Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 49 (4.12.1883)
- Date
- 1883-12-04
- Page
- Seite 795 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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795_ zustellen. Das (Kuratorium wendet sich deshalb (siehe den! Die Auslieferung des Reichstags-Abgeordneten und T.- Jnseratentheil) abermals an den Gemeinsinn unserer Glauj Eßlarer Einwohners G. Onody, gegen den wegen Gewaltbensgenosien. Wie schön wäre es, wenn an dem im nächsten! thätigkeit und gefährlicher Bedrohung des Ober-Staatsan- Jahre eintretenden 100jährigen Geburtstage des verew. Prowalts-Substituten Szeyffert die strafgerichtliche Untersuchung fessor Haindorf die Grundsteinlegung stattfinden könnte! Wir eingeleitet ist, wurde vom k. Gerichtshöfe in Nyiregyhaza machen noch besonders darauf aufmerksam, daß im Seminar! verlangt. Das Abgeordnetenhaus wird die Immunität ohne gegen einmalige Zahlung von 300 Mark die „Jahrzeit" § Weiteres aufheben. Ebenso betreffs des der Defraudation eines Verstorbenen für alle Zeiten abzehalten wird. Hier) von Wohlthätigkeitsgeldern angeklagten Verhovay. noch über die segensreiche Wirksamkeit des Seminars voni Aus dem Zempliner Komitate sind wieder 63 Frauen deffen Gründung an zu sprechen, halten wir für überflüssig, jüdischer Confession sammt ihren Kindern nach Amerika ans- Gewiß, der oft bewährte Wohlthätigkeitssinn unserer Glau-' gewandert. bensgenossen wird auch hier Aushülfe gewähren, nachdem! — Die äußerste Linke im Abgeordnetenhause will dem schon ein so guter Anfang gemacht worden! Ehegesetze beistimmen; sie will zugleich diesen Anlaß be- Straßburg, 23. November. Der Landeshaushaltsetat j nutzen, um durch ein zustimmendes Votum das Tischtuch für Elsaß'Lothringen für 1884,85 vermehrt auch die Ge-! zwischen sich und den Antisemiten zu zerschneiden. Sie behälter der israelitischen Religionsdiener wiederum um 4720 gehrt auch ein anderes Arrangement der Plätze, damit nicht Mark. Das Berhältniß in Vergleich zu Frankreich ändert antisemitische Zwischenrufe im stenographischen Berichte immer sich gar sehr. Denn die französische Deputirtenkammer hat! auf Rechnung der äußersten Linken gebucht werden, soeben beschlossen, den Gemeinden freizulaffen, ob sie wie! Pest, 18. November. (Privatmitth.) Bei der heute bisher den Geistlichen der drei Kulte eine Wohnungsentschä-! stattgefundenen Neuwahl des Vorstandes der hiesigen israedigung gewähren wollen oder nicht und die große Mehrzahl litischen Gemeinde wurde der Reichstags-Abgeordnete Moritz der Gemeinden wird diese Erlaubniß benutzen, wodurch die Wahrmann zum Präses der Gemeinde gewählt und hat Existenz vieler schlecht besoldeten Geistlichen gefährdet wird.! derselbe die Wahl auch angenommen. München, 23. November. Bor Kurzem gelangte an! — Aus Szegedin wird geschrieben: Der hiesige Kaufden hiesigen Magistrat das Gesuck um 600,000 Mark zu! mann David Kiß machte eine Stiftung vvn 30 000 fl., drei neuen katholischen Kirchen. Alsbald folgten die Pro-! aus deren Zinsen mittellose Schüler der hiesigen Volksschule tcstanten mit der Forderung von 200,000 Mark für eine j ohne Unterschied der Religion alljährlich vollständige Kleiprotestantische Kirche. Tie Juden forderten nichts. Dafür düng, Bücher, Schulrequisiten und Stipendien erhalten sollen, hat nun der Magistrat soeben eine Gesammtsnmme von 630,000 Mark ausgeworfen für drei katholische, eine protestantische Kirche und eine Synagoge. Pest, Oesterreich-Ungarn. 18. November. (Privatmitth.) Pest, 20. Novbr. Wie bereits berichtet worden, wird sich das Abgeordnetenhaus alsbald mit der Frage zu beschäftigen haben, ob der Gesetzentwurf über die Ehe zwischen i Juden und Christen auf die Tagesordnung zu setzen sei oder I nicht. Nach der Berathung im Club der Regierungspartei Die Personen,! wird die Vertagung nicht geschehen, denn der Ministerpräsiwelche in der Tißa-Eßlarer Affaire eine so schmähliche Rolle! dent Koloman Tisza empfahl sie mit warmen Worten. Die spielten, bleiben doch wenigstens nicht ganz ungestraft. Der Sicherheits-Commiffär Vay wurde wegen Misbrauchs der Amtsgewalt, wegen Veruntreuung und grausamer Behandlung der Häftlinge in Anklagezustand versetzt. Dank der geleisteten Dienste nahm der k. Gerichtshof in Nyiregyhaza außerordentlich mildernde Umstände in Betracht und verurtheilte den Herrn Commissär statt zu Kerkerstrafe zu einer Geldstrafe von 200 Gulden. Der k. Staatsanwalt von Nyiregyhaza Lazar gab sich mit diesem Urtheile zufrieden und soll, wie verlautet, von der Ober-Staatsanwaltschaft darüber zur Verantwortung gezogen werden. Auf Herrn Vay hat übrigens die Berurtheilung nicht den geringsten Eindruck gemacht; er hat erst vor einigen Tagen den als Bertheidiger in dem Tißa Eßlarer Prozesse bekannten vr. Hcumann auf offener Straße so schwer beleidigt, daß dieser ihn zum Duell gefordert. Vorlage, führte er ans, sei ein Gebot der Zeit. Die Israeliten, die rechtlich den übrigen Bürgern gleichgestellt sind, müssen ihnen auch social gleichgestellt werden. Doppelt geboten sei die Vorlage jetzt, wo die antisemitische Agitation das Volk glauben machen will, .daß die Regierung und die Majorität einem solchen Gesetze feindlich gesinnt seien. Die Vorlage werde nun das Gegentheil beweisen. Er begreift die delikate Stellung der Geistlichen, alle übrigen Mitglieder der Partei müsse er jedoch bitten, die Vorlage anzunehmen. Die Regierung könne keinem Bertagungsantrage zustimmen. Der Club nahm danach die Vorlage im Allgemeinen an. Schweden. R. Stockholm im Novbr. (Privatmitth.) In unserer Gemeinde und deren Institutionen sind seit dem Amtsantritte 49