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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-09-25 · Heft 39 (25.9.1883) · p. Seite 629

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 39 (25.9.1883)
Date
1883-09-25
Page
Seite 629 (sequence 3)
Language
German
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629 genügend ausgebildet ist. Den Grund für diesen Mangel glaube ich in den nicht genügend vorhandenen Religionslehrern suchen zu sollen, denn wenn auch in größeren Städten für pädago interessirt, weil es mir oft schon geschienen hat, daß die Forderung, die er an die Kasse der Gemeinden stellt, zu erfeste Ueberzeugung von der Vorzüglichkeit der mosaischen füllen. Das Zweite wäre, daß den Vorständen der kleineren Gesetzgebung und Religion nicht bei allen Glaubensgenoffen Gemeinden das Bedürfniß eines guten Religionsunterrichtes für ihre Jugend klar und zu einer Gewiffenssache gemacht werde. Dazu könnten die Herren Rabbiner von ihrem Amtsorte aus in der ganzen Umgebung desselben sehr viel wirken, wenn sie die Mühen nicht scheuen, die damit verbunden sind, gisch gebildete Lehrer gesorgt ist, so entbehren doch die! Sie werden nicht selten auf hartnäckige Gegenwehr stoßen, kleineren Gemeinden dieser Wohlthat gänzlich, und sind es | denn nicht selten entbehren die Vorsteher kleiner Gemeinden hier stets die Schächter, welche dieses Amtes walten müffen.! der wünschenswerthen Bildung und Einsicht. In solchen Letztere aber können sich leider meist nicht einer besonderen! Fällen müßte man das Gesetz zur Hand nehmen und aus Vorbildung rühmen, und daher kommt es, daß diese soge->^und desselben nöthige Schritte thun. Das Tritte endlich nannten Schulen nicht sonderlich gedeihen. Diese Ersahwäre, kleinen Gemeinden, denen die nöthigen Mittel fehlen, rung können wir in Schlesien, wo so viele kleine Ge- Unterstützung zu gewähren. Wir brauchen hierfür nicht aus meinden existiren, zumeist konstatiren.!den evangelischen Gustav-Adolph-Verein hinzuwcisen. Tie Es ist eben bai Eigentümliche, daß di- Kosten fürjWieu-r Allianz hat ans ihrem Etat di- Rubrik- Unterden Schächter unter allen Umstanden ansgebracht werden, j'E»ungen snr Ileinere Gemeinden zn Schulzwecken. Aber für eine» Religianslehrer -der ist nichts vorhanden. Man! mä> 6ci ihr tritt hindernd di- B-schräukch-rt der M-tt-l cm, begegnet sogar oft total ungebildeten derartigen Beamten!^ di- Provinzen es der Hauptstadt überlasse,,. d,e große (Schachtern), dies nicht verstehen, sich di- Liebe nnd M-hrzahl der Mitglieder zu stelle». Juden wissen wir auch, Achtung der Kinder zn verschaffen. M. L. I*"* m#n<fc Commune, zu welcher -insolche «leine jüdiich- > Gemeinde gehört, bei richtiger Vorstellung der Sachlage sich Di- Bemerkungen unseres Herrn Correspondenten sind Zuschuß zu den Kosten des jüdischen Rclirichtig. Auch ist die Klage über den Zustand des Religionsunterrichtes in den kleineren Gemeinden in diesem Blatte gionsunterrichtes zu leisten. Die Sache ist sehr dringend, da an solchen Orten oft ganze Generationen schulpflichtiger schon oft und eindringlich ausgesprochen worden. Wir könnten Kinder ohne irgend welchen Religionsunterricht und deshalb auf Schriftstücke verweisen, die wir über diesen Gegenstand j ot)nc ciuc ^ligiöse Ueberzeugung auswachsen. Möchten sich in den Jahren 1844 und 1845 an den damaligen preußischen Unterrichtsminister gerichtet haben. Als gewissermaßen einen Ausfluß derselben können wir den § 62 des Gesetzes vom 23. Juli 1847 betrachten, in welchem jede jüdische Gemeinde verpflichtet wird, für den Religionsunterricht zu sorgen, und nur demjenigen gestattet wird, Religionsunterricht zu ertheilen, welcher die Prüfung als Elementarlehrer bestanden hat. Würden diese gesetzlichen Bestimmungen wirklich beachtet und ausgeführt, so würden solche Zustände, wie der Correspondent sie berührt und wie sie auch nach unseren Erfahrungen in den verschiedenen preußischen Provinzen bestehen, längst verschwunden sein. Da sie aber und in einem bedauerlichen Umfange vorhanden sind, so ist damit der Beweis geführt, daß man sich wenig um die Ausführung des § 62 bekümmert. Folgendes wäre deshalb zu wünschen. Zuerst, daß die Zahl der seminaristisch gebildeten Religionslehrer stärker vermehrt werde. Der Deutsch. Israelitische Gemeindebund hat sich für diese Sache schon lebhaft und thatsächlich interessirt, indem er Stipendien für solche junge Leute gewährt. Aber seine Mittel reichen nicht weit genug aus, da eine allzu aroüe rrabl iüdiicker Gemeinden sick nnck immer nickt be-! N Unser geschätzter Correspondent spricht in seiner Auschrist gro^e ^ayr suorscyer Wemernoen srcy nocy immer nrcyr ve- <^nung Qu^( biee öet letzte Bericht über die Creesse in wogen fühlt, sich dem Bunde anzuschließen und die geringe Ungarn sein werde. Redaktion. überall thatkräftige Männer finden, welche die Hand ans Werk anlegen! Die Ercelse in Ungarn. IV.-) Pest, 9. September. Aeußere Ruhe, innere Unruhe: das ist die Signatur der Lage im Zalaer, im Somogyer Komitate und in verschiedenen anderen Gegenden des Landes. Die Behörden haben jetzt eine genügende bewaffnete Macht zur Verfügung, um jeden Tumult rasch zu unterdrücken, aber alle Welt weiß und fühlt, daß diese Ruhe eine schwankende, unsichere ist und die bange Sorge will die Gemüther nicht verlassen. Die Untersuchung über die bisher stattgcfundcnen Tumulte wird von den Behörden mit anerkenncnswerthem Eifer betrieben , täglich werden Gruppen von Jnquisiten mit großen Bündeln geraubter Sachen den Gerichtshöfen eingeliefert-, es sind das zumeist Handwerker, Tagelöhner und Bauern; die geistigen Urheber der Exceffe gehen frei aus und treiben 39*

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