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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-09-11 · Heft 37 (11.9.1883) · p. Seite 601

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 37 (11.9.1883)
Date
1883-09-11
Page
Seite 601 (sequence 7)
Language
German
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601 mitznnehmen, Hab und Gut, Familie und Gesinde, Verwandte,| an mehreren Beispielen zeigt. — c) Alles dies war nur Vieh und Wild. Dieser besteigt das Schiff, schließt es ab! Vorspiel, jetzt auf einmal heißt es: „Raniman's Wogenschwall und übergiebt es dem Steuermanne Buzurknrgal. Die Götter i steigt zum Himmel empor", Finsterniß tritt ein, und selbst selbst fürchten sich vor den Schrecknissen der eingetretenen; die Götter sliehen zum Himmel hinweg: das war das Ein- Naturereigniffe und flüchten sich zum Himmel des Gottes Anu. j treten der Cyklone. „Die verheerendste Naturerscheinung der Als die Fluthen wieder abuahmcn, strandet das Schiff an > Gegenwart, die von einer Erschütterung der Erde begleitete dem Berge des Landes Nizir. Hasis-Adra läßt eine Taube (?)i Cyklone, ist zugleich jene, welche der Darstellung Hafts-Adra's heraus, dann eine Schwalbe, dann einen Raben. Er vervon dem größten Naturereigniß des Alterthums am genauesten läßt das Fahrzeug und bereitet ein Opfer. Jstar hebt in' entspricht." die Höhe die großen Bogen (?) und schwört nicht zu vergeffen; Es folgt nun die Schilderung der allmählichen Abnahme diese Tage. — der Fluth. Nach 6 Tagen und 7 Nächten ließ die Fluth Es sind zwei Oertlichkeiten im Epos genannt, die Stadt nach: „da faßte ein Berg der Gegend von Nizir das Schiff Surippak, der Wohnort des erretteten Weisen, und der Ort der Strandung, ein Berg des Landes Nizir. Die Stadt Surippak lag in der Nähe der damaligen Euphratmündung. Wohl nirgends auf der Erde hat sich die Grenze zwischen Land und Meer in historischer Zeit so vollständig verschoben, wie an der Mündung der mesopotamischen Ströme, die im Alterthum getrennt, heute dagegen vereinigt als Schatt el Arab sich ins Meer ergießen; und zwar haben wir die Verlandung auf mehrere 100 Kilometer anzunehmen. Dort, in der Nähe des Meeres, an einer jetzt weit landeinwärts gelegenen Stelle, lag die schon damals altersgraue Stadt. Einen zweiten Anhaltspunkt giebt die Verwendung von Asphalt zur Berpichung des Schiffes, da die unteren Euphrat- und Tigris-Niederungen von asphaltrcichen Höhen begleitet werden. Der Schauplatz der geschilderten Ueberschwemmung ist also die untere mesopotamische Ebene. An einer größeren Uebersluthung können atmosphärische Niederschläge nur untergeordnet mitgewirkt haben, da diese ja überhaupt auf ein gewisses Maß und einen engbegrenzten Raum beschränkt bleiben; dagegen sind schon häufig große Fluthen, sowohl durch Erdbeben, als durch Wirbelstürmc (Cyklone) erzeugt, auf Inseln, flach gelegenen Küstenstrecken und in den tieferen Theilen großer Flußtbäler beobachtet worden, ja die Combi- Nation beider Ursachen zu doppelt schrecklichen Katastrophen ist nichts Seltenes. Und in der That entspricht die Schilderung des Jzdubar-Epos vollkommen einer gewaltigen Erdbeben- (seismischen) Fluth, verbunden mit dem Eintreten einer Cyklone. .Die Warnungen des Meergottes La sind kleinere seismische Fluthen; die Stimme, die den Hasis-Adra zum Einsteigen ruft, kann ein seismisches Dröhnen (Rombo) gewesen sein. Das Ereigniß selbst besteht aus Erscheinungen a) der Atmosphäre: schweres Gewölk, Gewitter, Wirbelwinde, wie sie in Mesopotamien oft mit gewaltiger Macht daherrasen; t>) der Erde: die Kanäle strömen über (durch Erdbeben, Sturm und Rückstauung); die Annunaki (Geister der Tiefe) bringen Fluthen herauf (vergl. l Mos. 7, 11.), — das Hervortreten großer Wassermengen aus der Tiefe ist eine Erscheinung, welche Erderschütterungen in den Alluvialgebieten großer Flüsse säst regelmäßig begleitet, wie der Berf. und ließ es nicht nach der Höhe zu weiter." lieber die Lage der Gegend Nizir giebt eine Inschrift Aufschluß, welche über einen Kriegszug des Königs Asür - nä^irpal berichtet. Danach müssen die die Niederung gegen Nord osten begrenzenden miocänen Vorberge am unteren Zab gemeint sein, die sich gegen 300 Dieter über das Meer erheben, aber nach dem Texte nicht überschwemmt gewesen zu sein brauchen. Das Schiff wurde also mindestens 80 geographische Meilen weit landeinwärts getrieben, wieder ein Beweis, daß die Fluth vom Meere herkam. Dasselbe kann man im biblischen Bericht erreichen, wenn man 1 Mos. 6, 17 und 7, 0 mijam anstatt majim letzt. Der fernere Abschluß der Erzählung stimmt fast genau mit der biblischen überein. Der Berf. schildert nun eine große Zahl sintfluthähnlicher Ereignisse der Gegenwart, wie sie in gewissen der mesopotamischen Tiefebene ähnlichen Gegenden weit häufiger sind, als man in Europa anzunehmen geneigt ist. Ein bevorzugter Schauplatz solcher Katastrophen ist z. B. das Delta des Indus. Dieser Strom hat an seiner Mündung ein weites Schwemmland abgesetzt, in dem Hervorbrechen des Grundwaffers und das Einsinken weiter Flächen bei den häufigen Erdbeben nichts Seltenes ist. An der Ostseite des Deltas dehnt sich der Ran of Kachth aus, eine südöstliche Erweiterung des Flachlandes der Mündungen, der aber durch einen längs der Küste sich hinstreckenden Höhenzug vom Meere geschieden ist. Diese weite, niedrige Ebene ist bald bei Südwest-Monsun von Lukput her von Salzwaffer überdeckt, bald bei Hochwässern des Indus von Süßwaffer überfluthet, bald weithin trocken. Diesen Ran traf nun 1810 ein heftiger Erdstoß, aus zahlreichen Spalten quollen drei Tage lang ungeheure Massen schlammigen Wassers; dann trat ein großer Wasserstrom vom Meere her ein und ein See dehnte sich 17 Miles nach allen Richtungen weit uin die Zollstation Sindree aus. Gegen Norden erschien ein gewaltiger Damm, der sich später als eine Abstufung des Bodens herausstellte, von der südlich das Land um ungefähr 2" Fuß gesunken war. Aehnlichc Erscheinungen sind von New-Madrid am Mississippi und der Burjätensteppe am Baikal-

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