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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-01-08 · Heft 2 (8.1.1884) · p. Seite 25

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 2 (8.1.1884)
Date
1884-01-08
Page
Seite 25 (sequence 9)
Language
German
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25 durch welches das freisprecheude Verbiet der ersten Instanz' obligatorische Charakter abgesprochen worden, sich in drei bestätigt wird. Aus den Motiven ist hervorzuheben, daß die königliche Tafel auf Grund der Entscheidung des obersten Gerichtshofes vom Jahre 1882 das Appellationsrecht der Frau Solymofsi anerkannte. Außerdem sprach sie aus, daß der vorliegende Fall zu jenen gehöre, die von amtswegen alle Instanzen durchmachen müssen. Zur Begründung der Anklage liege das Gedächtniß Moriz Scharf's und die Auffindung des Dadaer Leichnams vor. Bezüglich der Aussage des Moriz Parteien, in die Congreßgemeinden, die orthodoxen und die Status guo - Gemeinden spalteten, so daß an manchen Orten drei Gemeinden neben einander existiren. Infolge deffen sind die Kräfte jeder einzelnen Gemeinde zersplittert, und ihre Institutionen um so schwankender, als es jedem Juden gestattet ist, aus seiner Gemeinde auszutreten, in welchem Falle er nach dem Gesetze nur noch ein Jahr, nach einer Ministerial-Berfügung drei Jahre seine Eultussteuer zu zahlen hat. Aus diesen unhaltbaren Zuständen herauszu- Scharf wird betont, daß Letzterer in keiner Weise als glaubkommen, die auch auf die Matrikenführung nachtheiligen würdig genommen werden konnte: 1) wegen des Alters des Einfluß üben, stellt das Memorandum an den Cultusminister Zeugen; 2) weil er während der Schlußverhandlung Haß das Gesuch, dahin zu wirken, daß an jedem Orte nur eine gegen seine Familie und Glaubensgenofien bekundete; 3) weil > Gemeinde mit gemeinsamer Organisation und Verwaltung er sich in kraffe Widersprüche verwickelte; 4) weil der Mord! bestehen dürfe, die jedoch nach den obwaltenden Bedürfnissen unmöglich in der Weise und in der Zeit geschehen konnte,! mehrere Bethäuser zu unterhalten habe. Zwei Richtungen die Moriz angeführt hat. Die Motive bezüglich des Dadaer Leichnams besagen, daß die vorliegenden Momente ebenso dafür sprechen, daß der gefundene Leichnam jener der Esther Solymossi sei, als auch dafür, daß er es nicht sei. Uebrigeus sei diese Frage für die Thatsache nicht ausschlaggebend, denn selbst wenn constatirt wäre, daß cs der Leichnam Esther Solymossi's sei, wäre noch lange nicht erwiesen, daß Esther auf jene Weise um das Leben gekommen sei, wie Moriz Scharf es angegeben hat. Aus allen diesen Gründen mußte die kgl. Tafel das Urtheil der ersten Instanz bezüglich des Mordes bestätigen. Bezüglich des Leichenschmuggels wurde das Urtheil der ersten Instanz aus den Motiven des Nyircgyhazaer Gerichtshofes bestätigt. treten in dem Memorandum lebhaft hervor: nach der ''Autonomie, wie sie die christlichen Religionsgesellfchaften genießen, und nach der Magyarisirung, welche die jüdischen Schulen selbst in den slavischen Theilen des Reiches anstreben. In der letzten Zeit haben die Juden für dieses ihr letzteres Streben wenig Dank von den Magyaren geerntet. Pest, 25. Dec. (Privatmitth.) Die Distrikts Repräsentanten der israelitischen Congreßgemeinden überreichten gestern dem Cultus- und Unterrichts-Minister Trefort ein ausführliches Memorandum, das der „P. Lloyd" vollinhaltlich mittheilte und das Ihnen zngeht. Auf die Ansprache, welche der Präsident, der israel. Landeskanzler Hr. Martin Schweiger, bei dieser Gelegenheit an den Minister richtete, bemerkte Die Angelegenheit gelangt nunmehr an den obersten! derselbe, er müßte die Grundsätze und Thätigkeit seiner Gerichtshof. j vierzigjährigen öffentlichen Laufbahn verleugnen, wenn er Pest, 24. Dec. Die Präsidenten der israelitischen Ge j sich nicht für die Gleichberechtigung der Konfessionen ansmeinde-Distrikte hielten gestern wegen Regelung der Organisprechen würde: allein er interpretire die Gleichberechtigung sation der jüdischen Cultusgemeinden eine Konferenz, in welcher ein an den Minister für Cultus und Unterricht zu richtendes Memorandum vereinbart wurde, welches heute von einer aus den Distrikts-Präsidenten Karl Pollak (Trencsin), so, daß den mit der confessionellen Autonomie verbundenen Rechten auch Pflichten gegenüberstehen, welche erfüllt werden müssen. In diesem Sinne will er die israelitische Gemeinde- Organisation durchgesührt wissen. Er wies insbesondere aus Albert Schmidt (Losoncz). Alexander Leopold (Szegßard),! den ungeordneten Zustand der Matrikel bei den Orthodoxen Di-. Josef Ligeti (Stnhlweißenburg), Leo Holländer (Eperies), z hin und erklärte, er werde mit allen Mitteln verhindern. Di-. Isidor Rosa v. Varhely (Szegedin), Löbl Aronsohn! daß sich gewisse Leute dem Militärdienste entziehen, gleichwie (.Kronstadt) und Samuel Horovitz (Klausenburg) bestehende! er die Winkelschulen nicht dulden werde, in tvelchen nur für Deputation, die vom Präsidenten der israelitischen Landes-! die Verbreitung der Finstcrniß gearbeitet wird. Dies erkanzlei Martin Schweiger geführt wurde, dem Cultusminister i heischt nicht nur das Interesse des Staates, sondern gerade überreicht wurde. Herr v. Trefort versicherte der Deputa-! die Reputation jener Confession, welche die Deputation vertion, daß er ihre Bestrebungen nach Regelung der jüdischen tritt und deren Unterstützung er im Interesse der ansgesteck- Gemeinde - Verhältnisse aufs wirksamste unterstützen werde, ten Ziele mit Recht erwarten darf. Endlich gab der Minister Das sehr weitläufige Memorandum schildert die verworrenen auch der Ansicht Ausdruck, daß das Streben nach den Stellen Zustände in den jüdischen Gemeinden Ungarns, die, nachdem! des Mittelstandes unter den Juden allzu sehr überhand der vom jüdischen Congreß vereinbarten Organisation der j nehme. Er schätze die geistigen Eigenschaften der Juden hoch. Gemeinden durch den Beschluß des Abgeordnetenhauses der doch ist er der Meinung, daß es eben im Interesse des

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