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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-11-13 · Heft 46 (13.11.1883) · p. Seite 748

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 46 (13.11.1883)
Date
1883-11-13
Page
Seite 748 (sequence 10)
Language
German
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748 Ein Ingenieur Becker erzählt von Juden, die vor we-! Herrn Vorredners zum Frieden anknüpfend, versicherte auch nigen Jahren mit dem Lumpensack nach Thorn ge-! er die israel. Kultusgemeinde der fortwährenden Sympathie kommen und jetzt reich seien. Das darf nicht weiter gehen,; der Stadt und ihrer Vertreter und schloß mit dem gewiß die jüdischen Beamten müssen verringert werden, sonst wird beherzigenswerthen Satze: „An diesem Steine mögen die die „fremde Nation" zu übermüthig. Herr Landrath von Feinde zerschellen, und den Freunden sei er eine Stütze!" Stumpffeldt hält diesen Ausfall zu weitgehend, erkennt aber Nach einem von Herrn Rechtsanwalt David Fränkel auf an, daß die Ziele des Judenthums bekämpft werden Se. Majestät den Pfalzgrafen und König Ludwig II. ausmüssen, wie es die „Thorner Presse" richtig thut Es! gebrachten Hoch, in das sämmtliche Anwesenden mit Be giebt zwar auch ehrenwerthe Juden, sie wollen aberI geisterung einstimmten, schloß diese herrliche Feier, erwerben mit Unrechten Mitteln und vom Staat j Stuttgart, 29. Oktober. Heute tagte hier der israel. und dessen Familie nichts wissen. Dies ist wohl ge* j SeljrertmttiDeit und -Waisenverein Württembergs zur Ablegung nug von den Niaiserien dieses Vereins!! seines dreijährigen Rechenschafts-- und Cassen-Bcrichts, ver- Kaiserslautcrn, 29. October. (Privatmitth.) Wir waren } Kunden mit der alljährlichen freiwilligen Konferenz der inheute Zeugen einer Feier, die das freundschaftlichste und einländischen isr. Lehrer und Vorsänger. Der Cassenbericht hat trächtigste Berhältniß der verschiedenen Confessionen zu j allgemein befriedigt und gestaltete dem Ausschuß nicht nur. einander bekundet. Es galt nämlich der Grundsteinlegung! die bisherigen Unterstützungen an Wittwen und Waisen wieder zu der in Angriff genommenen neuen Synagoge. Zn diesem! zu verwilligen, sondern dieselben thcilweise noch zu erhöhen. Behufe hatten sich in zahlreicher Menge die königlichen und i dem Allgemeinen christlichen Lehrerverein Württembergs eine städtischen Behörden — der Stadtrath, Vertreter sämmtlicher! größere Gabe zuzuwenden und die Bitte eines kinderreichen hier bestehenden Confessionen, Vertreter der verschiedenen? College» um Beitrag zur Ausbildung seines Sohnes für den Lehranstalten und eine nach Hunderten zahlende Menge ein-! Lehrerberuf zu erfüllen. Mit dem Wachsthum der materiellen gefunden, um ihre Sympathien der israel. Gemeinde und! Vereinskraft nimmt also auch die Wohlrhätigkeit des Vereins ihrem Vorhaben entgegenzubringen. erfreulich zu und dehnt sich auf Kreise aus, die bisher nicht Nachdem der stattliche Zug auf dem Bauplatze angelangt, j beachtet werden konnten. Die isr. Gemeinden und Spender brachte der den Bau leitende Architekt Herr Levi einen! werden darin einen Grund finden, durch ihr Wohlwollen auch Willkommengruß in schönen Worten dar. Hierauf bestieg! in Zukunft die Bereinszwecke zu fördern. Eingehendere Milder Bezirksrabbiner Herr I)r. Landsberg die Rednertribüne. > theilungen über die abgelaufene dreijährige Periode bringt dem- Eine kurze Beschreibung über die Geschichte der israel. Ge-1 nächst der Rechenschaftsbericht, welcher wieder gedruckt ausgemeindc vorausschickend, legte derselbe seiner wohldurchdachten,! geben werden wird. — Bei der Conferenz hat nach der Tagesallc Anwesenden lies ergreifenden Weiheredc den Text aus! ordnung ger Bortrag des Oberlehrers Stern, Waisenvaters an Secharja Kap. 4 B. 7 zu Grunde. Er sprach besonders den j der Wilhelmspflege zu Eßlingen, über den Normallehrplan der Dank der Vertretung der Stadt, sowie deren Behörden aus,! jüdischen Schulen Deutschlands, an den sich eine lebhafte Bedie zu jeder Zeit die wohlwollendsten Gesinnungen der israel. Gemeinde und ihrem Interesse entgegengebracht und nun auch den Synagogenbausonds eine jährliche Dotation von :>00 Mk. gewährt und auch noch andere Berücksichtigungen in Aussicht gestellt. Nun verlas Herr Kultusvorstand Kehr den Inhalt der, verschiedene für die Nachwelt interessante Mitthcilungen enthaltenden Urkunde, welche dem Grundstein eingefügt werden sollte und bat den königl. Bezirksamtmann Herrn Gust. Schmitt, den Reigen der üblichen 3 Hammer schlage zu eröffnen. Dieser drückte zunächst seine Freude aus. Zeuge der heutigen Feier sein zu können und schloß seine herrlichen Worte mit: „Meine 3 Hammerschläge gelten der von der israel. Gemeinde bisher gepflegten Einigkeit und Opserwilligkeit, verbunden mit dem Frieden, der auch fortan sowohl in der Gemeinde, als anderen Confessionen gegenüber auf das ängstlichste gehütet werden möge." Jetzt ergriff der erst seit wenigen Tagen in das Amt getretene Bürgermeister Herr Neumeyer das Wort. An die Mahnung des sprechung, namentlich auch Seitens der Herren Kirchenrath Dr. Wassermann und Vorstand Liebmaun anreihte, das fachmännische Interesse in hohem Grade in Anspruch genommen. Ein Antrag auf Einführung eines obligatorischen Besuchs des Religionsunterrichts wurde als vorerst unausführbar bezeichnet und eine Anfrage wegen Stellvertretung des Vorsängers in Krankheitsfällen durch Hinweisung Löwenstein's auf die Motive und den Kammerbericht zum Gesetz von 1874 dahin erledigt, daß die besoldungspflichtige Kirchengemeinde für die Stellvertretungskosten einzutreten habe, an die K. Isr. Oberkirchen behörde vom Ausschuß in einer Petition jedoch der Antrag gestellt werden soll, hierüber einen authentischen Generalerlaß ergehen zu lassen. — Ein Antrag auf Entschädigung der Vor sänger für die Gemeindeschreibereien wurde im Hinblick aus die Zeitrichtung und den Normalerlaß von 1868 abgelehnt. Den Glanzpunkt des Tages. bildete ein Bortrag Elsässer's über die deutschen Dichter jüdischer Abstammung aller Zeiten. Allgemein wurde bedauert, daß dieser erhebende Vortrag in

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