Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 35 (28.8.1883)
- Date
- 1883-08-28
- Page
- Seite 571 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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57k c ft er ue i ch - Ungar n. oft in hervorragender Weise, hat der Tumult in Preßburg gezeigt, wie ein deutscher Tischlergeselle eine Hauptrolle Bon der Donau, 16. Aug. (Prioatmitth.) Es mag spielte! im Interesse der ungarischen Politik liegen, daß bis jetzt Pest, 13. August. Die Zahl der bis gestern Abend viele Stimmen gegen den Justizminister Dr. Pauler und wegen der Straßentumulte verhafteten Personen beträgt dessen Verfahren in den antisemitischen Vorgängen sich er- 173. Die Verhöre werden ununterbrochen fortgesetzt und hoben, hingegen der Minister des Innern Koloman Tißa haben zahlreiche Anhaltspunkte dafür ergeben, daß die Tu nnangetastet geblieben ist. Im Interesse der Wahrheit ist multe systematischen Wühlereien ihren Ursprung zu verdanken dies aber nicht. Die jüngsten Vorgänge in Pest, besonders hatten. Die Urheber derselben sind zum Theil bereits bedaß am zweiten Abend der Tumulte der Polizcidirektor kannt und werden fortwährend beobachtet. Als Beweis, daß anderthalb Stunden den Plünderungen und Mißhandlungen Hetzereien planmäßig betrieben wurden, wird angeführt, daß inüssig zusah, obschon der Schauplatz ganz in seiner Nähe ein Arbeiter einem ihm bekannten Finanzwachmanne erzählte, war, hat abermals gezeigt, daß das ungarische Polizeiwesen er habe von einem feingekleideten Herrn drei Silbcrgulden unter Tißa ein durchaus verderbtes geblieben ist. Bei dem erhalten, damit er an den Krawallen theilnehme. Ein in Tißa-Eßlarer Prozeß haben die polizeilichen Organe noch! der Polizei-Centrale eingesetztes Collegium beschloß, von den viel ärger gehaust als der Untersuchungsrichter und ohne , Verhafteten 32 Personen zu enthaften, die offenbar bloß die Barbareien der sog. Sicherheits-Commissäre hätte dieser durch Zufall in den Tumult gerathen waren. Heute glaubte gar kein Material für seine berüchtigten Untersuchungsakten man der Militärassistenz gänzlich entrathen zu können, gehabt. Obgleich nun alle diese Fakten bekannt waren, gedoch werden mehrere Regimenter Bereitschaft aufstellen. Auch schah von der Centralstelle nichts, um diesen grausamen Rohdie Hausthore brauchen heute nicht mehr um 7 Uhr gesperrt heiten Einhalt zu thun, um die Personen und die persönliche i zu werden. Um 10 Uhr Abends kam jedoch noch ein Kra- Freiheit vor den Angriffen der Commissäre und Panduren! wall in der Vorstadt Neupert vor. Eine slovakische Tagsicher zu stellen. 72 Personen konnten ohne Grund monatelöhnerin hatte bei einem jüdischen Bäcker neben der Linzer'- lang eingekerkert werden, ohne daß der Minister des Innern ' schen Fabrik Brot backen lassen, war mit dem Brot nicht nur eine Notiz davon nahm. Man macht hierbei auf fol» > zufrieden, machte Skandal und wurde hinausgeworfen. Tagenden Umstand aufmerksam: Der Conseilspräsident traute raus kam der Mann der Slovakin mit zahlreichen Kameraden, seinem Collegen von der Justiz allerdings nicht über den Ziegelarbeitern und sonstigen Tagelöhnern, die eine drohende Weg: als am 18. Juni 1882 die Leiche der Esther Soly- Haltung annahmen. Der Bäcker requirirte polizeiliche Hilfe, mosfi bei Tißa-Dada aufgefischt war, schickte er den Sicherunterdessen hatten die Tagelöhner alle Fenster der verramheits-Commissar Barcza zur Controls des Verfahrens nach , melten Wohnung zerschlagen und wären auch in den Laden Eßlar. Am 23. Juni 1882 erlangte Barcza von Moritz eingedrungen, wenn nicht Polizei gekommen wäre. Als die Scharf das Geftändniß, daß die ganze Geschichte erlogen Polizei anlangte, ergriffen die Excedenten die Flucht. Ter sei, den betreffenden Bericht aber behandelte Tißa als Staats- Führer der Patrouille schoß, um sie zum Stehen zu bringen, geheimniß, um erst einmal zu sehen, wie der Hase läuft. Sie entstohen jedoch und versteckten sich in verschiedenen Bolle dreizehn Monate vergingen, bis Barcza vor dem Ge- Fabriken. 42 Excedenten wurden verhaftet, damit ist die Zabl richtshofe von Nyiregyhaza mit seiner Enthüllung hervorder Verhafteten wieder auf 183 gestiegen, trat. Tißa's persönliche Stellung zu der ganzen Agitation Pest, 13. August. (Privatmitth.) Die antisemitische kann mithin nicht zweifelhaft sein, um so weniger, als er Bestialität hat sich hier, in der Hauptstadt Ungarns, mehrere von Jahr zu Jahr, bei allen demokratischen Allüren, sein Nächte in ihrer ganzen Herrlichkeit geoffenbart. Das wüste Ministerium mehr und mehr auf jenen Hochadcl stützt, dessen Treiben von der Nacht des 8. d. M. wurde in der folgenden Sympathieen für den Antisemitismus klar zu Tage liegen. Nacht fortgesetzt. Es war leicht vorauszusehen, daß die bc- — Uebrigens sei doch hierbei bemerkt, daß die wieder-I schäftigungslosen Arbeiter sich mit den Antisemiten rasch verholte Behauptung des antisemitischen Correspondcnten, der einen würden, sie verfolgten beide gleiche Ziele: Verwüstung „Köln. Ztg.", die „Einbrecher" am zweiten Tumultabend und Plünderung. In dem jüdischen Hötel „Zum weißen wären „Böhmen, Slovaken und Juden, keine Deutschen und Schwan", wo man unvernünftiger Weise die Familie Schars Magyaren" gewesen, eine antisemitische Lüge ist. Die Listen mitsammt dem verworfenen Moritz einlogirt hatte, wurde der Jnhaftirten zeigt das Gegentheil, was die „Inden" be vandalisch gehaust. Die in der Nachbarschaft des Hotel» trifft. Auch wird schwerlich ein Vernünftiger voraussetzen, befindlichen Geschäfte wurden geplündert, mehrere Branntweindaß bei solchen antisemitischen Excesscn sich Juden nur unter schänken wurden total ansgeraubt. Viele Juden erlitten nicht die Masse getrauen! Daß auch Deutsche Theil nehmen und unerhebliche Verletzungen. Infolge der Tumulte, welche sich