Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 46 (13.11.1883)
- Date
- 1883-11-13
- Page
- Seite 751 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3227447-3227494--41265-3309728- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Hebron 1× ep/1047559
OCR text
751 keiner Weise verletzt werden, und ihre Verteidigung zu übersicher der Gemeinde, deren College dieser war, fämmtliche nehmen, wenn sie bedroht sind. Er hat auch verordnet, den hiesige Rabbiner, die Schüler der Handwerkerschule rc. Noch israelitischen Gottesacker der Hauptstadt mit einer Mauer zu, einleitendem Gesang des Synagogenchors hielt Prediger Dr. umgeben, und eine Wachmannschaft ist eigens zum Schutze; Frankl die Gedachtnißrede. Nach derselben setzte sich unter des Judenviertels während der Nacht beordert worden. abermaligem Gesänge der Zug nach dem Grabe in Bewe- Wir können diesen Anordnungen und dieser Gesinnung gung, in das dann der Sarg unter den üblichen Ceremonien nur eine längere Dauer wünschen, als die früher erlassenen gesenkt wurde. — Aus Saargemünd theilt man den eigenwohlwollenden Fermans hatten. thümlichen Vorfall mit, daß der Kantor Levy, ein sehr ge- -achteter Mann, am Schlüsse des Bersöhnungstages, nachdem Bonn, 4. November. (Notizen.) Aus Klausenburg er eben das Neila-Gebet beendet und die Schemoth mit wird geschrieben: Am 25. Oktober fand hier eine interessante großem Nachdrucke ausgerufen hatte, und den Schlußton in Trauung statt. Der Bräutigam, Peretz Stein, ist 75 Jahre das Schofer stoßen wollte, vom Schlage getroffen, todt alt, während die glückliche Braut, Fanny Eisenbergcr, 78 niederfiel. — Aus Thurocz-Szt-Marton (Ungarn) schreibt Jahre zählt. — Man schreibt aus Berlin vom 29. Oktbr.: man uns: Am 1. Tage Rosch-Haschana wurde in der hiesigen. Gestern Vormittag wurde der am Donnerstag, den 25. d. M., ca. 120 Familien zählenden Gemeinde der neue Tempel verstorbene frühere vereidete Makler und Dircctor der hiedurch unseren Rabbiner, Herrn W. Ochs, eingeweiht. — sigen kaufmännischen Ressource, Herr S. I. Semon, auf Aus Uermeny (Ungarn) wird geschrieben: Am 25. Oktober dem Begräbnißplatz der jüdischen Gemeinde in Weißensce Nachts wurde der hiesige israelitische Tempel ausgeraubt, zur letzten Ruhe bestattet. Auf dem Friedhöfe hatte sich eine Der Schaden beläuft sich auf 3000 Gulden. — In Bienne zahlreiche Trauerversammlung eingefunden; man bemerkte (Schweiz) ist eine Synagoge durch Rabbiner Wertheimer aus darunter die Familienangehörigen des Verstorbenen, die Bor- Genf feierlich eingeweiht worden. Ieuilteton. Der gegenwärtige Zustand der Höhle Machpelah. Dieser ehrwürdige Platz, den Abraham käuflich erworben, um seine entschlafene Gattin Sarah daselbst zu bestatten, wo' seine irdischen Reste, sowie die Isaaks und Rebekkas, Jakobs > und Leas ihre letzte Ruhestätte fanden, wird für alle Zeiten ein hohes Interesse besitzen. Es kommt hinzu, daß auch das Christenthum wie der Islam diese Toppelhöhle als einen geheiligten Ort verehren, so daß die Kreuzfahrer in gleichem Maße wie die Seldschucken und Türken sie mit hoher Verehrung und mehrfachen Bauten umgaben. Seitdem nun die Bekenner des Islam die Herrschaft über Palästina gewonnen, war der heilige Ort für alle Nichtmohamedaner unzugänglich bis der Prinz von Wales und der deutsche Kronprinz! vor einigen Jahren die Erlaubniß zum Eintritt erhielten.' Da erst erhielten wir einige sichere Kunde von der Bej schaffenhcit des geheiligten Ortes. Eine gute Schilderung > finden wir nun in der 44. Lieferung des von Ebers und > Guthe herausgegebenen Prachtmerkes „Palästina", und wir! geben sie deshalb hier wieder:! Der Haram von Hebron erhebt bekanntlich deshalb so hohe Ansprüche auf Heiligkeit, weil der Ueberlieferung zufolge sich in seinem Bezirk die Gräber Abrahams und der Sarah, Isaaks und der Rebekka, Jakobs und der Lea, ja auch Josephs befinden sollen. Dort also sollen wir die zwiefache Höhle (Machpelah) suchen, die Abraham zum Erbbegräbniß zunächst für sein Weib Sarah von Ephron dem Hethiter kaufte (Mos. I, 23.) Wenn wir die Höhe oberhalb des moslimischen Friedhofes an der Westseite des Wadi cl-Chalil ein wenig Hinansteigen, so sehen wir eine stattliche Mauer am hohen Ostrande des Hareo el-Haram über die Häuser emporragcn,. das ist die Umfassungsmauer des heiligen Platzes. Sie umschließt bei einer Höhe von 17,70 Meter einen oblongen Raum von 60 zu 34 Metern. Die Quadern, aus denen sie besteht, sind zum Theil von bedeutender Größe; eine von ihnen ist nicht weniger als! 11,60 Meter lang und etwas über 1 Meter hoch. Dabei sind sie sehr sorgfältig behauen und an den Fugen mit einem! flachen und sauber ausgeführten Randschlage versehen. Tic Steine sind so genau zusammcngepaßt und schließen sich so eng aneinander, daß die sonst in Palästina so üppig gedeihende Mauervegetatio» hier kaum Eingang zu finden vermocht hat. Tie beiden Langseiten dieser Mauer sind durch sechzehn, die Schmalseiten durch je acht viereckige Wandpfeiler geziert. Ans die alte, im Durchschnitt etwa 12 Meter hohe Mauer haben die Muslimen eine neuere gesetzt und an jede! der vier Ecken ein Minarct angebaut. Zwei derselben sind! verschwunden, doch die an der nordwestlichen und füdwest-! lichen Ecke ragen noch heute gen Himmel. Im Süden, j Osten und Norden hat man in neuerer Zeit eine zweite! Ringmauer um die alte, prächtige Einfassung des eigentlichen Heiligthums aufgeführt. Den Raum zwischen beiden nimmt j im Norden und Süden eine 3 Meter breite Freitreppe ein.