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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-10-01 · Heft 40 (1.10.1883) · p. Seite 656

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 40 (1.10.1883)
Date
1883-10-01
Page
Seite 656 (sequence 14)
Language
German
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656 schaft Eden — d. h. „Wonne" — deren Lage freilich trotz'tung, daß wenn Bäume in der Erdkrume noch so trefflich der geographischen Angaben nicht mehr zu bestimmen ist, sprießen und aufkommcn, sie doch, so bald ihre Wurzeln auf versetzt. Indem dieser Garten aus der Hand der Natur selbst eine steinige Unterlage stoßen, ausgehcn und verdorren, womit hervorgegangen, wird er als eine Pflanzung Gottes (1. Mos.! der Dichter das Schicksal der Frevler vergleicht, die eine 2, 8) bezeichnet. Was uns von ihm berichtet wird, beschränkt Zeitlang im Glücke, doch dem Untergange anheimsallen, sich darauf, daß in ihm die herrlichsten und mannichfaltigsten! (Hiob 8, 16.) Bäume, namentlich Fruchtbäume gestanden. Daß er als ein! Die Entwicklung der Hortieultur ging vorwärts und abgeschlosiener Raum zu denken sei, geht daraus hervor, daß j bildete sich aus dem einfachen Garten zum reichen Lustgarten nach der Vertreibung des Menschenpaares aus ihm, diesem heraus, der mit dem Worte dtd bezeichnet wurde, dessen der Zugang, der „Weg" zu ihm verwehrt wurde (3, 24). etymologischer Ursprung dunkel ist. Es versteht sich wie Die Vorstellung dieses als „Garten Gottes" bezeichneten von selbst, daß, als erst Israel das Königthum angenommen, Gartens verblieb dem Volke, so daß irgend eine schön bedie Könige neben ihren Residenzen prächtige Gärten anlcgten, baute Landschaft mit ihm verglichen wurde; so daß Schiddimdie auch ..Garten des Königs" genannt wurden. Ein solcher thal vor dem Untergange Sodoms (1 Mos. 13, 10); das wird bei Jerusalem erwähnt, und noch lange nach dem Wieder- Land Israel selbst vor dem Erscheinen der Heuschrecken aufbau Jerusalems nach dem babylonischen Exil hieß tradi- (Joel 2, 3), und wenn Israel wieder hergestellt wird, so tionell der Platz, worauf er gestanden „der Garten des Königs." „macht der Ewige seine Wüste wie Eden, seine Steppe wie Ebenso wird bei Jcsreel des königlichen Gartens gedacht, Garten des Ewigen, Wonne und Freude wird allda gefunden, den Ahab daselbst besaß und um desien Vergrößerung Naboth Danklied und lauter Gesang (Jes. 51, 3). Wenn Jecheskel geopfert wurde (2 Kön. 25, 4; Jirm. 30,4.52.7-, Neh. 3,15). die Herrlichteit von Tyrus und des gewaltigen Pharaos kenn- In diese prächtigen Gärten in welchen die Besitzer gern „in zeichen will, so vergleicht er sie mit einem prächtigen Baume, der Kühle des Abends lustwandelten" (vgl. 1 Mos. 3, 8) der die Bäume des Gartens Eden überragt, so daß sie ihn wurden auch Gartenhäuser mit mehr oder minder Pracht beneiden (28, 13; 31, 8 9; 36, 35). — Daß zu dem Behineingebaut (2 Kön. 9, 27; 21, 18. 26; Esther 1, 5; 7, 7), griffe eines Gartens deffen Abgeschloffenheit gehörte, ersieht so daß auch die Gärtner stets in denselben wohnten (Hld. 8,13). man aus dem Beiwort b'y: „Ein geschloffener Garten", mit Wir haben schon oben eine Stelle des Jesaja's angeführt, welchem eine Jungftau verglichen wird (Hld. 4, 12) und wo gesagt wird, daß die Israeliten „die Gärten sehr liebten, wird (1 Mos. 49, 22) der Gartenmauer (nsr) erwähnt, über und so spricht auch Amos (4, 9) von den „vielen Gärten" welche die Fruchtbäume ihre Zweige strecken sowie (Klgl. 2, 6) der Israeliten. Ja, in dem Briese des Propheten Jeremias der Umzäunung des G. (70). — Als ein Haupterforderniß eines an die Exulanten in Babel, fordert er diese aus: „Bauet Gartens wird die reichliche Bewäfferung deffelben hervorgehoben. Häuser und wohnet darin und pflanzet Gärten und verzehret Schon durch den Garten Eden sind Ströme, ihn zu „tränken " ihre Frucht (29, 5. 28). Und nicht minder rühmt sich der geleitet, (1 Mos. 2, 10) und in der poetischen Schilderung weise König „Gärten und Lustgärten" angelegt zu haben des Lagers der Israeliten wird dieses mit einem „Garten (Koh. 2, 5). Aber daß diese Gärten auch zu götzendieneriam Strome" verglichen (4 Mos. 24, 6). Ein „gewässerter schen Handlungen mißbraucht wurden, beklagt Jesajas 65, 3; Garten" wird daher'gerühmt (Jirm. 31, 12). In Ländern, 66, 17. wo der Regen selten, wie Aegypten, mußte künstliche Bewässe- Wenn wir im Anfang der h. Schrift den einfachen rung für die Gärten, z. B. durch Tretmühlen hergestellt Garten idcalisirt im „Gan Eden" fanden, so begegnen wir werden, und es wird vom Lande Israel gerühmt, daß dies in einem späteren Buche dem Ideale eines ausgebildcten daselbst nicht nothwendig sei (5 Mos. 11, 10). Ein Garten Gartenbaues. Bekanntlich ist das Idyll-Drama, das uns das „darin kein Wasser ist", verödet deshalb, und so sollen (zur „Hohelied" vorführt, auf die Flur in die üppig wuchernde Strafe) die Gärten werden, die Israel „so sehr liebt" Gartenebcne versetzt. Wir wollen aus demselben nur einige (Jesajas 1, 29. 30). Verse anführen, die uns einen Blick in die reich entwickelte Es versteht sich, daß mit der Zeit die verschiedenen Hortikultur der Israeliten werfen lassen. Es heißt, 4, 12: Arten der Gärten sich herausbildeten. So wird mehrere Male „Ein verschlossener Garten, meine Schwester, Braut, ein vorder Gemüsegärten (p-i'n p) erwähnt (5 Mos. 11, 10; 1 Kön. schlossener Quell, ein versiegelter Bronn; deine Schößlinge 21, 2; Jes. 61, 11). Aber auch des Nußbaum-Gartens sind ein Granatenlusthain mit den edelsten Früchten. Copfcr (n;i< Hld. 6, 11), des Granatenlusthaines (z'ro' dvs j mit Narben, Narde und Krocus, Kalmus und Zimmet sammt Hld. 4, 13), so daß also für verschiedene Obstgattungen beallen Weihrauchhölzern. Myrrhe und Aloe sammt allen edlen sondere Gärten angelegt wurden, was auf eine ausgebildete Gewürzen; ein Gartcnquell, ein Born lebendigen Wassers, Pflege derselben hindeutet. Wir begegnen z. B. der Beobachrieselnd vom Lebanvn. — Erwache, Nord, komm Süd, durch

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