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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-10-30 · Heft 44 (30.10.1883) · p. Seite 721

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 44 (30.10.1883)
Date
1883-10-30
Page
Seite 721 (sequence 15)
Language
German
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721 er auf die Uhr und sagte lächelnd: „Na, meine Herren, ich denk, wir lassen's „heite" genug sein. Aber, merken Sie sich „beileifig" folgenden Satz." Indessen passirte es noch in dem letzten Momente, daß sich eine sehr ergiebige Begründung dieses „beileisigen" Satzes anschloß und statt des Schlusses der Vorlesung eine unmittelbare Fortsetzung sich daran hing. Es war überhaupt eine Eigenthümlichkeit der Lehrweise Traube's, derartige fast epigrammatisch zugespitzte Sätze in seine Borträge einzuflechten. Das aber verstand sich für den unermüdlichen Forscher und Gelehrten ganz von selber, daß allen irgendwie gearteten wiffenschaftlichen Kundgebungen eine volle Aufmerksamkeit gebühre. In dieser Beziehung gab es für Traube kaum etwas Unbedeutendes. So milde, so wohlwollend und anerkennend er jeder auch noch so geringfügigen wissenschaftlichen Bestrebung entgegenkam, so empörte ihn jenes Scheinwesen, das unter großem äußeren Aufwand blendend austritt. Wer der objektiven wissenschaftlichen Wahrhaftigkeit durch Sophismen allerlei Zwang anthat, der fand in Traube einen mit den geschärftesten Waffen der Kritik ausgerüsteten Gegner, der nicht eher den ihm aufgedrungenen Kampf für beendet erklärte, als bis der letzte Schlupfwinkel aufgestöbert und abgesucht war. Sobald er aber eines Jrrthums überführt war, dann flüchtete er nicht nach rechthaberischer Art hinter allerhand Scheingrunde, um noch für eine kurze Weile die verlorene Position zu halten. Nein! Er bekannte sich ehrlich und rückhaltslos zu der neuen und besieren Anficht. „Wenn die Dinge rings um uns herum im Fluffe sind, dann müssen eben auch gewisse unserer wissenschaftlichen Anschauungen wechseln." Ernst, heiliger Ernst mit der Wissenschaft, das war der Grundzug seines Wissens; wo Traube daher diesen Ernst vermißte, da fühlte er so zu sagen etwas, was einer ihm! persönlich angethanen Kränkung ziemlich nahe kam. Hingegen war er voller Freundlichkeit und fördernden Entgegenkommens, da wo er redliche Arbeitslust und echtes wissen- ^schaftliches Streben fand. Ohne zu wollen, hat er daher auch in des Wortes eigentlichster Bedeutung „Schule" gemacht und in der That guckt ein großer Theil der jüngeren Kliniker Deutschlands durch die Brillengläser, welche Ludwig Traube geschliffen." Anzeigen. Ty« werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- * I i Wvl €a» üC folgende Wochennammer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Ich beehre mich anzuzeigen, dass ich heute meine anwaitschaftliche Praxis dahier eröffnet habe. München, den 23. Oktober 1883. [M. 16252] J. Rein, Rechtsanwalt. Vacanz. In hiesiger Gemeinde ist die Stelle eines Schochets, Gemeinde- und Begräbnißvereinsdieners per 1. Januar 1884 zu besetzen, die einem thätigen Manne ein lohnendes Einkommen sichert. Es werden jedoch nur solche Bewerber berücksichtigt, die die Befähigung haben, aushülfsweise den Vorsänger- Dienst mit versehen zu können. Hierauf Reflectirende wollen sich gefl. unter Vorlage der Zeugnisse binnen längstens vier Wochen mit unterfertigt. Cultus- Berwaltung ins Benehmen setzen. Burgkunstadl (Bayern), 14. October 18r>3. £15810] Israel. Cultus - Verwaltung. §al. Rothschild. Für mein Getreidegeschäft suche einen Lehrling mit Berechtigungsscheine zum einjährigen Dienst. £155741 Nax Meyerstein, Banteln. Ein j. Mädchen, Jsr., w. 6'/, Jahre als Gesellschafterin bei e. Dame war, s. Sterbef. halber ähnl. Stellg. Pr.-Refer. Offert, erb. unter R. 1779 an die Annonc.-Exped. von Heiar Eisler, Hamburg. £if>9ir>] Frau Nir. Merese (Btonau’s Höhere Unterrichts-Anstalt und Töchter-Pensionat. Gegründet 1864. £13337] Aufn. v. Zögl. zu;ed. Zeit, Prosp. auf Wunsch. Berlin, Hinderfiu-Straße2, amKöuigshlatz. Eine für höhere Töchterschulen geprüfte Lehrerin und Erzieherin, musikalisch, die schon mehrere Jahre thätig gewesen, sucht Stelle, am liebsten in einer Familie. Reslectanten ertheilt gerne Auskunft Herr vr. Adler, Cassel. Meldungen unter (x. 15479 an Rudolf Masse, Leipzig. _£15479] Eine junge israelitische Dame, welche vor einigen Monaten das Examen für höhere Töchterschulen abgelegt, auch musikalisch gebildet ist, sucht in einer feinen Familie Stelle als Erzieherin oder Gesellschafterin. Offerten unter Z. 3264 an Rudols Rosse, Leipzig erbeten. [K. 15936] Auf Wunsch stehen Empfehlungen von den Herren Direktor Schornstein und Rabbiner vr. Auerbach, Elberfeld zur Verfügung. Ein tüchtiges, gebild. Frauenzimmer (israel.), welches befähigt ist, einen Haushalt selbständig zu führen und auch in der Küche bewandert ist, wird für eine größere Familie in München gesucht und kann der Eintritt sofort oder auch etwas später erfolgen. Offerten siib L. 2558 befördert Sindols Masse, München. [M. 16055J Zur gefl. Beachtung. Durch ein unvorhergesehenes Ereigniß wird vom Verkaufe der Brodyscheu Bibliothek in Gotheuburg, sowie der Versendung der Kataloge einstweilen Abstand genommen. £15998] Zu haben bei I. Gold stein, Hamburg, Große Bleichen 5: ]>r. Leimdörffer's Rachbibl. Geschichte, und die auf vielfaches Verlangen gedruckte Frstprrdigt: „Der Gottesruf am Roschha-schana." £8. 16254]

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