Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 40 (1.10.1883)
- Date
- 1883-10-01
- Page
- Seite 655 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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655 im April dieses Jahres an die Regierung eine Eingabe ge-! Bürgermeister und das Stadtverordnetencollegium dabei verrichtet, in welcher gebeten wird, die Regierung möge dahin! treten und hatte auch fast allgemein ein festliches Gewand wirken, daß die seitens Rußland dem österreichischen Handel j angelegt. Das stil- und geschmackvoll erbaute Gotteshaus drohenden Bedrückungen hintangehalten werden. Auch die! erregte durch die schöne innere Einrichtung allseitige Bewun- Handelskammer in Brody hat sich um dieselbe Zeit mit dem. derung und gereicht dem Erbauer, Baumeister Booensiegen gleichen Ansuchen an die Regierung gewendet. Inzwischen; in Kupferdreh, zur großen Ehre. Nachdem in üblicher Weise hat Rußland einen Schritt. weiter gethan und im Sommer > die Abschiedsrede im alten Bethause gehalten, fand der Einder österreichisch-ungarischen Regierung notificirt, daß die aus- , zug in das neue Gotteshaus statt. Hier hielt Rabbiner ländischen, in Rußland domicilirenden Juden zur Entrich-! Frank aus Köln die Festpredigt. Bei den darauf folgenden tung einer besonderen Steuer verhalten werden sollen. End- Festlichkeiten reichten die Festsäle kaum zur Aufnahme der lich ist dem Ministerium des Aeußern in den letzten Tagen von allen Seiten herbeiströmenden Gäste hin. — Man schreibt seitens der österreichisch-ungarischen Botschaft in Petersburg aus M.-Gladbach: Am 15. d. wurde die nach dem Plane mitgetheilt worden, daß die Ausweisung der österreichischdes Architekten Branzka erbaute Synagoge eingeweiht. An ungarischen Unterthanen jüdischer Confession aus Rußland dem Tage bewegte sich ein Festzug, dem sich außer den Mitbcschlossen worden sei und daß die russische Regierung als gliedern der hiesigen Gemeinde noch die Mitglieder des Pres- Präclusivtermin für diese Maßregel den 1. Januar 1884 byteriums, des Stadtraths, viele Bürger und Fremde anscstgesetzt habe. Es bleibt abzuwarten, ob auch die jüdischen geschloffen, unter den Klängen der Capelle des 53. Jnfanteriein Rußland sich aufhaltenden Unterthanen anderer Staaten Regiments von dem alten Gotteshause, wo vorher ein kurzer von der gleichen Maßregel betroffen werden und ob die re- Abschiedsgottesdienst gehalten worden war, zur neuen Synaspcctiven Regierungen hiergegen Vorstellungen erhoben haben.1 zöge. Dieselbe, im maurischen Stil erbaut, bot mit ihren (Was solche „Vorstellungen" fremder Regierungen bei der drei Kuppeln und der reichlich mit Fahnen und Guirlanden russischen Regierung bewirken, weiß man. Sie stehen in; verzierten Front einen imposanten Anblick dar. Ebenso war höflicber Form auf dem Papier, werden in ähnlicher Weise sie im Innern auf das prachtvollste ausgestattet. Die Festbeantwortet, und all' dieses Papier wandert in die Aktenpredigt hielt in schwungvollen Worten der Oberrabbiner kümmern. Red.) i vr. Horowitz aus Crefeld. Die Festlichkeiten, bei denen durch - ——-—-j ein Kinderfest und zwei Bälle genugsam für das Vergnügen Bonn, 23. Sept. (Notizen.) Man schreibt aus Steele der Theilnehmer gesorgt war, verliefen auf das schönste. — vom 18. Sept. Die hiesige Synagogen-Gemeinde feierte Aus Czernowitz wird der Tod des bekannten Sadaporarer letzten Freitag das Fest der Einweihung ihrer neuen Syna- „Wunderrabbi" Israel Friedmann gemeldet, goge unter großer Betheiligung. Die Stadt war durch ihren j Ieuilleton. Dtt (harten m der jßtbd. Gärten finden. Es liegt daher nahe, zu fragen, in wie weit Schon bei den ältesten Völkern bildete sich der Garten-| wohl der Gartenbau auch bei den alten Hebräern beliebt tau als ein wichtiger Zweig der Landwirthschaft aus. Der und betrieben war? Da dieses Volk vorzugsweise dem Land- Begriff des Gartens ist: ein von den übrigrn Feldern und bau ergeben war, so läßt es sich schon voraussetzen, daß auch Fluren abgetrennter, meist umzäunter Raum für den Anbau! die Gartencultur einen Zweig seiner Thätigkeit ausmachte, von Blumen, Obst und Gemüse, alsdann erweitert durch! wenn man auch aus der Einfachheit seiner Bedürfniffe und Anlagen von Bäumen und Gesträucher zum Lustwandeln seines Befitzstandes schließen möchte, daß es auf diesem Gebiete und ebenso angenehmen wie gesundheitlichem Aufenthalt. So nicht allzu weit vorgeschritten gewesen sei. Demungeachtet bedeutet die hebräische Bezeichnung p, n:; nach ihrem Stamm! zeigen uns die Spuren des Gartenbaus, die wir in den einen „abgegrenzten, umzäunten Ort." Wir finden deshalb Büchern der h. Schrift finden, daß die alten Israeliten das Bedürfniß von Gärten und die Ausbildung des Gartenrecht ideale Vorstellungen vom Gartenbau besaßen. Gehen baus bei allen alten und modernen Culturvölkern. Wie sehr! wir diesen Spuren nach. sehnt sich auch der heutige Städter nach dem Besitz eines,! Schon an der Schwelle des heiligen Buches treten wir wenn noch so kleinen Gartens hinter seinem Hause, und, in einen großen, reizvollen Garten. Da uns der Zustand hängt die gesundheitliche Beschaffenheit einer Stadt vielfach > der ersten Menschen, und zwar insonders des noch unschulvon dem Umstande ab, ob sich in ihrer Mitte und in ihrem digen, von jeglichem Fehl entfernten Menschenpaares geschil- Bezirke recht viele und mit reicher Vegetation versehene! dert werden soll, sehen tvir sie in einen Garten in der Land-