Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 3 (15.1.1884)
- Date
- 1884-01-15
- Page
- Seite 42 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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42 Uhr plötzlich an einem Herzschlage verstorben. Derselbe! lehrt worden seien. Wir brauchen nicht hinzuzufügen, daß kehrte zu Wagen von einem Diner bei dem Banquier Selig-wir den Wunsch und die Hoffnung hegen, das Schwurgericht mann zurück, als er von dem Schlage getroffen wurde. Der! zu Könitz werde die psychologischen Unmöglichkeiten in Er- Wagen hielt sofort an. Banquier Seligmann, welcher ihn bewägung ziehen, daß Inden, noch dazu von der streug-gläugleitete, half ihn aus dem Wagen bringen, wobei Lasker in! bigen Richtung wie die, welche vor den Schranken des Kösseinen Armen starb. Der Leichnam soll einbalsamirt und, liner Schwurgerichts gestanden, ihre eigene Synagoge mit wie es heißt, nach Deutschland übergeführt werden. I allen darin enthaltenen Heiligthümern in Brand gesteckt hät- Eine ausführliche, bis zum Jahre 1869 reichende Bio-^ten, und zwar blos, um die Beschuldigung der That auf graphie Eduard Laskers, verfaßt von vr. Tobias Cohn Christen zu wälzen. Wenn solche Juden ihr Gebet beendet in Potsdam, findet sich im 4. Bande des vom Institute zur! haben, schließen sie ihre Gebetbücher nicht, ohne sie vorher Förderung der Israelitischen Literatur herausgegebenen! geküßt zu haben; das Ritualgesetz schreibt strenge Fasten vor, „Jahrbuches für die Geschichte der Juden und des Juden-! wenn eine Thorarolle einem Träger entgleitet und auf den thums". (Leipzig, Leiner, 1869.) Lasker war am 14. Okto-! Boden fällt; man weiß, wie bei den Juden die Blätter eines ber 1829 zu Jarocyn in der Provinz Posen geboren, erhielt zerrissenen Gebetbuches und die Reste einer Thorarolle bezuerst eine jüdisch-talmudische Erziehung, kam in seinem 13.! handelt werden u. s. w., und diese Juden sollen ihreSyna- Jahre auf das Gymnasium in Breslau, bezog 1847 die goge mit 8 darin befindlichen Thorarollcn, Gebetmänteln, Universität daselbst und ging dann nach Wien, um Mathematik, Gebetbüchern, zum Theil Reliquien ihrer Bäter, in frivolster hierauf nach Berlin, um Jura zu studiren. 1850 und 1852! Weise angezündet haben! Dies Alles hätte namentlich der absolvirte er die Staatsprüfung als Referendar und bei dem j Staatsanwalt Pinkoff wissen können. Mangel an jeglicher Aussicht für den jüdischen Juristen siej Leipzig, im Jan. (Privatmitth.) Die conservativen, delte er nach England über, wo er 4 Jahre lang sich mit resp. antisemitischen Blätter, die bekanntlich ja auf alle Weise dem englischen Recht und den englischen Zuständen genau > die Alliance israelite zu verdächtigen suchen, ohne je einen bekannnt machte. Nach Deutschland zurückgekehrt, bestand er! Beweis gegen sie bringen zu können, glauben nun doch end- 1858 das dritte Examen. Er machte sich durch geistvollej lich etwas gefunden zu haben. Gelegentlich der Gründung literarische Arbeiten und öffentliche Borträge bekannt und; der Pariser Alliance fran<;.aise, die sich die Verbreitung der wurde am 14. März in das Abgeordnetenhaus vom 4. Ber-; sranz. Sprache zur Aufgabe stellt, richtete Rabbiner Zadok liner Wahlbezirk gewählt. Hiermit trat er in die politische! Kahn an den Gaulois ein Schreiben, worin er hervorhebt, Laufbahn, auf welcher er so viele Erfolge, aber auch nicht! daß die Alliance israelite ebenfalls durch ihre Orientschulen minder viele Enttäuschungen erfuhr. Neben seinen gesetz- ' dieses Ziel verfolge. Jetzt hat natürlich das Wiener „Vatergeberischen und Redner-Talenten stach er besonders durch einen! land", das „Deutsche Tageblatt" Wasser auf der Mühle, edlen, uneigennützigen und streng rechtlichen Charakter hervor.! wie der Volksmund zu sagen pflegt. Die Alliance israelite Seine parlamentarische Wirksamkeit gehört der Geschichte Preußens und des deuschen Reiches an. Bonn, 4. Januar. Die hiesige Stadtverordneten-Versammlung hat den Antrag des Rabbiners vr. Cohn, ihn gleich den Geistlichen der christlichen Confessionen von der Communalsteuer zu befreien, mit Stimmenmehrheit genehmigt. Leipzig, 4. Januar. Heute wurde vor dem Reichsgewird von deutschen Juden unterstützt, diese deutschen Juden sind also, mit dem Schluffe ist man gleich fertig, Landesverräther; dieses Urtheil ist wenigstens deutlich zwischen den Zeilen zu lesen. Aber die Verdrehung ist so plump, daß ein Unbefangener sie sofort durchschauen muß. Zunächst möchten wir uns erlauben zu bemerken, daß die Auffassung des Herrn Rabbiners Zad. Kahn eine rein richt die Revision des Prozeffes über den Neustettiner j subjeetive ist. In den Statuten der Alliance steht nichts da- Synagogenbrand verhandelt. Das Urtheil lautete dahin, daß das Urtheil des Schwurgerichtes, welches die der Brandstiftung angeklagten Juden verurtheilt hatte, aufzuheben und der Strafprozeß zu anderweitiger Verhandlung an das Schwurgericht zu Könitz zu verweisen sei. Bekanntlich hat die Revision eines Schwurgerichtsurtheils sich auf die Frage zu beschränken, ob eine gesetzlich vorgeschriebene Formalität verletzt worden fei? Dies bejahte das Reichsgericht auf Grund des sub 7 gerügten Punktes, daß einige Zeugen über das ihnen zustehende Recht das Zeugniß zu verweigern nicht bevon, daß die Verbreitung der franz. Sprache im Orient als Selbstzweck;u erstreben sei, sondern lediglich, daß der Culturzusland der Inden im Orient gehoben werden soll. Dies geschieht natürlich am Besten durch Schulen, um die Heranwachsende Generation mit der europäischen Bildung bekannt zu machen und dazu wiederum ist, da die türkische und arabische Sprache doch nicht die Geltung im Weltverkehr hat, wie die europäischen Sprachen, die Kenntniß letzterer unbedingt uothwcndig. Es werden also in den orientalischen Schulen der Alliance israelite neben Türkisch, resp. Ara-