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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-10-22 · Heft 43 (22.10.1883) · p. Seite 697

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 43 (22.10.1883)
Date
1883-10-22
Page
Seite 697 (sequence 7)
Language
German
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697 (Heiterkeit.) Ferner habe ich einer Einladung des Bürger-^ Gotteshäuser hervor, die in den verschiedensten Ländern, in Vereins Alt-Berlin Folge geleistet, was ich als Stadtverord-! Rheinland, Westfalen, Pommern, Schlesien, der Mark, Mähren, neter des Bezirks für meine Pflicht hielt. (Sehr richtig.) > Ungarn, Frankreich u. a. O. in jüngster Zeit vollendet und Wenn das ein Verbrechen ist, dann hört Alles auf. Ich feierlich eingeweiht worden, wie die vielen Berichte darüber richte die Frage an die Mitbürger jüdischen Glaubens, ob in den jüngsten Nummern dieser Zeitung darthun. Wir ich je Einem wegen seines Glaubens Unrecht gethan habe?!fügen mit Befriedigung hinzu, daß diese Weiheacte überall (Rufe: Nein, nein.) Dagegen war ich. das können Sie auch in edelster Weise vor sich gingen, zu echt religiösen Ansprachen bezeugen, stets bereit. Sie mit Rath und That zu unterüber die Lehren und den Charakter des Judenthums Berstützen. Handelt so ein Antisemit? (Lebhafter Beifall, der anlassung gaben und daß an allen Orten sich die christlichen sich wiederholt, als Hr. Mattern den Saal verläßt.)" Dem Mitbürger und die Behörden in herzlichster Weise betheiligten. ungeachtet wurde bei der Abstimmung ein Herr Leopold > —. In diesen Tagen hat sich ein wirkliches Bedürfniß Jacobi (Jude) durch die Mehrheit zum Candidaten des Be-, recht fühlbar herausgestellt. Die k. Regierung verlangt die zirks gewählt.; Einführung eines in der neuen Rechtschreibung abgefaßten —. Das „Centralwahlcomits der liberalen Partei für j Lesebuches in die oberen Classen der israelitischen Volksschule, die bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen" zu Berlin ver-jDas hierzu empfohlene enthält aber mehrfach Stücke und öffentlicht eine Beleuchtung des Berliner Schulwesens, wel-! Stellen, welche für jüdische Schüler durchaus unpassend sind, ches in der That eine überaus hohe Stufe der Entwickelung 1 Hierauf fordert die k. Regierung die Vorlegung eines angeerreicht hat, und für welches die Stadt nicht blos an Geld-! messenen jüdischen Lesebuchs. Dergleichen find zwar zur Mitteln, sondern an Verwendung persönlicher Kräfte große! Genüge vorhanden, aber unseres Wissens noch keines nach Opfer bringt. Wir heben daraus hervor, daß die Stadt der neuen Rechtschreibung. Es wäre dies eine, aber rasch bereits im Jahre 1866 sechs katholische Schulen übernahm zu lösende Aufgabe für die vielen israelitischen Lehrervereine und in Stadt-Gemeindeschulen verwandelte, seitdem diese um' in Deutschland. Anstatt vieler Verhandlungen ist eine That eine vermehrte und noch eine in Aussicht genommen hat. : nothwendig. Durch einige Abgeordnete dieser Vereine könnte Hingegen unterhält die jüdische Gemeinde selbst, wie sich der! gemeinsam eines der vorhandenen Lesebücher ausgewählt und Bericht ausdrückt, „ eine Knaben- und eine Mädchenschule aus? nach der neuen Rechtschreibung neu gedruckt werden. Auch eigenen Mitteln. Nach städtischen Schulen für jüdische Kin-! hier ist das Bessere der Feind des Guten, und über die der ist von den betreffenden Eltern kein Wunsch zu erkennen j Frage, wie es am besten zu machen sei, kommt man zu nichts, gegeben. Dagegen wird an 2 Gemeindefchulen, in deren- Darmstadt, 10. Oktober. (Privatmittheilung.) Bekannt- Nähe viele jüdische Kinder wohnen, jüdischer Religionsunterj lich spitzt sich gegenwärtig das Verhältniß der katholischen richt ertheilt. Ende 1882 betrug die Gesammtzahl der jüdij und der evangelischen Kirche auf dem Gebiete der kirchlichen schen Gemeindeschulkinder 1596. Und so, wie die Kinder' Trauung bezüglich der gemischten Ehen sehr scharf zu. Die zwischen den christlichen erzogen werden, wirken auch die 34,! katholische Kirche hatte zu aller Zeit die Vorschrift aufrecht theils zur Anstellung gelangten, theils zu solcher designirten erhalten, die kirchliche Trauung nur dann stattfinden zu jüdischen Lehrkräfte zwischen der großen Zahl der christlichen, lassen, wenn beide Eheleute das schriftliche Versprechen ab- Unser Gemeindewesen blüht unter dem Zusammenwirken aller geben, ihre sämmtlichen Kinder in der katholischen Kirche zu Consessionen, und die Jugend wächst auf zu friedlicher Geerziehen. Man erinnere sich, daß in Preußen 1838 hieraus meinschaft. Sie schöpft aus dem breiten Strom gleicher ein heftiger Streit zwischen dem Staat und der katholischen nationaler Anschauung, gleicher sittlicher Grundsätze, gleich Kirche entstand, der zu Gunsten der letzteren ausfiel. In hoch gehaltener Bildungselemente, ohne daß der Segensquell, jüngster Zeit nun ist diese Vorschrift von vielen katholischen der jedem Kinde in der Erweckung und Pfiege seines religiösen , dem väterlichen Bekenntniß entsprechenden Lebens fließt, an Fülle und Reinheit verliert." Bonn, 15. October. (Privatmittheilung.) Wenn die antisemitischen Hetzereien den Juden und dem Judenthume in ihrer allgemeinen Stellung Schaden zugefügt und eine Kirchenbehörden nachdrücklich eingeschärst worden, und hieraus entwickelte sich in der evangelischen Kirche das Verlangen, eine gleiche Bestimmung zum Gesetz zu machen. Da jetzt nach den meisten Landesgesetzen der Ehe zwischen Juden und Christen ein gesetzliches Hinderniß nicht entgegensteht, und die Civiltrauung zwischen Juden und Christen ohne nicht geringe Anzahl unserer Glaubensgenoffen in Rußland > Weiteres vorgenommen wird, so liegt es auf der Hand, daß und Ungarn schwer betroffen haben — so können wir doch sagen, daß sie die Energie weder des Judenthums noch der Juden in irgend fühlbarer Weise zu mindern vermochten. Als auch wir an der Entwickelung dieser Angelegenheit ein lebhaftes Interesse haben. Gestern nun wurde die „Evangelische Landessynode" für das Großherzogthum Hessen eröff- Beweis hierfür heben wir die bedeutende Anzahl neuer jüdischer I net. Es liegt ihr ein Entwurf vor, worin ausdrücklich

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