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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-12-25 · Heft 52 (25.12.1883) · p. Seite 843

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 52 (25.12.1883)
Date
1883-12-25
Page
Seite 843 (sequence 7)
Language
German
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84S faltiges Nachspiel gefaßt war. Man tonnte besonders erwarten, daß aus irgend deutschen juristischen Federn eine tenntniß des Gerichtshofs entgegen. Schließlich spricht er die Erwartung aus, daß die Vary, Recski und ihre Genossen Kritik und Beurtheilung des ganzen Prozeßes, der hierzu auf der Anklagebank Platz nehmen werden — eine Erwarein so reiches Material bot, erfolgen werde. Aber es ist tung, die sich bis jetzt nicht erfüllt hat. Die weitere Berdies nicht geschehen und in dem schnell beweglichen Leben breitung dieser zugleich in ansprechendster Form abgefaßten unserer Zeit ist auch diese Sache rasch vom Horizonte ver- Schrift wäre sehr zu wünschen. — Wir haben jüngst in schwunden. Nachdem die antisemitischen Blätter die Sache Nr. 46 (irrthümlich als Nr. 45 bezeichnet) über die gegenmit einigen, ihnen schwer genug gewordenen Phrasen abgewärtige Beschaffenheit der Höhle Machpelah berichtet. Ein than und so schnell wie möglich der Bergeffenheit anheimgegeben hatten, geschah von der Gegenseite nichts, was eben kein günstiges Zeugniß für die allgemeine Gesinnung giebt. Um so vortheilhafter sticht eine eben erschienene Schrift hervor: „L’Affaire de Tisza Eszlar, episode de l’histoire de rantisemitisme au. XIX. sifecle'% par Rod. Reuss; chez Treuttel & Wurtz, Strassbourg. Die Schrift liegt uns bis Bericht des Grafen Riant an die Academie des inscriptions beschreibt die Entdeckung, die derselbe betreffs der Gräber der Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob, in Hebron gemacht haben will. Wir hoffen bald in Besitz dieses Berichts zu kommen. — Predigten: Der Gottesruf am Neujahrsfeste von vr. D. Leimdörfer (Hamburg. Glogau Sohn, 1883). Wir erkennen gern an, daß diese Predigt eine der jetzt nicht vor und wir geben den Inhalt nach einer ausberedtesten ist, die uns seit längerer Zeit vorgekommen und führlichen Besprechung im „Univers isra61iteK wieder. Sie j der wir eine recht weite Verbreitung wünschen. Nach einer ist in echt religiösem und humanem Geiste, deshalb unparteiisch abgefaßt. Zuerst frägt der Verfasser nach den Ursachen des Haffes, der in Rußland und Ungarn gegen die Juden sich manifestirt hat. Er findet sie in dem erbärmlichen ökonomischen Zustande der Bolksmassen in diesen Gegenden und es sei historisch genugsam erwiesen, daß „die ökonomischen Kämpfe sich überall durch die religiösen Gehässigkeiten des Mittelalters verdoppeln". Er erzählt dann die Geschichte der Esther Solimossy und die von den Antisemiten aufgebrachten Gerüchte. Er tadelt die Schwäche des ungarischen Ministeriums, welches genugsam das subalterne Personal und die gerichtlichen Sitten des Landes hätte kennen müssen, um vorauszusehen, was geschehen würde. Er erörtert psychologisch die Art, wie man den Moritz Scharf bearbeitet und präparirt hat, die Torturen, denen man die armen Flößer ebenso geistals gemüthvollen Homilie über 1. Mos. 22, 1, namentlich über die Stimme Gottes, die wir hören, und einer hinreißenden Deutung dessen, was es heiße, „Jude sein", spricht der Redner über die Zukunft Israels, über die Religionslosigkeit, in welcher die jüdische Jugend erzogen werde, und fordert die Hamburger Tempelgemeinde, die zuerst einen geregelten Gottesdienst geschaffen, hierbei aber bis heute stehen geblieben, auf. diesen durch die weiteren unentbehrlichen Institute zu ergänzen, eine Religionsschule zu errichten, ferner eine Vereinigung für religiöse, für jüdische Wiffenschaft und einen Alltagsgottesdienst. Auch dies sei ein Gottesruf, und der Redner wünscht, daß seine Zuhörer wie Abraham rufen mögen: „Hier bin ich!" — Bon demselben Verfasser erschienen früher: Zwei Reden: Die Religion der Liebe und das Priesterthum Israels, gehalten im neuen israelitischen unterworfen und spricht seine Bewunderung für den trotz Tempel zu Hamburg. (Hamburg, Goldstein, 1883.) Schwungaller Qualen der Wahrheit treu gebliebenen Amschel Vogel reiche Reden über 3. Mos. 25, 35 und Maleachi 2, 5. — aus. Die unparteiische Haltung des Staatsanwalts Szeyfert! Zwei Reden: I. Ein Wort an die getrennten Gemeinden findet seinen Beifall; seinen ganzen Unwillen aber schüttet! Ungarns. II. Zu Sir Moses Montefiore's hundertstem Geer über das Auditorium aus. Er sagt: „Man sah darunter! burtstag. Gehalten von Rabbiner vr. Julius David am junge und reizende Frauen, in den frischesten Wiener und■ ersten Tage des Suckotfestes und am Schemini Azeret 5644. Pariser Toiletten gekleidet, wie sie nach jedem der Vertheii (Preßburg, Selbstverlag, 1883.) In einer sinnigen Ausdigung günstigen Zeugniß Zornrufe ausstießen und einen wahren Blutdurst zeigten. Pathologischen Fällen dieser Art gegenüber verlieren die üblichen Regeln des Anslands ihre Berechtigung; auch gestehen wir offen, daß wir zwischen diesen liebenswürdigen Megären, welche Titel sie auch führen mögen, und den Tricoteusen von Robespierre, die sich in den Tribünen des Nattonalconvents etablirt hatten, keinen moralegung des Midrasch über die Bereinigung der vier Pflanzen am Laubhüttenfeste ermahnt der Redner seine ungarischen Glaubensgenossen zur Eintracht und Einigung. Bekanntlich sind die jüdischen Gemeinden in Ungarn in drei Arten gespalten, von denen an manchen Orten für jede Art — nämlich Congreß-Gemeinden, orthodoxe Gemeinden und Status-quo- Gemeinden — eine besondere Gemeinde besteht. Wir hätten lischen Unterschied finden." Hiernach untersucht er sorgfältig gewünscht, daß der Redner seine Mahnung zur Bereinigung die Gerichtsverhandlung selbst, die Zeugnisse gegen die anj direkter und entschiedener an diese Gemeinden gerichtet und geklagten Juden in ihrer Unhaltbarkeit und die tapfere Der-: den Weg hierzu bezeichnet hätte. Mit Anschluß hieran theidigung derselben. Mit Befriedigung nimmt er das Errühmt er in der zweiten Rede die Tugenden Montefiore's. —

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