Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1884)
- Date
- 1884-01-08
- Page
- Seite 26 (sequence 10)
- Language
- German
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rf -j's ifi iU i* S;i; r - H 5». 26 jeden humanen Zweck zu würdigen, weiß und vor gewisser Abgrenzung innerhalb desselben nicht zurückschreckt — so dürfen wir auch nicht darauf rückfichtigen, und müssen unentwegt dem edlen Ziele zuftreben. Es giebt in Deutschland unter unseren Glaubensgenossen viele, welche von Beginn an die Besorgniß hegten, daß die AÜiance nach dieser Richtung hin eine nachtheilige Wirkung haben werde. Da sie aber nun doch besteht, und so Vieles Heilsame bewirkt, so müßten auch diese ihre Scheu überwinden und sich dem Werke der Alliance anschließen, um durch vermehrte Kräfte auch das erreichen zu können, was der Zweck der Alliance ist, die Errichtung von Schulen in allen östlichen Ländern, die Hülfeleistung für unglückliche und verfolgte Glaubensgenossen und das Erstreben der bürgerlichen Gleichstellung in allen Staaten. Hierzu muß auch die möglichst ausgebreitete Veröffentlichung des wirklichen Standes der Alliance angestrebt werden. Der Rechenschaftsbericht über das erste Halbjahr 1883 weist die Einnahmen von Fr. 199,581 auf. Von diesen wurden für die Schulen Fr. 101,087 und für die Ackerbauschule von Jaffa >Fr. 21,720, sowie für die russischen Flüchtlinge noch Fr. 6,172 ausgegeben, und Fr. 30,729 zu den Fonds geschlagen. Paris, im Dez. (Privatmitth.) Die Antisemiten haben J In Eassa blieben Fr. 8,960. Hieraus ersieht sich am besten sich ganz besonders der Alliance isr. univ. bemächtigt, um in! die Lügenhaftigkeit der Gegner, welche der Alliance Unsum- Staates liege, daß die Juden ihre Fähigkeiten nicht nur auf den studirten Laufbahnen, sondern auch auf dem Gebiete des Gewerbes und des Ackerbaues zur Geltung bringen. Das ist immer wieder das alte Lied! Als die Juden vorwiegend dem Handel oblagen, da hieß es, sie sollten ihre Fähigkeiten auf den studirten Laufbahnen zur Geltung bringen. Versuchen es die Juden die wissenschaftliche Carridre zu betreten, so wird ihnen der Rath ertheilt, betreibe Ackerbau und Handwerk. Erwerben sie Grundbesitz, um den heimathlichen Boden zu bebauen, so nimmt die Klage kein Ende, daß sie alle Güter an sich reißen, werden sie Handwerker, dann jammert Alles über die jüdische Concurrenz. Daß übrigens die Juden ihre Fähigkeiten nicht auf den studirten Laufbahnen zur Geltung bringen, dafür sorgt schon Herr Trefort. Der Gesetzentwurf über die Eheschließung zwischen Christen und Juden gelangt, wie die „Bud. Corr." erfährt, Mitrc k. M. im Oberhause zur nochmaligen Verhandlung. Frankreich. Deutschland, Oesterreich - Ungarn und Rußland von ihr die Vorstellung einer unsichtbaren Macht zu verbreiten und in schwachen Geistern eine Art Gespensterfurcht zu wecken. Da nun die Alliance, wie es sich gebührte, bei großen politischen Ereignissen, wie bei dem Berliner Kongreß oder den Verhandlungen in Madrid für die Gleichstellung der Juden zu wirken suchte und bei diesen Gelegenheiten an die Oeffentlichkeit trat, gab dies den Antisemiten Gelegenheit, die Alliance bei allen und jeden Vorgängen in lügnerischer und verleumderischer Weise herbeizuziehen. Man dichtete ihr Ziele an, die sie nie gehabt und haben konnte; man stellte Summen zu ihrer Verfügung, die geradezu ungeheuerlich erscheinen; man dichtete ihr Aufrufe an, die sie nie erlassen. Die Alliance kann sich zwar auf die Oeffentlichkeit berufen, die sie für ihre ganze Thätigkcit, für ihre Einnahmen und Ausgaben durch ihre monatlichen und halbjährigen Bülletins beobachtet. Allein diese cirkulircn nur innerhalb ihrer Mitglieder und men für ganz andere politische Zwecke andichten. Die übrigen paar lausend Frs. wurden für die Kosten der Verwaltung und die Druckkosten verwendet. Das Vermögen der Alliance betrug nur Fr. 230,323. Daß sich hiermit nicht, wie die Antisemiten behaupten, ganz Europa erkaufen läßt, sieht Jeder leicht ein. Aber unsere Zeit, die sich ihres kritischen Geistes so sehr rühmt, liebt noch immer, sich Ammenmärchen aufbinden zu lassen. Auch die Anzahl der Mitglieder ist nur mäßig, denn sie betrug am 31. Oktbr. 1883 nur — 28,755. Dies von 6—7 Millionen Juden! Rußland. Tuckum, 8. Dezember. (Privatmitth.) Ueber die Judencommission berichtet die jüdische Zeitschrift „Hamelitz" ganz anders als die „Nowosti", aus der wir das Programm mitgetheilt haben. Es soll die Commission sich ganz zuerst unsere Gegner hüten sich wohl, davon Kenntniß zu nehmen.! damit beschäftigen, ob die vom Grafen Jgnatjew seiner Zeit Man wird fragen, warum die liberale Presse sich der Sache getroffenen „temporären Maßregeln" für die Juden als pernicht annehme und die Wahrheit nicht ans Licht stelle? manente Gesetze zu belassen, oder ob die in ihrem Ursprünge Allein der radikale Geist, der mehr oder weniger die liberalej gelegenen Motive gegenwärtig vielleicht nicht mehr vorhanden Presse beherrscht, ist in unserer Zeit jedem konfessionellen und dieselben daher ganz aufzuheben seien? Institute, und wenn er die humansten Zwecke verfolgt, ab- — Wie man mit Juden hier zu Lande noch imnrer hold oder feindlich gesinnt, weil er in ihm eine Schädigungi verfährt und welche sonderbare Auslegungen all hoc die für des Allgemeinen und eine Stärkung des Konfessionellen sieht, dieselben bestimmten Gesetze oftmals erhalten — Jnterpreta- Erklärt uns dies das eigcnthümliche Benehmen der europäitionen, von denen sogar die Schöpfer dieser „würdigen" scheu Presse — wir nehmen die englische davon aus, welche Gesetze gewiß keine Ahnung hatten — darüber bietet uns