Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 46 (13.11.1883)
- Date
- 1883-11-13
- Page
- Seite 745 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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745 7en dann :ioch mehrere, damals '.>—Iljäyrige Knaben vcr- Präs.: Eine bloße Klage ist doch nicht so schlimm, daß man hört, welche die beiden Lesheim, den jüngeren mit einem sagen muß: „Sie werden noch etwas erleben." Weshalb Stuhle, gesehen haben wollten, den alten Lesheim aber nicht haben Sie Ihre Wahrnehmungen bezüglich der Petroleumwieder erkannten, und deren heutige Aussage mit ihren srükanne nicht gleich bei Ihren ersten Vernehmungen gemacht? Heren nicht übereinstimmte. Ein weiterer Hauptbclastungs- Zeuge: Ich wurde eines Tages zu Mundt's Hotel bestellt, zeuge war der Arbeiter Buchholtz, der bei Heidemann im Dort war ein mir unbekannter Herr, ich glaube, cs war Dienst gestanden, von dem auch erwiesen ward, daß er dem dieser (auf den Staatsanwalt deutend). (Heiterkeit.) Dieser Trünke sehr ergeben, daß er einige Zeit nach bem Brande fragte mich blos nach dem Staketenzaun, legte mir einen einen Vorschuß von 6 Mark von Heidemann erhielt und sich Bogen Papier vor und da sagte ich: Das ist kein Staketendann nicht mehr blicken ließ, sodann, daß er später von demzaun. (Große Heiterkeit.) Ueber das Petroleum wurde ick selben 60 Mark verlangen ließ, mit dem Bedeuten, er werde nicht gefragt, dazu kamen wir gar nicht. Präs.: Der Herr ihm sonst zu schaffen machen. Auch dieses Zeugen müssen! Staatsanwalt konnte Sie doch nach der Petroleumkanne wir, der Charakteristik wegen, ausführlicher erwähnen. nicht fragen, der wußte es ja nicht. Wenn Ihnen das aber Präs.: Wann sind Sie bei Heidemann in Dienst ge--so ausgefallen ist, dann hätten Sie es doch sagen müssen? treten? Zeuge: Vor etwa drei Jahren. Präs.: Wie langes Zeuge: Ich hatte genug über den Staketenzaun zu sagen, waren Sie dort? Zeuge: Zwei Jahre. Ich bin im Januar^ Auf Antrag des Justizrath Scheunemann konstatirt der eingetreten 1861. Präs.: Sie irren sich wohl in der Zahl?, Präsident aus den Akten, daß der Zeuge auch bei seiner Zeuge: Nein, ich bin 1867 eingetreten. Präs.: Die Zahlen scheinen Ihnen etwas verwirrt durch den Kopf zu gehen. Wie lange waren Sie bei Heidemann, als der Tempel obersten gerichtlichen Vernehmung die Angelegenheit mit der Petroleumkanne nicht erwähnt habe. Auf Vorhalten des Präsidenten bemerkt Zeuge: Ich wurde zu viel Anderes gebrannte? Zeuge: Daß der Tempel abgebrannt ist, ist mög-' fragt. Bald darauf bin ich jedoch in der „Norddeutschen lich (Heiterkeit); ich kann nur sagen, daß ich zwei Jahre bei »Presse" (eines der ärgsten antisemitischen Hetzblätter) ver- Heidemann war; als der Tempel brannte, war ich schon nommen worden; dort habe ich meine Wahrnehmungen belange da. Präs.: Können Sie sich des jüdischen Tempelzüglich der Petroleumkannc gemacht. Bertheidiger R.-A. brandes erinnern? Zeuge: Sehr gut. Präs.: Wohnten Sie Dr. Sello: Herr Zeuge, sind Sie aus Veranlassung Ihres bei Heidemann? Zeuge: Nein. Präs.: Wann sind Sie am Prinzipals, des Herrn Dehmke zur „Norddeutschen Presse" Tage des Tempelbrandes zu Heidemann gegangen? Zeuge;j gegangen? Zeuge: Nein, ich ging aus eigenem Antriebe hin. Des Morgens gegen 5 Uhr. Präs.: Was für Wahrnehmungen! Bertheidiger Justizrath Scheunemann konstatirt aus den machten Sie da? Zeuge: Ich sah den Löwenberg mit einer Akten: der Zeuge habe anfänglich gesagt: er habe am Vorkleinen Petroleumkanne in die Synagoge gehen. Präs.: Im mittage, kurz vor dem Brande den Löwenberg mit einer Monat Februar ist es doch des Morgens um 5 Uhr noch blauen Mappe gesehen, während er den Lesheim sen., als ganz finster? Zeuge: Es lag Schnee, dieser verbreitete etwas Helle. Auf weiteres Befragen des Präsidenten bemerkt der Zeuge: Gegen 10 Uhr Vormittags hat mich der junge Heidemann aufgefordert, mit Dung aufs Feld zu fahren. Kaum war ich auf dem Felde angelangt, da sah ich Feuer. Ich fuhr sofort zurück, und da ich sah, daß es dicht neben der Heidemann'schen Wohnung brennt, so brachte ich Wagen und er am Freitag kurz vor dem Brande auf das Feld fuhr, zur Synagoge gehend, mit einer Blechkanne gesehen habe. Der Zeuge giebt das als richtig zu. Präs.: Weshalb haben Sie uns das heute nicht gesagt? Zeuge: Das ist mir noch nicht eingefallen. J.-R. Scheunemann konstatirt ferner aus den Akten: Anfänglich habe der Zeuge blos bekundet, daß er den Lesheim kurz vor dem Brande mit der Petroleumkanne Pferde anderswo unter. Mit großer Weitschweifigkeit erzählt gesehen habe. Als er vom Richter gefragt wurde, weshalb nun Zeuge die bereits erwähnte Wegschaffung des Holzes und das Abbrechen zweier Bretter aus dem Staketenzaun, das er aus Befehl des jungen Heidemann that. Präs.: Nun, find Sie aber dann noch etwa s/4 Jahre bei Heidemann gewesen? Zeuge: Ja, ich konnte keine andere Arbeit bekommen. Präs.: Weshalb find Sie denn abgegangen? Zeuge: Ich bekam zu wenig Lohn. Ich stehe auch mit Heidemann wegen Lohn noch in Klage. Präs.: Sie sollen gegen Heidemann einmal eine Drohung ausgestoßen haben? Zeuge: Ich habe ihm blos gesagt, wenn er mir nicht bezahlt, wird er noch etwas erleben, ich meinte damit, ich werde chn verklagen. — er den Löwenberg'schen Fall nicht auch erwähnt, bekundet er: Das fiel mir nicht ein; der Richter fragte mich auch blos wegen Lesheim. Auf Befragen des Bercheidigers Rechtsanwalts Dr. Sello: was der Zeuge dem Richter als Entschuldigung angegeben, daß er seine Wahrnehmungen bezüglich der Petroleumkannen-Angelegenheit so spät gemacht habe, antwortete Zeuge: Ich habe nicht so viel Zeit zur Ueberlegung; ich muß meine Familie ernähren und habe höchstens des Nachts zur Ueberlegung Zeit. Heidemann jr.: Es ist unwahr, daß Buchholtz, wie er behauptet, zwei Jahre bei mir gewesen ist. Er ist noch nicht ein volles Jahr bei mir