdem der Abg. Creordentliche Mitglieder beigetreten sind. So ist es denn mögmer und der Redakteur Lange über die Nothwendigkeit obligatorischer Innungen gesprochen und zwar mit Beifall, trat ein Hülfsprediger vr. Danne l auf, schimpfte auf die Fortschrittspartei, welche von den Juden unterstützt würde. Es wurde ihm hierauf das Wort entzogen. Danneil theilte dies der Versammlung mit und schloß mit dem Neujahrswunsche: „Treiben Sie die Juden aus." Nach diesen Worten erhob sich in der Versammlung ein ungeheurer Tumult, Rufe: Pfui! und sonstige Aeußerungen der Entrüstung wurden laut, so daß der überwachende Polizei-Commiffarius sich bewogen fand, die Versammlung aufzuheben. Hamburg, 2. Januar. (Privatmitth.) Bon angesehenen Mitgliedern der hies. Gemeinde wurde hier ein Verein ins Dasein gerufen, der sich die Aufgaben stellt, für kranke und schwache Kinder armer jüdischer Eltern ein Kinderasyl zu gründen, die Pflege derselben zu unterstützen und Feriencolonien behufs Unterbringung der Kinder in jüdischen Familien auf dem Lande ins Leben zu rufen. — Wahrlich ein edler Zweck, den zu erreichen wir dem Verein von Herzen wünschen. — Vivat sequens. Den Zöglingen des hies. jüd. Waisenhauses, 27 an der Zahl, ward ein schönes Chanukahvergnügen zu Theil. — An einem Abende der oerfloffenen Woche ward denselben von dem Direktor des Stadttheaters, Herrn Pollini, an einem andern Abend von dem Direktor des Thaliatheaters, Herrn Maurice, freies Entr6e zu einer Kindervorstellung gewährt, außerdem bekam jedes Kind beim Eintritt ins Theater eine Düte Confect überreicht. Fürth, 31. Dez. (Privatmitth.) Um in die hiesige Hauptsynagoge zu gelangen, muß man eine Vorhalle passiren, durch welche der Eingang in das eigentliche Gebäude führt An dieser Vorhalle ist ein Opferstock angebracht, der dieser Tage, so diebesfest er auch schien, von ruchloser Hand erbrochen und des Inhalts beraubt worden ist. Die Leerung erfolgte gewöhnlich um die Chanukah Zeit, als Inhalt ergab sich bisher etwa einige hundert Mark. Der gleiche Betrag dürfte auch diesmal in die Büchse von Wohlthätern gelegt lich geworden, innerhalb dieser Rechnungsperiode die bedeutende Summe von 2800 Mark Unterstützungen zu geben. Das Vereinsvermögen hat um 5150 Mark zugenommen und beträgt jetzt 24,561 Mark. Die Zahl der Mitglieder beträgt 50. An den Spenden für den Verein betheiligt sich in höchst huldvoller Weise auch jedes Jahr Ihre Maj. die Königin Olga. Die Gemeinden Buchau, Cannstatt, Göppingen. Hall, Stuttgart und Ulm haben aus ihren Gemeindekassen Beiträge verwilligt. Vorstand des Vereins seit seiner Gründung ist Oberlehrer Liebmann a. D. in Stuttgart. Oesterreich-Ungarn. Pest, 28. Dezember. Ueber einen geheimen Antisemiten- Verband bringt „Budapesti Hirlap" Enthüllungen, welche diesem Blatte so sensationell scheinen, daß es selbst kaum an die Wahrheit derselben glauben will. Der Antisemitcn-Verband soll die Komitate Tolna, Somogy und Baranya zum Terrain seiner Thätigkeit ausersehen haben. Am 27. d. soll nach dem Berichte des erwähnten Blattes in Fünfkirchen im Hause eines dortigen Advokaten eine Konferenz von Delegirten aus den erwähnten drei Komitaten stattgefunden haben. Aus jedem Komitate waren 21, zusammen 63 Delegirte erschienen. In dieser Konferenz soll konstatirt worden sein, daß im Komitate Tolna 13856 Wähler, im Komitate Somogy 16572 Wähler, im Komitate Baranya 15247 Wähler sich durch ihre Unterschrift verpflichtet haben, bei den nächsten Reichstagswahlen für einen antisemitischen Abgeordneten-Kandidaten zu stimmen. Sodann wurden folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Die Komites werden fortan mit offenem Visir auf dem Kampfplatz erscheinen. 2. Die Agitation soll schon im Feber künftigen Jahres beginnen. Zu diesem Zweck wird eine aus 13 Mitgliedern bestehende Wander-Kommission die drei Komitate bereisen. 3. Die Wander-Kommission wird ihre bestimmten Redner haben; als solche werden fungiren: Seelsorger, Advokaten, Industrielle und Landleute. 4. Ein vermöge seines rednerischen Talentes berühmter, katholischer Geistlicher des Komitats Baranya wird ersucht werden, im Dienste der Sache größere Reden zu halten. 5. Die Wanderi

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