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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-01-15 · Heft 3 (15.1.1884) · p. Seite 41

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 3 (15.1.1884)
Date
1884-01-15
Page
Seite 41 (sequence 9)
Language
German
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41 Stimmen gegen 980, die auf den Candidaten der Arbeiterpartei, Tischler Herold fielen. Aber auch aus diesem Einzelfalle ersieht man, wie die sog. Bürgerpartei an Zahl gewachsen ist, und es gereicht wahrlich der deutschen Reichshauptstadt nicht zur Ehre, daß unter ihren Bürgern eine so große lingen nur 12,0), dann Waldeck mit 151.1, Bayern hat 101,3 (Reg.-Bez. Unterfranken hat 213,6, Nieder-Bayern nur 2,5), Lübeck 88,5, Lippe 85,7, Schaumburg-Lippe 83,4, Sachsen- Meiningen 78,6, Anhalt 75,3, Großherzogthum Oldenburg 49,0 (Fürstenthum Birkenfeld 17 5,0, Fürstenthum Lübeck 5,4, Menge Anhänger sich für eine solche Partei findet. Gegen, Herzogthum Oldenburg 36,3), Bremen 46,9, Mecklenburgconservative Grundsätze, wenn sie aufrichtig gemeint sind, hat' die A. Z. d. I. keine Veranlassung, sich zu wenden. Aber Strelitz 45,7, Mecklenburg-Schwerin 44,7, Sachsen-Weimar 40,5, Braunschweig 39,7, Schwarzburg-Sondershausen 29,8, hier vereinigen sich mit ihnen Motive und Absichten auf Haß Sachsen-Coburg-Gotha 25,2. und Streit, auf die Erschütterung des Bürgerfriedens und ' Berlin, 6. Januar. Die erste Sitzung der neuen Stadtaller Rechtsprinzipien und zugleich eine so rücksichtslose Kam-, verordneten-Bersammlung war zugleich diejenige, in welcher pfesweise, eine auf Verleumdung und Jntrigue ausgehende vor 25 Jahren der Sanitätsrath Dr. S. Neumann als Methode, daß man eine solche Partei nicht für lebensfähig in weiteren Kreisen halten sollte. Es ist dies eine Schattenseite des Berliner Lebens, die sollte. Berlin, 5. Januar. In der heutigen Sitzung der Stadt- Stadtverordneter zum ersten Male in diese Versammlung eintrat. Der Vorsitzende derselben Dr. Straßmann hielt deshalb nicht unbeachtet bleiben folgende Ansprache: Heute am 5. Januar sind 25. Jahre verflossen, seitdem der St.-B. Dr. Neumann zum ersten Male in diese Ber-- verordneten wurde Dr. Straßmann mit 101 von 116 Stirnsammlung eintrat, welcher er seitdem ununterbrochen angehört men zum Vorsteher gewählt. hat. Der Magistrat hat aus diesem Anlaß an den Jubilar — Im neuesten Heft der Statistik des Deutschen Reichs eine Deputation entsandt, zu welcher seitens der Versamm- (B. 57, Th. II) wird über die jüdische Bevölkerung Folgenlung die St.-V. Birchow, Bernhardt, Paetel, Jacobs, Diersch des mitgetheilt. Man zählte am 1. December 1880 im und Dr. Straßmann delegirt waren. Sie wissen, mit wel- Deutschen Reiche 28,331,152 Protestanten, 16,232,651 Kathochem regen Eifer und welcher Unverdrossenheit College Dr. liken, 78,031 sonstige Christen, 561,612 Israeliten, 366 Be- Neumann sich stets an allen communalen Angelegenheiten bekenner anderer Religionen, 3138 Personen mit unbestimmter theiligt hat, und wie aus seinem klaren Urtheil, seinem kriti- Angabe des Religionsbekenntnisses und 27,111 Personen ohne schen Scharfsinn, seiner Erfahrung der Versammlung stets Angabe der Religion. Unter 10,000 ortsanwesenden Pereine werthvolle Unterstützung erwachsen ist. Durch seine sonen befanden sich 6263,2 Protestanten, 3588,6 Katholiken,, statistischen Arbeiten, seine maßgebende Mitwirkung nament- 17,3 sonstige Christen, 124,1 Israeliten, 0,1 Bekenner anlich bei den Volkszählungen hat sich Dr. Neumann bleibende derer Religionen, 0,7 mit unbestimmter Angabe des Religions- Verdienste erworben, und ich ersuche Sie, dieselben dadurch bekenntnisses und 6,0 ohne Angabe der Religion. Während i zu ehren, daß Sie sich von den Sitzen erheben. (Dies gemithin auf 10,000 Einwohner des Deutschen Reichs nur schieht). — St.-V. Dr. Neumann: Ich statte der Bersamm- 124,1 Israeliten kommen, hat Preußen etwas mehr als den lung meinen herzlichen Dank ab für das Wohlwollen, wel- Durchschnitt, nämlich 133,4 Israeliten auf 10,000 Bewohner, ches sie mir soeben bekundet hat, und ich danke auch dem Die verschiedenen Provinzen Preußens zeigen jedoch sehr Magistrat für die Entsendung der Deputation, die zu emgroße Unterschiede, die Provinz Posen hat 332,3, Hessenpsangen ich durch einen Zufall zu meinem Bedauern nicht Nassau 265,8, Brandenburg 195,5, Westpreußen 188,8, in der Lage war, da ich nichts davon wußte. Der heutige Schlesien 131,5, Hohenzollern 114,0, Rheinland 107,3, Ost- Tag gilt mir als ein froher Rückblick aus die Vergangenheit Preußen 94,2, Westfalen 92,0, Pommern 90,2, Hannover und soll mir zur Aufmunterung dienen, auch in Zukunft dem 69,8, Schleswig-Holstein 31,2, Provinz Sachsen nur 29,0. Wohle der Stadt mich zu widmen und mir auch ferner Das Königreich Sachsen hat eine ähnlich niedrige Ziffer, Ihr Wohlwollen zu erhalten. (Beifall.) nämlich nur 21,9 auf 10,000 Einwohner. Es wohnen in! Wir brauchen unsre Leser nicht daran zu erinnern, Sachsen verhältnißmäßig die wenigsten Israeliten, mit Aus-i welche Verdienste Dr. Neumann sich dadurch erworben hat, nähme der kleinen Staaten Reuß ältere Linie mit 11,8, Reuß! daß er wiederholt in den Kampf gegen die Antisemiten und jüngere Linie mit 6,8, Schwarzburg-Rudolstadt mit 5,6 und! zwar mit gründlichen statistischen Untersuchungen eintrat. Sachsen-Altenburg mit 2,1 Israeliten auf 10,000. — Die j Zugleich ist er Vorsitzender der ^.Uinuee isr. univ. für Berhöchste Berhältnißzahl in Deutschland zeigt Hamburg, näm-! lin und Mitglied des Curatoriums der Lehranstalt für die lich 353,1 auf 10,000, dann kommt Großherzogthum Hessen j Wissenschaft des Judenthums. mit 285,7, Elsaß-Lothringen mit 250,7, Baden mit 173,7 (in Baden hat der Kreis Mannheim 429,3, der Kreis Vil- — Soeben läuft hier folgendes Telegramm ein: New- Aork, 5. Januar. Dr. Eduard Lasker ist heute Nacht ein 3

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