Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 35 (28.8.1883)
- Date
- 1883-08-28
- Page
- Seite 567 (sequence 5)
- Language
- German
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567 rung in Palästina überhaupt stand die trostlose Lage der diesem Erwerb vorangehen mußte, namentlich für die Agenten bisherigen jüdischen Bevölkerung entgegen, die ohne die Gelddarauf gegangen; was die Emigranten selbst noch besaßen, Unterstützung ihrer europäischen Glaubensgenossen zu einem > wurde ihnen durch gewissenlose Agenten im Lande selbst abnicht geringen Theile dem Verhungern preisgegeben wäre, genommen. Man schickte nach jenem Fleck Erde eine große eine Lage, die unter den obwaltenden Umständen bei dem Anzahl Familien mit Weibern, Greisen und Kindern, deren Mangel des gewerblichen Verkehrs, der Industrie und Com- Männer noch dazu vom Ackerbau keine Ahnung hatten. So munikationsmittel eine Besserung nicht in Aussicht hat. Kann mußte kommen, was gekommen ist. Der bei Weitem größte doch selbst die schon sechs bis sieben Male projektirte kleine Theil dieser Familien blieb schon in Ca'iffa, einem dumpfen Eisenbahn von Jaffa nach Jerusalem und die Wasserleitung Neste zurück und ist größtentheils dem Hungertode nahe. In nach der heiligen Stadt, die für diese eine Lebensbedingung der Colonie selbst sind weder Häuser, noch Vieh, noch Ackerist, nicht zu Stande kommen. Jede Einwanderung vermehrt geräthe vorhanden. Krankheit und Hunger herrschen daselbst, also nur nach ihrem größeren Theile diese unglückliche Be- Die entsetzlichste Muthlosigkeit hat sich der Leute bemächtigt völkerung — wie denn wirklich die jüdische Bevölkerung und raubt ihnen den letzten Rest von Thatkraft. Herr Vene- Jerusalems in kurzer Zeit von 8000 aus I3,0t0 Seelen ziani konnte nichts Anderes thun, als Tausende von Francs gestiegen ist — ohne daß hiermit der Geldzufluß aus Europa als Almosen zu vertheilen, ohne damit Weiteres bewirken zu sich merklich vergrößerte, folglich Armuth und Elend nur können, als das Leben der Unglücklichen eine kurze Zeit zu wuchsen. — Demungeachtet gingen, wie gesagt, nicht nur fristen. Er berechnet, daß ein Kapital von mindestens 100,000 viel mehr russische Flüchtlinge nach dem heiligen Lande als Francs nothwendig ist, um die Colonie definitiv zu installiren wünschenswerth war, sondern es wurden auch mehrere Ver- und eine regelmäßige Monatsunterstützung von 4000 Francs suche mit Ackerbau-Colonien gemacht. Dies geschah nament- bis zu der Zeit, wo die Colonie anfinge, sich selbst zu erlich von einer Gesellschaft in Rumänien, welche ein Stück halten. Aber auch wenn diese bedeutende Unterstützung gc- Land erwarb und eine ziemliche Anzahl von Familien da leistet würde, könne er die Verantwortung nicht übernehmen, hinwars. Zu bemerken ist. daß diese Gesellschaft von den daß die Colonie wirklich gedeihen würde. Fehlt es ihr doch emigrirenden Familien nicht unbeträchtliche Summen einan aller intellektuellen und moralischen Leitung, an jedweder zog, für welche sie ihnen die freie Ansiedelung und Unter- Organisation, an genügender Zahl kräftiger Arme und an stützung bis zur erlangten Selbstständigkeit verhieß. Die ausreichendem Bodenraum. So wie sie jetzt beschaffen ist, Colonie erhielt den Namen Samarin von der benachist die ganze Colonie dem Untergange geweiht. Das Traubarten Trümmerstätte Samaria's. Wie steht es nun um diese rigste hierbei ist, daß man so mit dem Leben Hunderter von Colonie? . . . Um unparteiisch zu sein, bemerken wir voraus, Familien verfahren ist, von denen die meisten dem Verderben daß die Ackerbauschule der Alliance bei Jaffa in recht blühen-; verfallen ist. — bent Zustande sich befindet, aber noch lange nicht ihre Kosten Resultat können wir folgendes Schreiben des Herrn zu tragen vermag, sondern beträchtliche Jahreszuschüffe er-; beneziani betrachten: fordert; daß auch eine kleine russische Colonie bei Safet gedeihen soll. Aus Samarin aber drangen bald Hülferufe Beyruth, 27. >zuni. und die rumänische Gesellschaft wandte sich wiederholt um Die Erfahrung von Samarin ist entscheidend und die Unterstützung an die Alliance. Diese, um sich über den Briefe, die ich Ihnen über diesen Gegenstand geschrieben, Zustand und die Aussichten dieser Unternehmungen sichere werden Sie aufgeklärt haben. Man muß durchaus und in Nachrichten zu verschaffen, ersuchte in Verbindung mit dem bestimmtester Weise und durch alle Mittel, die in unsrer Baron v. Hirsch, den vielerprobten Herrn Beneziani an Ort Macht liegen, für jetzt alle Neigung zur Auswanderung nach und Stelle zu reisen, und Bericht zu erstatten. Derselbe ist Palästina und jeden Versuch, so bescheiden er auch sei, zur jetzt zurückgekehrt und wir werden bald von seinen mündlichen Colonisation unterdrücken. Tausend Gründe, von denen ich Berichten hören. Einstweilen giebt die Alliance in ihrem. Ihnen schon gesprochen, schreiben uns diese Handlungsweise Juli-Bulletin mehrere Briefe des Herrn Beneziani, die er vor: die ungeschickten Comite's, der vollständige Mangel unmittelbar nach der Prüfung der dortigen Zustände geschrielandwirthschaftlicher Erfahrung sowohl als der Hülfsquellen ben hat. Er fand Alles in der trostlosesten Beschaffenheit, für die Emigranten, die ungeheuren Summen, die ohne irgend Wir wollen unsre Leser mit der detaillirten Schilderung dieses welches Resultat von den bisherigen Versuchen verschlungen Elends verschonen. Die rumänische Gesellschaft hat sich einer worden sind. Jedes Mal, wenn ich in diesen Gegenden Leichtfertigkeit schuldig gemacht, wie sie nicht größer gedacht, Gelegenheit gehabt habe, ein Boot zu nehinen, stieß ich ans werden kann. Die vorhandenen Gelder sind für den 'Ankauf unglückliche Juden, die hierhergekommen, man weiß nicht wie. eines völlig ungenügenden Bodenraumes und für Alles, was : die man verhindert an's Land zu treten und die keine Mittel