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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-10-30 · Heft 44 (30.10.1883) · p. Seite 717

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 44 (30.10.1883)
Date
1883-10-30
Page
Seite 717 (sequence 11)
Language
German
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rljtffiA****' 717 erfahren, daß in dieser Stadt und in dieser Gegend Ihre Glaubensgenoffen mit sämmtlichen Bürgern der anderen Confessionen in brüderlicher Eintracht und in Frieden leben. Betrachten Sie es auch in Zukunft für Ihre allererste bürgerliche Pflicht, die Treue für den Thron und das Vaterland unbefleckt zu bewahren und die Gefühle des gegenseitigen Vertrauens und der Brüderlichkeit, Ihrerseits mit ermunterndem Beispiele vorangehend, zu befestigen, und Sie werden auf wirksame Unterstützung jeder Zeit rechnen können." Italien. Studien. Bei Erwähnung des Titels des von diesem veröffentlichten, von Ihnen beifällig beurtheilten Katechismus ist ein Druckfehler unterlaufen. Anstatt Dam De. Ehrenreich soll es heißen: Da M. vr. Ehrenreich. Im Juni laufenden Jahres wurden die von demselben nach diesem Catechismus unterrichteten 15 Confirmanden öffentlich geprüft. Es fanden auch mehrere Ansprachen statt, die die Ceremouie recht feierlich gestalteten. Die Ceremonie ist hier schon seit mehreren Jahren eingeführt. Schließlich ersuche ich Sie, die geringe Gabe anzunchl men, die ich für die bedauernswerthen Märtyrer von Tißa» Aus Mittelitalien, 18. Oktober. (Privatmitth.) Nach!Eßlar einsende. So einen Vorgang von Wildheit, Haß, langem Zögern ist endlich die ministerielle Bestätigung der j Barbarei, von Lug und Trug, von Mißbrauch der öffent- Statuten für die Jsraelitengemeinde Roms angelangt, und lichen Macht hätte wohl Niemand gegen Ende des 19. Jahres steht zu hoffen, daß die gesetzmäßige Constituirung der! Hunderts für möglich gehalten. Schauder und Abscheu er- Synagogen - Gemeinde wohlthätig für den Aufschwung derregende Wirklichkeit! selben wirken werde. In der That gibt es hier vortreffliche! Auch hier zu Lande läßt sich dann und wann ein ana- Elcmente, welche einen ersprießlichen Erfolg versprechen. Be-! loger Mißton vernehmen, allein ein solcher verschallt bald sonders ist die Gemeinde für die Befferung des öffentlichen ohne die mindeste üble Folge. Hoffen wir, daß diese Schmach Cultus sehr zugänglich, während leider bis vor Kurzem derselben wenig Aufmerksamkeit zugewandt wurde. Die fünf hier bestehenden Beihäuser (drei mit italienischem Ritus, die Tempelschule, die neue Schule und die Sicilianische Schule) und zwei mit spanischem Ritus (die castilianische und catalonische) sind ziemlich reich dotirt, sind auch besonders an großen Festtagen stark besucht; das Hebräische wird mit einer unseres Jahrhunderts haben wird. doch bald auch überall ein Ende Rußland. Petersburg, 15. Oktober. (Privatmitth.) Tie „jüdische Commission" hat noch immer ihre Thätigkeit nicht eröffnet und sind noch nicht einmal alle ihre Mitglieder ossiciel crsehr correcten, schönen und deutlichen Aussprache gelesen, die! nannt. Die verschiedenen Gerüchte, welche in der in- und Pintim werden noch mit gemüthlicher Andacht von Vorsänger und Publicum abgesungen, jedoch sind die Gebetstücke nicht immer von kabbalistischen anwidernden Anhängseln frei, die vor Zeiten ausgenommen und nicht wieder abgeschafft wurden. Höchst angemeffen sind kurze italienische Borträge, die der Director der neuen Schule, Herr Crescenzo ausländischen Presse betreffend etwaige Projecte und Beschlüsse besagter Commission cursiren, sind mithin völlig aus der Lust gegriffen. Wohl sind Projecte von Seiten einzelner Minister — unter anderem das von Pobjedonoszew angeregte und vom Grafen Tolstoj approbirte Project hinsichtlich des Verbots jüdischer Handwerker und Fabrikanten, recht - Alatri, bei feierlichen Gelegenheiten vor dem Recitiren der gläubige Dienstboten und Arbeiter zu halten — in die Combetreffenden hebräischen Stücke, z. B. am Abend des 9 Ab! Mission eingebracht worden, welches Schicksal aber diese Provor dem Lesen der Kinoth, am Kipur vor dem schönen jecte erfahren haben, ist bis jetzt unbekannt, weil die Coin- Widui des Rabbenu Bechaje, Verfassers des Chowoth-Halle-! Mission vorläufig blos auf dem Papier existirt. Ob wir viel wawoth, so auch am Rosch-Haschanah vor Thekiath Schofar, j oder wenig von der Commission zu erwarten haben, das ist eingeführt und gehalten hat, eine Neuerung, die nicht nur doch nicht schwer vorauszusehen. So lange der Antisemikeinen Widerspruch gefunden, sondern höchst beifällig ausgenommen wurde. Ueberhaupt ist erwähnter Herr Crescenzo Alatri ein sehr gebildeter, auch in unserer hebräischen Literatur bewanderter, um die Gemeindeangelegenheitcn sehr wohlverdienter Mann. Uebrigens gibt es hier eine Consulta tismus in Deutschland und in Ungarn noch lebt, so lange es in Europa noch Minister wie Pauler gibt, die den Antisemitismus fördern, haben wir von der Commission nicht viel zu erwarten. Abgesehen davon, daß man bei uns immer dem „Westen" gern nachahmt, so kommt noch das hinzu, von vier Rabbinern, von denen einer, vr. weä. M. Ascadaß der Russe im Grunde bis jetzt den Juden wenig kennt relli, auch religiöse Borträge hält. Ein anderer Arzt, vr. und daher nichts dagegen hat, an alte Sagen und Ammen- Ab. Toscano, hält ebenfalls angemessene religiöse Borträge.! Märchen über Juden und Judenthum zu glauben, besonders Das Institut Thalmud Thora, mit dessen Leitung vr. Ehren-! noch, wenn das ihm Grund gibt, die Rechte der ihm schon reich betraut wurde, geht ziemlich vorwärts, besonders in der von altersher verhaßten Juden zu schmälern. Man muß von ihm eingerichteten Borbereitungsklaffe für rabbinische nicht vergessen, wer die heutige russische Gesellschaft ausmacht, 44*

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