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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-01-15 · Heft 3 (15.1.1884) · p. Seite 39

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 3 (15.1.1884)
Date
1884-01-15
Page
Seite 39 (sequence 7)
Language
German
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39 II. Ps. 91.! diese richtige Lesart nur Adepten mittheilen solle (siehe Jedermann kennt die Schwierigkeit der Verbindung der 2 SOI. 3, 14 und 15 zu -\-n ithn). Anfangsworte yp^y iroz zw mit dem Futur oder Die heutigen christlichen Gelehrten bilden aus dem Zeit- Aorist der ersten Person ~dn. Die Sept. und Bulg. heben wort rr- oder mn das Fut. oder Aorist „Jahweh" n-r'l 1 2) die Schwierigkeit, indem sie nicht sondern -,cn als Parnach der Analogie von anderen vei-bis Pe, He wie rvy, unticip lesen, und eine solche Aendernng gegen die Massorah! begreiflicherweise. da doch die Bibel gegen 370 Mal rrrp-) kann man sich wohl gefallen lassen. Doch die rechte, durchaus und nicht ein einziges Mal rnnj schreibt. Also, es werde befriedigende Lösung findet man schon in wenn auch nicht! gelesen: Jijeh oder Jihweh, keineswegs aber das unrichtige ganz richtiger Auffassung des Thanchuma zu Ntr; (eä.! Jahveh. Frankfurt a. O., 204d: -lOTon -c'n rrnra rhy rrnao .... “"rpn bv nnon zww cv D'-try! rso zw pw p^rr ''iw p^y -,nca zw : n:n Literarischer Wochenbericht. Bonn, 2. Januar. Nachdem wir nunmehr auch die Danach bilden die Worte von zw bis ptfrr die Ueber-' vorletzten Lieferungen erhalten haben, liegt das ganze Herrschrift des Psalmes 90 und auch 91 und gehören nicht zum! liche Prachtwerk „Palästina in Bild und Wort, herausgegeben Inhalt des Ps. 91, der erst mit den Worten rr.rr^ be-, von Ebers uud Guthe" (Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttginnt, und die Lesart der Massorah bleibt also in ihrem gart 1883) zu unserer großen Befriedigung in 56 Lieferungen Rechte. Doch betrachte ich nicht, wie der Thanch, die Worte! vollendet vor uns. In vorzüglicher typographischer AuSypy -,ro2 zw und '~z/ b>z als Reminiscenz an , stattunz, mit einer außergewöhnlichen Fülle künstlerischer Jlluseinen 120tägigen Aufenthalt am Sinai, sondern Beides als! strationen ausgerüstet und mit einem bis ins Detail sorgoppositionellen Euphemismus 0 für den verewigten Moses, faltig beschreibenden Texte, einer von den beiden Heraus- Ich denke mir die Sache so: Beide Psalmen 90 und 91 standen auf dem Pergament neben einander, Ps. 90 rechts und Ps. 91 links, und über beide Psalmen hin erstreckte sich die beiden gemeinsame Ueberschrift, wie hier: p^rr ^.2? ^2 p^y -non zw D'r&xn tr\x rwh r&sn Ps. 91 Ps. 90 TmäDi 'z~d ‘rh “CN --2 '<:b rrn nnx pyo v;n Der Abschreiber glaubte aber irrthümlich, daß mit z'rbsr. etn die Ueberschrift beendet sei und der Inhalt des Ps. 91 mit zrioz zw beginne. Hiernach ist Reifmann S. 240 Heft 8 genannter hebräischer Zeitschrift zu ergänzen, ich darf vielgebern überarbeiteten Uebertragung aus dem Englischen, bereitet das Werk jedem Freunde des heil. Landes ebenso viele Belehrung wie anziehende Unterhaltung über den gegenwärtigen Zustand und die Beschaffenheit des Landes, über seine Bewohner, seine landschaftlichen Eigenthümlichkeiten, seine Ruinen und heiligen Stätten. Bon Jerusalem als dem geschichtlichen und faktischen Mittelpunkt geleitet uns der Text wie ein wohl unterrichteter und pflichtgetreuer Führer nach dem Norden und Süden, nach dem Westen und Osten des Landes, welches das Interesse des größten Theiles der Menschheit besitzt, zuletzt in die sinaitische Halbinsel und durch das leicht sagen: richtig zu stellen, und es bedarf der Aenderung I Land Gosen, überall durch den ganzen Zeitenlauf bis in von zwb statt zw durchaus nicht, welches ja Opposition die biblischen Alterthümer unseren Blick aus alle wichtigen zu ~wb ist. Gegenstände und merkwürdigen Oertlichkeiten lenkend. Zu- III. Jahovah oder (Jahieh) Jahveh. nächst interessirt uns die geographische und topographische Das Verbot der Aussprache des Tetragram, wie hier > Beschaffenheit des Landes unserer Väter. Denn allerdings geschrieben, und die Umwandelung desselben in Adonai bevon jüdischen Alterthümern sind nur höchst geringfügige Reste ruht bekanntlich auf der irrthümlichen Auffassung von 3. Mos. 24, 16. -*“1 zw zp:\ Unerklärlich war und bleibt es mir, warum unsere jetzigen jüdischen Gelehrten statt der falschen früher bei Christen üblichen Aussprache „Jehovah", die auch nicht ganz richtige Jahveh und nicht vielmehr die bereits aus salomonischer und herodianischer Zeit übrig geblieben. Die ungeheure Verwüstung, welche die römische Brutalität hier angerichtet, zu der sich später die Zerstörungswuth der mohamedanischen Völker und der Kreuzfahrer hinzugesellte, ließ Alles, was an die jüdische Cultur erinnerte, verschwinden. vor 700 Jahren aufgestellte, so einleuchtende richtige Lesart! Unter der byzantinischen Herrschaft überzog die christliche eines allgemein anerkannten und verehrten jüdischen Gelehr-! Kirche das Land mit ihren gottesdienstlichen Stätten und ten, nämlich Jihjeh rtw oder Jihveh -pp acceptirt haben.; mit den mönchischen Traditionen betreffs der Oertlichkeiten, Daß dies die einzig richtige Lesart ist, bemerkt ja R. Sam.1 auf welchen die biblischen Helden geweilt und die von der ben Me'i'r (freilich ganz mysteriös) mit den vorsichtigen Aeußeheil. Schrift berichteten Vorgänge geschehen seien, Traditionen, rungen — wohl aus Furcht vor Fanatikern —, daß man die bis auf wenige vor der prüfenden Kritik nicht bestehen 1) Ueber diese Worte als Euphemismus für Verstorbene berichtet Zunz „Zur Geschichte und Literatur", S. 864, bereits nach Josippon. 1) Das Jod mit Pathach und He mit P. Chatuf. 2) Jod mit Chirek und He mit einfachem 2chwa.

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