Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 35 (28.8.1883)
- Date
- 1883-08-28
- Page
- Seite 564 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3224737-3227447-3227483--41067-3309513- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
564 veranlaßt, erleichtert, das seinen Nebenmenschen zum Nutzen schwenden muß. Wird dieser nicht ungleich mehr arbeiten, oder Vergnügen gereichen kann, verdient den Namen des , also mit eben der Anstrengung mehr hervorbringen und also Hcrvorbringers, und er verdient ihn zuweilen um desto mehr,! bessere Preise bewilligen und dennoch bequemer leben können? je weniger Bewegung ihr an seinen Extremitäten gewahr! Wird nicht dadurch die wahre Industrie befördert, und verwerdet. Mancher Kaufmann, der an seinem Pulte Specu-i dient der Zwischenhändler noch ein nutzloser Verzehrer gelationen macht oder auf seinem Ruhesessel Pläne entwirft, nannt zu werden? — Diese Gründe für den Zwischenhändler bringt im Grunde mehr hervor als der Arbeiter und Handelsmann, der das meiste Geräusch macht. Der Kriegsmann bringt hervor, denn er verschafft dem Staate Ruhe und im Kleinen sind noch weit einleuchtender, wenn sie auf die Zwischenhand im Großen, auf den eigentlichen Kaufmann, der die Produkte der Natur und des Fleißes von Land in Sicherheit. Der Gelehrte bringt zwar selten etwas hervor, j Land, Weltgegend in Weltgegend verfährt und versetzt, andas in die Sinne fällt, aber doch Güter, die mindestens ebenso schätzbar sind: guten Rath, Unterricht, Zeitvertreib und Vergnügen. Nur in der Anwandlung einer üblen Laune kann einem weisen Manne, wie Rouffeau, der Einfall entfahren , daß der Biscuitbäcker zu Paris mehr hervorbringe als die Akademie der Wiffenschaften. Zur Glückseligkeit des Staates, sowie der einzelnen Menschen gehören mancherlei sinnliche und übersinnliche Dinge, körperliche und geistige gewendet werden. Dieser ist ein wahrer Wohlthäter des Staates, des menschlichen Geschlechtes überhaupt, und also nichts weniger als ein unnützes Maul, das von dem Hervorbringer allein unterhalten werden muß. „Ich habe vorausgesetzt, daß der Mißbrauch verhindert werde. Dieser besteht hauptsächlich darin, daß gewinnsüchtige Zwischenhändler das Schicksal der Erzeuger in ihre Gewalt zu bringen wiffen; daß sie suchen, Herren und Meister über Güter, und wer zu deren Hervorbringung oder Bervollkommdie Preise der Waaren zu werden; solche in den Händen der nung auf irgend eine mehr oder minder entfernte, mittelbare ersten Besitzer herabzusetzen und in den übrigen in die Höhe oder unmittelbare Weise etwas beiträgt, der ist kein bloßer zu bringen. Dieses sind große Uebel, die den Fleiß des Verzehres zu nennen, der ißt sein Brod nicht umsonst, son- Hervorbringers, sowie den Muth des Verzehrers zu Boden dern hat dafür hervorgebracht.; drücken, und denen durch Gesetze und Polizei entgegengear- „Jch sollte glauben, dies leuchte vielmehr dem gesunden beitet werden muß; zwar nicht gerade durch Verbot, AuS- Menschenverstande ein, und was insbesondere die Zwischen-! schließung oder Hemmung, am wenigsten durch bewilligten bände und ihr Berhältniß zum Hervorbringen und Verzehren oder begünstigten Allein- oder Borkauf. Dergleichen Borkehbetrifft, so getraue ich mir zu behaupten, daß sie hier beide; rangen befördern entweder die Uebel noch, die man durch nicht nur nicht nachtheilig, sondern, wenn der Mißbrauch! sie abzuwenden sucht, oder bringen welche hervor, die noch verhindert wird, höchst nützlich und fast unentbehrlich sind; schädlicher sind. Man suche vielmehr alle Einschränkungen, ja, daß durch ihre Vermittlung die Produkte brauchbarer, soviel sich thun läßt, zu vermindern, die Monopolien, Vorgemeinnütziger und auch wohlfeiler werden und der Produ-! und Ausschließungsrechte aufzuheben, dem geringsten Anzent demnach mehr gewinne, und also in den Stand gesetzt käufer mit dem größten Handlungshause gleiche Rechte und werde, ohne übermäßige Anstrengung seiner Kräfte bequemer Freiheit zukommen zu lasten; mit einem Worte, die Con- und bester zu leben. Man stelle sich einen Arbeiter vor, der currenz unter den Zwischenhändlern auf alle Weise zu bedie rohe Materie zu seiner Kunstarbeit selbst von dem Landfördern; einen Wetteifer zwischen ihnen zu erregen, wodurch mann abholen und, nachdem er sie veredelt hat, selbst dem der Preis der Tinge im Gleichgewicht erhalten, der Kunst- Verzehrer zuführen muß; der dafür zu sorgen hat, daß er fleiß von der einen Seite aufgemuntert und von der anderen jene zu gewisser Zeit in hinlänglicher Menge anschaste und Seite jeder Verzehrer in den Stand gesetzt wird, den Fleiß diese, so oft sein Bedürfniß es erfordert, an denjenigen Mann seiner Nebenmenschen ohne übermäßige Anstrengung zu gebringe, der sie zu eben der Zeit braucht und ihm abzunehinen nießen .... Nur durch Concurrenz, unbeschränkte Freiheit veranlaßt wird. Man vergleiche mit ihm den Arbeiter, dem und Gleichheit in den Rechten des Kaufes sind diese Endder Zwischenhändler die rohe Materie in das Haus bringt, zwecke zu erreichen; und sonach ist der gemeinste Trödler nach Maßgabe seines Bedürfnisses und seiner Umstände ver- und Ankäufer, der geringste herumwandcrnde Jude, der den kauft, vertauscht oder auf Glauben darreicht, der ihm die rohen Stoff von den Landmann zum Künstler, oder den beverbesserten Produkte abnimmt und es seine Mühe und Sorge arbeiteten von diesem zu jenem bringt, zur Aufnahme des sein läßt, solche dem Verzehrer wiederum zur bequemen Zeit Landbaues, der Künste, Manufakturen und Handlung überznznführen. Wie viel Zeit und Kräfte erspart dieser nicht, Haupt von sehr beträchtlichem Nutzen.. Zum Bortheile des die er seiner Kunst widmen kann, jener hingegen durch un- Landmannes erhält er den rohen Stoff in seinem Werthe nutzes Herumtrödeln und tausend Abhaltungen und Zer- und zum Nutzen des Künstlers, sowie zur Aufnahme der streuungen, zu denen er genöthigt oder verführt wird, ver- Kunst sucht er die Produkte der Industrie in alle Winkel zu