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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-12-25 · Heft 52 (25.12.1883) · p. Seite 840

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 52 (25.12.1883)
Date
1883-12-25
Page
Seite 840 (sequence 4)
Language
German
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840 Trompeten. und die Leviten, die Söhne Assaph's mit Zymbeln, zu loben den Ewigen nach der Weise David's, Königs von Israel, und sie stimmten an Lob - und Danklicder dem Ewigen, daß er ist gütig, denn ewig währet seine Gnade über Israel" (3, IO.). In gleicher Weise zeichnet uns Nehemia die Weihe der Mauern Jerusalems. Er nennt uns (12, 24.) die Häupter der Leviten, die bestimmt waren „zu loben und zu danken nach dem Gebote David's, des Gottesmannes, Wacht um Wacht." Zu dieser Einweihung, „ einem Freudenfest, auch mit Dankgesängen und mit Liedern, Zymbeln, Harfen und mit Zithern", „versammelten sich die Söhne der Sänger aus allen Kreisen" und es stellten sich „zwei große Gesangchöre im Hause Gottes auf und spieleten und man opferte große Opfer." — Der Chronist nun beschreibt die Einrichtungen, die David einsetzte auch hinsichtlich der Sänger. Zuerst (1. Chron. 6), nachdem er diese Leviten namentlich aufgeführt, sagt er: „Diese find es, welche David behufs des Gesanges im Hause des Ewigen bestellte, seitdem die Lade ruhte und sie dienten vor der Wohnung, dem Zelte der Zusammenkunft mit Gesang, bis Salomo das Haus des Ewigen in Jerusalem baute und sie standen nach ihrer Vorschrift in ihrem Dienst." Dann beschreibt er, wie David die Leviten in vier Abtheilungen gebracht, die eine (24,000) zum Dienste im Hause Gottes bei den Opfern, die zweite (6000) zu Vorstehern und Richtern im ganzen Lande, die dritte (4600) zum Wachtdienste und die vierte (4000) zur Musik. Jede dieser war wiederum in 24 Kohorten getheilt, von denen je eine den Dienst im Tempel eine Woche lang versah. Der Chronist zählt nun die Häupter der 24 Kohorten auf, jeder dieser Häupter hatte aus seinen Söhnen und Brüdern noch 11 bei sich, so daß jede der Kohorten 12 Hauptmusiker hatte, denen dann noch 154 unter ihrer Leitung Beistand leisteten (Kap. 23—26). Wir finden dann später (2. Chron. 23, 18.), wie der Hohepriester Jojada nach der Beseitigung der Atalja die Priester und Leviten wieder einsetzte, „welche David über das Haus des Ewigen abgetheilt hatte, die Ganzopfer des Ewigen darzubringen, wie es in der Lehre Moses geschrieben steht, mit Freude und mit Gesang nach David's Art." Gleiches erzählt er aus der Regierung des Hiskias (20, 25.): „Und er bestellte die Leviten im Hause des Ewigen mit Zymbeln, Zithern und Harfen, nach dem Gebote David's", welches die Propheten bestätigt hatten. „Da standen die Leviten mit den Saitenspielen David's und die Priester mit den Trompeten." Man brachte die Ganzopfer dar, „und als das Ganzopfer begann, begann der Gesang des Ewigen und die Trompeten neben den Saitenspielen David's", „und der Gesang ertönte und die Trompeten trompeteten, alles bis das Ganzopfer beendet war." — Alle diese Angaben wurden nun von der talmudischen Tradition aufrecht erhalten und es werden uns z. B. Thamid M. 7, 4. die Gesänge aufgezählt, welche die Leviten täglich im Tempel sangen, nämlich : am. 1. Tage der Woche Ps. 24. am 2. Ps. 48, am 3. Ps. 82, am 4. Ps. 94, am 5. Ps. 81, am 6. Ps. 93 und am Sabbath Ps. 92. — Mag nun die Kritik diese Angaben zu prüfen haben, so viel geht unzweifelhaft hervor, daß diese Einrichtung des religiösen Liedes mit Gesang und Instrumentalbegleitung neben dem Opfercultus während des zweiten Tempels bestand und nach dem Vorbild aus der vorexilischen Zeit getroffen worden, und zwar um so mehr, als sich diese Dichtungs- und Gesangsweise in gewiffen Familien, z. B. der Korachiden und Asiaphidcn, forterbte, was nicht blos auf die Begabung und Lehrweise, die sich in diesen Familien fortpflanzte, sondern auch darauf schließen läßt, daß eben diese Familien eine feste Bestallung für Gesang und Musik im Tempel hatten. Wir wißen also nun, daß ein Gebetcultus bei den alten Israeliten mit dem Opfercultus seit Jahrhunderten vor der ersten Zerstörung Jerusalems bestand und eine künstlerisch hohe Entwickelung erfuhr. Wir haben uns dies so zurechtzulegen: der ursprüngliche Opfercultus, wie er sich im mosaischen Heiligthume darstellt, war ohne Gebetcultus und hatte zur Begleitung der Opfer nur die Trompeten der Priester und das Scbofar. Es liegt hierin ein nachhaltiger Beweis für die Ursprünglichkeit des in der Thora beschriebenen Opferdienstes, der im unmittelbaren Berständniß seiner symbolischen Bedeutung seine Wirkung auf die damaligen Geschlechter hatte. Das Gebet war dem Individuum überlaßen nach seiner Stimmung und Situation und war es natürlich, daß sich dies besonders beim Besuche des Heiligthums bethätigte und zur Gewohnheit ward. Mit der fortschreitenden Entwickelung des nationalen Geisteslebens entfaltete sich aber der poetische Geist des Volkes und fand seinen Ausdruck im religiösen Liede, das mit Gesang und Instrumentalbegleitung verbunden war. Später entfaltete sich zugleich die Berstandesbildung, die sich die Erfahrungen des Lebens zum Bewußtsein brachte und hierfür besonders die Spruchrede erfand. Je mehr sich aber Gefühl und Bewußtsein im Worte ausgestaltete, desto mehr verlor sich das Berständniß der symbolischen Bedeutung des Opfercultus.') j 1) Wir erhielten von einem unsrer Leser die Anfrage, wie es I sich eigentlich mit der Symbolik des mosaischen Heiligthums, und! namentlich daß sich das Berständniß derselben schon in der vorexilischen Zeit verloren habe, verhalte? Wir können dieie Frage hier nicht ausführlich beantworren und verweisen außer auf unsren Bibelcommentar auf den Jahrgang 1875 dieser Zeitung, wo von S. 167 an über diese Symbolik ausführlich gehandelt worden. Wir wollen ledoch ein recht eklarantes Beispiel ansühren. Die Vorschrift 4 Mos. 15, 37 ist Jedermann bekannt. Es wird den Söhnen Israels befohlen, daß sie sich an den vier Zipfeln ihres Oberkleides Quasten (rr^S Schaufäden, in der kurzen Wiederholung des Gesetzes 5 Mos. 22, 12 werden sie 3-9-,: Schnüre genannt) machen und an dieselben „eine Schnur von tiefblauer Wolle (->13?tid) setzen". „Dies soll

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