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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-12-18 · Heft 51 (18.12.1883) · p. Seite 827

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 51 (18.12.1883)
Date
1883-12-18
Page
Seite 827 (sequence 9)
Language
German
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827^ hat, wurde von der gegnerischen Partei bei dem Oberpräsi-> geordnetenhaus zn gehen. Daselbst hat er in der Sitzung denten der Provinz Brandenburg Einspruch erhoben. Dervom 4. December bei der Berathung über den Domänenetat selbe ist vom Oberpräsidenten zurückgewiesen worden und das die Gelegenheit vom Zaune gerissen, auf die Juden loszudesfallsige Schreiben beim Magistrate angelangt. stürmen. Aus zwei Gutachten in der Zeitschrift „des Ver- — In der „Franks. Ztg." lesen wir: „Nachdem wir eins für die Socialpolitik", Gutachten, denen spätere Redner jede vor einer Woche einen Brief des Lord Shaftesbury an einen Autorität absprachen, zieht er die Behauptung, daß der Noth- Herrn in Frankfurt a. M. veröffentlicht hatten, in welchem stand der bäuerlichen Besitzer „hauptsächlich von der Aus der Lord das Auftreten des Herrn Hofpredigers Stöcker in Wucherung, meistens durch jüdische Geschäftsleute herrühre." London verurtheilte, suchten die Berliner Organe des Letzteren „Gerade die Verleihung von Darlehen durch eine gewisse Lord Shaftesbury dadurch zu verdächtigen, daß sie ein Dank- Klaffe jüdischer Händler ist von verderblichen Wirkungen beschreiben des Luthercomitss an Herrn Stöcker veröffentlichten gleitet (hört, hört! links). In weiten Kreisen unseres Vater und darauf aufmerksam machten, daß an der Spitze des landes ist das Judenthum ein Finanzinstitut von großer Blattes Lord Shaftesbury als Präsident des Comitös ver- Gemeinschädlichkeit; dem gegenüber habe ich allerdings den zeichnet sei. Das ist richtig, aber wir sind nun in der Lage, Muth, in ein Wespennest zu stechen, ich mache mir nichts diesen scheinbaren Widerspruch aufzuklären. Einer der Ehrendaraus, wenn abermals ein großer Theil der Presse über secretaire des LuthercomitSs, Herr W. Edwyn Shipton, hat mich herfällt; ich sage einfach, wie wir von Schäden des nämlich an den Londoner Obcrrabbiner Dr. Adler ein Schrei- Deutschthnms, des Polenthums, des Ruffenthums sprechen, so ben gerichtet, in welchem cs wörtlich heißt: „Ich ergreife die erste Gelegenheit, um Ihnen zu sagen, daß, als unsere Freunde in Deutschland gebeten wurden, uns einen Delegirten zu senden, welcher ihre Ansichten über Luther vertreten würde, wir deren Wahl nicht voraussehen konnten, auch wäre es unsererseits nicht paffend gewesen, irgend einen Wunsch in Betreff der Person, welche dieselben ernennen möchten, auszusprechen. Allein die Mitglieder dieses Comit^s theilen die wohlbekannten Ansichten ihres Präsidenten, des Earl of Shaftesbury in ehrerbietiger Rücksicht auf das Haus Israel und Sie mögen versichert sein, daß Pastor Stöcker hiervon unterrichtet werden wird, obgleich ich nicht annehmen kann, daß er während seiner Anwesenheit in London irgend einen Gegenstand berühren dürfte, welcher nicht direkt auf die Angelegenheit, deren wegen er hierher kommt, Bezug hat." Kurz: Herr Stöcker ist vom Lnthercomito nicht eingeladen worden, allein nachdem die „Freunde in Deutschland" ihn einmal hinüber geschickt hatten, mußten die Engländer gute Miene zum bösen Spiel machen." — Wenn cs übrigens vor Kurzem, selbst in parlamentarischen Kreisen hieß, daß Stöcker von oben her vor die Wahl gestellt sei, entweder sein Amt niederzulegen oder sein agitatorisches Treiben: so verspürt man davon noch nichts, da Stöcker nach seinem englischen Fiasko sich nur um so rühriger in Versammlungen hören läßt. Man glaubt so leicht, was man für Recht hält! Berlin, 7. December. (Privatmitth.) Den Profcffor der Nationalökonomie oder, wie er selbst sagt, der Socialpolitik an der Berliner Universität Th-. Adolf Wagner lassen die Lorbeeren seines „Freundes und Meisters", des Herrn Stöcker, nicht ruhen, und er nimmt deshalb seit seinem letzten Auftreten in der Bockbrauerei jede Gelegenheit wahr, um ein bischen Judenhetze zu treiben. Es war für ihn ein leichter Schritt, aus der Bockbrauerei in das preußische Abmuß es doch wirklich auch erlaubt sein, heutzutage in der deutschen Nation, in einem deutschen Parlamente die schweren Schäden des Judenthums hervorzuheben, unter denen weite Kreise unseres Volkes leiden. (Sehr richtig! und Beifall rechts.') Demgemäß wünschte ich, daß auch gerade auf diesen Punkt der Herr Minister seine Aufmerksamkeit lenken und eventuell die Güte haben möchte, mitzutheilen, ob auch die landwirthschaftliche Verwaltung dieser Frage des Wuchers und namentlich des jüdischen Wuchers bereits näher getreten und eventuell in dieser Beziehung einzuschreiten gesonnen ist, ob speciell die im Reichstage angeregte Frage einer eventuellen Beschränkung der Wechselfähigkeit der Bauern weiter erörtert worden ist?" (Lebhafter Beifall rechts.) — Die Antwort fehlte nicht. Dirichlet: „M. H., obwohl ich von jener (der rechten) Seite manches wenig Erfreuliche erwarte, konnte ich doch nicht annehmen, daß von einem Manne, welcher bei der Wahlagitation noch hervorgehoben hatte, daß er gewisse antisemitische Hetzereien nicht mitmachcn könne, da er in seiner hervorragenden Stellung als Docent der Berliner Universität für so etwas zu vornehm sei (hört, hört! links), daß also von einem derartigen Manne eine derartige Rede bei dieser Gelegenheit gehalten werden würde. (Sehr richtig! links.) M. H., hat cs denn irgend etwas mit der uns jetzt beschäftigenden Frage zu thun, welcher Confession die Gläubiger des Bauernstandes angehören? (Rufe rechts: sehr viel!) Es giebt Gegenden, wo man z. B. in dieser Beziehung vielleicht noch stärkere Antipathieen gegen die Katholiken hat. Ich glaube, meine ganze persönliche Stellung beweist, daß ich weit entfernt bin, irgend welche Sympathieen mit derartigen religiösen Gegnerschaften zu haben. (Rufe rechts: sind keine religiösen Gegnerschaften!) Es wäre ganz genau ebenso verfehlt, in einzelnen protestantischen Bezirken meiner Heimathprovinz in dieser Weise über die Katholiken zu sprechen öl

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