Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 40 (1.10.1883)
- Date
- 1883-10-01
- Page
- Seite 651 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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651 der Wahrhaftigkeit u. s. w. ist in der Menge der Menschen' über viele fragliche Punkte der topographischen Beschaffenheit nicht durch die Bestimmungen des Strafrechts, sondern durch des alten Jerusalem war. Diese Arbeiten und deren Ergebdie Vorschriften der Religion lebendig und bestimmend ge-! niste werden in der vorliegenden Schrift sehr ausführlich worden. Wenn erst die bestehenden Religionen schon bei der j geschildert. Sie beziehen fich auf die südliche Mauer des Erziehung der Jugend die Lehren des Rechts und der Hualten Jerusalem, die Lage Zions und der Davidstadt, die manität, z. B. der Gleichheit Aller vor dem Gesetze als Anlagen und Bauten auf dem Südosthügel und auf die Um die wahrhaft allein religiösen den Herzen einpflanzen werden,1 gebung der Siloahquelle. Es sind ziemlich feste Ergebnisse, wird aller Zweifel und alles Schwanken darüber aus den die dem Berf. gelungen, wenn er auch hier und da bei Ver- Menschenherzen schwinden. — Ausgrabungen bei Jerusalem muthungen stehen bleiben mußte, welche späteren Arbeiten im Aufträge des Deutschen Vereins zur Erforschung Paläzum Gegenstand der Untersuchung und zum Wegweiser ftir stinas ausgeführt und beschrieben von Lic. Hermann Guthe, diese dienen werden. Das Bild, das wir uns vom alten Pivatdocent in Leipzig. Mit elf Tafeln. (Karl Baedecker, - Jerusalem zu machen haben, wird durch diese verdienstvollen Leipzig 1883.) Die Erforschung des alten Palästinas, seiner Arbeiten in mehrfachen Zügen klarer und fester, und der Topographie und der ehrwürdigen Reste seiner Vergangenheit Berf. stützt sich dabei auf die allerdings nicht reichlichen bildet schon seit längerer Zeit einen Gegenstand lebhaften Angaben der Bibel und der nachbiblischen Literatur. Durch Jnterestes und eiftiger Thätigkeit. Am meisten betheiligten; die Tafeln werden uns die Ausgrabungen und ihre Erfolge sich daran die Engländer, die Amerikaner und die Deutschen, anschaulich gemacht. — Soeben kommt uns die 25. Lieferung In Deutschland erstand der „Deutsche Verein zur Erforschung der Vidliotbsea Rabdiniou, herausgegeben vonvr.A.Wünsche Palästinas-. Im Aufträge dieses Vereins hat Herr Her- (Leipzig, Otto Schulze, 1883) zu. Dieselbe enthält die Uebcrmann Guthe, der auch mit Ebers das Prachtwerk „Palätragung des Midrasch Bemidbar Rabba, und zwar 4. Mos. stina in Wort und Bild" herausgiebt, während vier Monate Kap. 5, 30 bis 7, 1. Das treffliche Werk geht so mit vorbei Jerusalem mit unermüdlicher Ausdauer und vieler Um-; hältnißmäßiger Schnelligkeit seiner Vollendung entgegen, sicht Ausgrabungen veranstaltet, deren Zweck die Aufklärung ' Deutschland. Berlin, 20. September. (Privatmitth.) Der Kampf, der sich um die im nächsten Monat stattfindende Wahl neuer Stadtverordneten, und zwar sämmtlicher und nach der neuen Eintheilung der Wahlbezirke, erhoben hat, wird immer lebhafter und interessirt auch uns, da der Antisemitismus noch immer und in nicht geringem Maße hineinspielt. Doch hat dieser Kampf den Vortheil, daß sich mittels und innerhalb desselben diejenigen Kreise immer schärfer scheiden und ans Licht stellen, in welchen die antisemitische Gesinnung vertreten und thätig ist, und die, welche dieselbe vollständig verurtheilen. Hierbei können wir dann zu unsrer Befriedigung wahrnehmen, daß die antisemitische Partei, wenn auch noch immer sehr rührig, doch an Zahl gering ist, daß der Gegensatz zu ihr immer schärfer hervortritt und die früher Schwankenden oder Gleichgültigen ihr entschieden absagen. Gerade deßhalb liegt es in der Aufgabe dieses Blattes, den Fortschritten auch jenes Kampfes zu folgen und die besonders hervortretenden Momente zu markiren. Wir haben dies bis jetzt gethan und fahren darin fort. Für die bevorstehenden Wahlen haben sich drei Parteien gebildet: die fortschrittliche, welche die Fortführung der Stadtverwaltung in dem bisherigen Geiste will und deshalb die Mehrzahl der bisherigen Stadtverordneten wiederwählen wird; die Arbeiterpartei, welche die Tendenzen der Stadtverwaltung noch mehr demokratisiren w. l und tiefer eingreifende Maßregeln zu Gunsten der Arbeiter fordert und deshalb eine Anzahl Arbeiter und Gesinnungsgenossen als Candidaten aufstellt; endlich die conservativ-antiscinitische unter Führung Stöckers, welche sich jetzt „Deutsche Bürgerparteinennt, ohne jedoch mit dieser Bezeichnung ihren Charakter verdecken zu können. Die Versuche der letzteren, die Arbeiterpartei zu sich herüber zu ziehen, find bis jetzt vollständig gescheitert, und gerade die antisemitische Richtung wurde von den Arbeitern in stärkster Weise perhorrescirt. Wir referiren nun weiter. Eine vom Arbeiter-Wahlcomitö zuin Sonntag Vormittag nach dem neuen Gesellschaftshause. Cottbuser Str. 1., einberufene Communalwählerversammluug, welch? von mindestens 1500 bis 2000 Personen besucht war, beschäftigte sich in erster Linie mit der officiellen Romiuirung der Arbeiter-Candidaten für die Stadtverordnetenwahl. Ract, Mittheilung des Maurer Conrad werden in 17 Wahlbezirken 10 Anhänger der Arbeiterpartei candidiren, natürlich nur für Wähler dritter Klaffe; es sind unter diesen zwei Juden. Einen nicht unbedeutenden Theil der Verhandlungen nahmen die Bemerkungen ein, mit denen Schloffer Görcki die auf ihn gerichteten Angriffe Stöckers erwiderte. Nachdem der Red- 40