Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 36 (4.9.1883)
- Date
- 1883-09-04
- Page
- Seite 589 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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589 mäler und Inschriften näher zu bestimmen. Ein Schweizer eine Schrift, in welcher der allseitig als hervorragendster Gelehrter, Herr vr. Naville aus Genf, ist mit der Lösung I christlicher Kenner des jüdischen Schriftthums geschätzte Berdieser Aufgabe betraut worden und hat zunächst die im Osten! faffer die seit Jahrhunderten immer von neuem wieder gegen des Deltalandes gelegenen Trümmerstätten des sogenannten Wadi Tumilat in Angriff genommen. Es ist dies die arabische Bezeichnung jener Thalspalte, durch welche der Süßwafferkanal von Suez vor seinem Eintritt in den Krodie Juden erhobene Beschuldigung des rituellen Christenmordes unter Mitthcilung der hierfür geltend gemachten Belegstellen in hebräischer Sprache und deutscher Uebersetzung beleuchtet. Die Wahrheit hat sich also wiederholt hören kodilsee seinen Lauf nimmt und welche nach der gewöhnlichen laffen, und unwiderlegbare Beweise herangebracht. Desto Annahme das Gebiet des biblischen Gosen umfaßt. Inders mehr brandmarken sich die, welche demungeachtet in lügneueuesten Zeit hat dasselbe Thal eine gewiffe Berühmtheit § rischster Weise ihre Verleumdungen immer wieder behaupten', durch die Schlacht bei Tel-el-Kebir erlangt. In der Nähe! — Die Berliner Zeitungen theilen das Folgende mit: der ehemaligen Eisenbahnstation von Ramses, bei der gegen- „vr. Chronik, der Redakteur des „Zeichen der Zeit", hat wärtig Maschutah genannten Oertlichkeit, hat der genannte sich einer Kur unterziehen müffen, deren Nachkur ihn längere Gelehrte in einem Zeitraum von sechs Wochen nicht weniger! Zeit in Anspruch nehmen wird. Herr vr. Chronik bittet als 18,000 Kubikmeter Sand bei Seite geschafft und eine die Freunde der „Zeichen der Zeit", daher die Unterbrechung der merkwürdigsten Stätten freigelegt, welche mit der Gej zu entschuldigen. Mit erneuter Kraft hofft er das Ausgeschichte des Auszugs der Juden aus Aegypten in engster! bliebene baldthunlichst nachzuholen." Beziehung steht. Eine im Viereck angelegte Ziegelmauer von! Pest, 20. August. (Literarische Notizen.) Zu den 7 Meter Dicke umschließt einen Raum, der gegen 4 Hektar! verloren gegangenen Midraschim gehört auch der Midrasch Abchir, der, sehr alt, nur noch aus den Citaten von M. Jalkut bekannt ist. Diese zerstreuten Fragmente des genannten Midrasch hat der fleißige Herr Salomon Buber, von dem, wie bereits früher mitgetheilt, eine neue Ausgabe des Midrasch Tanchuma sich unter der Preffe befindet, gesammelt und mit Noten versehen in einer besonderen Schrift d soeben veröffentlicht (Wien 1883). Aus dem Umstande, daß nur Abchir - Fragmente zum 1. und 2. B. Mos. sich finden, folgert Buber mit Recht, daß der Midrasch sich auch nur auf diese Theile des Pentateuch erstreckt hat. — Bon dem durch andere Schriften bereits vortheilhaft bekannten Samuel Modlinger erschien jüngst in hebräischer Bearbeitung 'hv Vl:cp~n "n *30 Das Leben des mit Rücksicht auf die Schriftthums aus den umfaßt. Im Innern desselben ward ein Tempel freigelegt, in dessen Nähe sich eine Reihe rechtwinklig aufgebauter Gemächer befinden, die einen beträchtlichen Platz einnehmen, mit einander in keiner unmittelbaren Verbindung stehen und nur einen einzigen Zugang von oben her haben. Sie stellen Getreidehäuser dar, welche unwillkürlich an die im 2. B. Mose 1, 11 erwähnten Vorrathshäuser oder Getreidespeicher erinnern. Den Israeliten ward aufgegeben, dem Pharao die Städte Pithom und Raemses zu derartigen Getreidestädten zu bauen. Thatsächlich hat Herr Naville in den an Ort und Stelle aufgefundenen Inschriften den Namen der Stadt Pithom in seiner ägyptischen Schreibung Pa-tum oder Pi-tum, d. i. „Stadt des Gottes Tum", wiedergefunden und dadurch der biblischen Ueberlieferung die unwiderlegliche geographische Aristoteles und seine Philosophie, Unterlage geschenkt. Nach einer andern Seite liefern die Wissenschaft des alten hebräischen gefundenen Inschriften den Beweis, daß König Ramses II., Zeiten der Bibel, der Mischna und des Talmuds (Wien 1883). der Sesostris der griechischen Ueberlieferung (um 1320 vor Tie Schrift ist nicht allein für unsere Glaubensbrüder in Chr. Geb.), der Erbauer jener Stadt gewesen ist, welche, Galizien, Polen und Rußland, denen die Philosophie des sammt ihren Denkmälern, zuletzt von den Römern zerstört Stagiriten hier erschlossen wird, von besonderem Interesse, wurde, um hier ihr Lager aufzubauen. Während Pitum sie enthält auch für alle Freunde der Philosophie viel Anden heiligen Namen der merkwürdigen Stadt darstellt, bestätigt die volksthümliche Bezeichnung derselben: Thukot, wie sie aus den Inschriften hervorgeht, die biblische Namensform Suchoth für das erste Lager der Israeliten nach ihrem Ausbruche aus Raemses. Die geographische Bestimmung dieses wichtigen Punktes ist von besonderer Bedeutung für die ganze Richtung des Auszuges, der durch das Wadi Tumilat, nach dem Krokodilsee zu, stattgefunden haben, mußte regendes und ist ihr eine weite Verbreitung um so mehr zu wünschen, als der Verfasser sie auf eigene Kosten zum Druck befördert hat. — vr. M. Grünwald, Rabbiner in Belovar «Kroatien), und der k. k. Hauptmann Anton Casnacich in Gravosa bei Ragusa haben sich vereint in einem Schriflchen: Didacco Pyrrho auch Flavins Eborensis genannt, das Lebensbild eines unglücklichen Marannen - Dichters zu entwerfen (Frankfurt a. M. 1883). Didacco Pyrrho oder Flavio Joseph, — Im Verlag von Deichcrt in Erlangen erschien soin Evora in Portugal geboren, verließ im Alter von 1t> Jahren eben unter dem Titel: „Schachmatt den Blutlügnern aus Furcht vor der Inquisition die Heimath und begab fick; Rohling und Justus von Franz Delitzsch (Preis 50 Pf.), j nach Flandern, später nach Ragusa, von wo aus er Italien 36*