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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-10-22 · Heft 43 (22.10.1883) · p. Seite 702

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 43 (22.10.1883)
Date
1883-10-22
Page
Seite 702 (sequence 12)
Language
German
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702 wenden, wird aus Ziegenhaar verfertigt, und in seinem Rand j steht ein verkrüppelter Palmbaum oder besser ein kleines pflegt ein einfaches, Heller gefärbtes, schmales Muster einge- Dickicht von Palmenwildlingen, die auf dem Hange eines Hügel - woben zu sein. Obwohl sie nicht groß sind, wird ihr Jnnerückens eine Quelle mit brackigem Wasserbeschatten. Das ist Alles, res dennoch durch eine Scheidewand in zwei Theile zerlegt, j Das dunkle Grün der Bäume, welches stark gegen den blenum Männer und Weiber von einander zu sondern. Diese ' denden Sand absticht, macht den Platz schon von Weitem be- Zelte sind so niedrig und bieten einen so spärlichen Unter-! merkbar. Die Araber sagen uns, indem sie bedeutungsvoll kunftsraum, daß sich selbst eines der größeren um seine eige-! auf die Quelle Hinblicken: „Muro!" (d. h. „bitter"). Und nen Stäbe her in ein Bündel zusammenrollen läßt, welches! wir haben es hier höchst wahrscheinlich mit der Quelle „Mara" nicht viel größer ist, als manches Stück „Handgepäck", welzu thun, von welcher Die Israeliten auf ihrem Zuge durch chcs die Regenschirme, Stöcke und Decken einer reisenden I die Wüste fanden, daß sie bitter sei. (Mos. II. 1ö, 23.) Familie in sich zusammenfaßt und auf der Fahrt die Coupvj Das Wasser dieses Wüstenbrunnens bleibt sich übrigens an genosien belästigt. In solchem Lager Pflegt es wenigstens! Menge und Beschaffenheit nicht immer gleich. Robinson fand bei Tage reckt still herzugehen, und es giebt wenig darin zu > es von unangenehm bittersalzigem Geschmacke, doch nicht sehen. schlechter als das der „Mosesbrunnen". Seine Araber sag- Als wir einmal gegen Mittag, um einen Imbiß einzuj ten ihm, es sei das schlechteste Wasser der ganzen Gegend, nehmen, Halt machten und die Araber, welche bis dahin > aber ihre Kamele tranken ohne Widerwillen davon. Proohnc Frühstück geblieben waren, ihre Feuer angezündet hatten, sessor Palmer fand e» wohlschmeckend. Holland, dem der wurde mir Gelegenheit, die höchst primitive Weise zu beobj SucU wohl bekannt war. erklärt sein Wasser für ein ganz achten, in der sie auf dem Marsche ihr Brod bereiten. Einer ausnahmsweise reines. Dieser Behauptung muß der an erster nahm etwas Mehl in die offenen Hände, während seiu Käme-! Stelle genannte Herausgeber entschieden widersprechen, denn rad ein paar Tropfen Waffer hineingoß; daraus knetete der während er das Wasser der Mosesbrunnen, wenn auch mit Erstere dann einen Teig zusammen, formte ihn in eine Art j recht geringem Bergnügen, trinken konnte, fand er das der Laib und zerriß denselben dann wieder in kleine Stücke, i Hawaraquelle selcht mit Cognac ungenießbar, und seine Bewelche er in die glühende Asche legte, um sie zu backen, j duincn tränkten ihre Kamele nicht hier, sondern erst in Ra- Einige von unfern Arabern hatten übrigens auch hölzerne j randel. Schüsseln mit einem Henkel daran, in denen sie den Brod-j Nach einem Marsche von einigen zwanzig Minuten erteig kneteten; auch thaten sie, wenn ich nicht irre, etwas Salz! reicht man eine kleine Einsenkung mit ebener Sohle, welche dazu. Solches ist ihnen immer zur Hand, denn Natronaus-! el Fule, d. i. die Bohne, genannt wird. Hier sammelt sich schwitzungen sind in diesem Theile des peträischen Arabien; nach starken und anhaltenden Regengüßen das Wasser und außerordentlich häusig. j ^in Lüück fruchtbaren Ackerlandes geschaffen. Dieser Bei solcher Frühstücksrast in der Wüste lernt man „den kleine Fleck ist auf Meilen der einzige in dieser ganzen Ge- Heller ehren", d. h. sich auch an Kleinem genügen zu lassen. 8^' welcher ertragsfähig ist, und er wird von den Arabern Dies bezieht sich nicht auf die Mahlzeit, bei der es gewöhn- > sorgfältig bebaut. Wenn es hinreichend regnet, ergiebt er lich kaltes Fleisch, harte Eier, Brod, Datteln und Orangen wohl eine recht gute Erndte an Gerste und Bohnen, giebt, sondern auf den Schatten, in dem man sie einnimmt.; Von hier aus beginnt die Landschaft bergig zu werden, Wie eifrig sucht man bei dieser Gelegenheit nach einem Busch, und ihr Anblick würde, wenn ihr nicht jeglicher Laubschmuck und hat man solchen gefunden, wie sorgsam läßt man dann | kehlte, als angenehme Abwechslung recht erfrischend wirken, das Gepäck aufschichten, um ein möglichst langes Stück Schot- > Wahrhaft erfreulich ist der Blick, welcher sich dem Wanderer ten für sich zu gewinnen. Hat sich dann endlich auf dem! bietet, sobald sein Weg einen jäh aufsteigenden Bergrücken leuchtenden Boden ein dunkles Fleckchen so groß wie ein j überschritten hat, denn dann tritt ihm die majestätische Höhe Taschentuch gebildet, so läßt man sich darauf nieder und wenj des Dschebel Hammam Farun (Pharao's warmes Bad) entdet sich hin und her, um jedem Körpertheil die Wohlthat des j gegen. Seine gewaltigen Kalkfelsen schauen in das Meer Schattens zu Theil werden zu laßen. In den felsigen hinab, und es wird uns sofort zur Gewißheit, daß wir ihn Distrikten der Wüste ist es weniger schwer, schattige Stellen aufsuchen müssen. Aber bevor wir diese Absicht erfüllen, zu finden, und dort lernt der Reisende auch die volle Bedeusteigen wir zu dem Wadi Rarandel hinab, in deffen von tung des Bibelwortes verstehen: „Wie der Schatten eines einem hübschen Bache durchflossenen Tamarinden- und großen Felsens im dürren Lande" (Jesaia 32, 2). Palmendickicht wir einen trefflichen und erquicklichen Lager- Rach unserem Aufbruch von Ajun Musa erreichten wir platz finden. Hier scheint es uns am Platze zu sein, uns am Ende des zweiten Tagemarsches gegen Abend, nachdem; die charakteristischen Eigenthümlichkeiten des Sinaidistriktes wir den Wadi Amara passirt hatten, Ain Hawara. Hier! und des Dreiecks der Arabia Peträa im Ganzen vor Augen

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