Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-08-21 · Heft 34 (21.8.1883) · p. Seite 556

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 34 (21.8.1883)
Date
1883-08-21
Page
Seite 556 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/3224737-3227447-3227482--41058-3309503
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

556 einander. $m folgenden Abende wurde es ernstlicher, man Bier Personen sind verhaftet worden. Um 12X 2 Uhr war drang in das Hotel ein, zertrümmerte, was man vorfand die Ruhe wiederhergestellt. und verbreitete sich dann plündernd und raubend auf die Preßburg, 6. August. Bormittags wurden von der nächsten Geschäftshäuser. Erst nach anderthalb Stunden kam Stadthauptmannschast die sechs Verhafteten, welche an den die Polizei und später Infanterie herbei und trieb die tobende Kraw allen vom Freitag und Sonnabend theilgenommen, Menge auseinander. -Wir hoffen, daß der Ministerpräsident darunter der preußische Tischlergeselle Robert Hampel, der Tißa sein früheres gegebenes Wort erfüllen und die Tumulte i Strafbehörde überliefert und im Comitatsgefängniffe unterschnell unterdrücken wird. gebracht. Alle sechs sind nicht hierher zuständig. Hampel, Preßturg, 4. August. Im ganzen Lande wurde der aus Wartenburg nächst Breslau gebürtig, ist 23 Jahre alt. Spruch des Nyiregyhazaer Gerichtshofes, wie sich es ziemte, Er trug Freitag bei den Exzeffen, wie polizeilich festgestellt ausgenommen, nur hier versuchten die Antisemiten eine De- | wurde, einen falschen Bollbart und hetzte den Pöbel auf. moustration. Bei Anbruch der Dunkelheit wurden die Straßen j Gestern elf Uhr Nachts schlugen einige Betrunkene im jübigestern Abend ungemein belebt. Um 0 Uhr wurde die Anschen Spitale (Borstadt Zuckermandl) mehrere Fensterscheiben sammlung auf dem Comitatshausplatze, in welchen die Juden-! ein. Eine Abtheilung Infanterie eilte hinaus, fand aber gaffe mündet, beunruhigend, und die Rufe der Tumultuanten, ' alles wieder ruhig. Förmliche Zusammenrottungen fanden welche der Aufforderung, auseinander zu gehen, keine Folge! gestern überhaupt nicht mehr statt. leisteten, verriethen, daß Exceffe gegen die Inden zu befürchten j Nyiregyhaza, 8. August. Das energische Eingreifen des seien. Die Behörden ergriffen jedoch wirksame Maßregeln. Stuhlrichters Eugen Jarmy führte auf die Spur der Brand - Rachdem gegen zehn Uhr Abends auf Befehl des Corpscomstifter. Es stellte sich heraus, daß die erste Feuersbrunst von Mandanten FML. Baron Catty vom Schloßberge fünf Alarm-!zwei spielenden Kindern der Beschädigten ausgegangen, also schüffe gelöst wurden, rückte die gesammte Garnison aus; von Sankt Georgen und anderen Ortschaften kamen Dragoner herangesprengt, welche sofort in Action traten. Das übrige Militair hat sämmtliche größeren Straßen und Plätze besetzt und abgesperrt. Ein Theil des Pöbels, nachdem er in die Judengasse absolut nicht gelangen konnte, da selbe von beiden Seiten vollständig abgesperrt war, nahm die Richtung gegen die Vorstadt Blumenthal und zertrümmerte dort bei jüdischen Kaufleuten Fensterscheiben. Zu Beginn der Ansammlungen aus der Promenade haben halbreife Bursche auf Passanten Steine geworfen, doch zu größeren Ausschreitungen kam es nicht, da das Militair in imponirender Stärke an allen bedrohten Punkten rasch zur Hand war und alle Zusammenrottungen zerstreute. Patrouillen durchzogen bis spät in die! 2. d. M wurde hier der Grundstein zu einer neuen Synagoge Nacht die Straßen, Infanterie hielt die öffentlichen Plätze! gelegt. Die Festrede hielt der zur Zeit hier anwesende Prebesetzt. Auch einige Arretirungen wurden vorgenommen.! diger der Bamberger Gemeinde, Herr B. Löwcnfein, der Obergespan Graf Esterhazy war an mehreren Orten zugegen. - mehrere tausend Gulden zum Bau der Synagoge gesammelt Anordnungen ertheilend. Sradthanptmann Koszehnba, die i hat. — Aus Wien wird gemeldet: „Wilhelm Tel!" ist von Kommissäre und die gesammte Wachmannschaft haben wacker ^T. Radner in Wilna in die Mundart der lithauischen und energisch gewirkt und größere Skandale unterdrückt. Tie! Juden übertragen worden. Demonstranten zählten nach Hunderten. rein zufällig war, die anderen zwei Brände stellten sich als das Werk zweier berüchtigter Weiber von Tißa-Eßlar heraus. Die Menyhart zündete nach Aussage ihres eigenen Sohnes ihr Haus an, während das Haus der Julcsa Pejkos durch die Wittwe Sophie Bas in Brand gesetzt worden. Peter Solteß, der die Tochter Weinsteins inS Feuer werfen wollte und Wolf Wertheimer mit der Heugabel niederschlug, erklärt, berauscht gewesen zu sein; er wurde nichtsdestoweniger eingesperrt. Die besonnenen Bauern arrangirten unter sich einen Patrouillendienst und eS darf sich Niemand nach 10 Uhr- Abends auf der Straße zeigen. Die hcimgekehrten Juden werden Tißa-Eßlar verlassen. Marienbad, 5. Aug. (Privatmitth.) Donnerstag, den Preßburg, 5. August. Obgleich der Magistrat gestern j einen Aufruf an die Bevölkerungen erlassen hatte, worin zurj Ruhe gemahnt war, rotteten sich gestern Abend um 10 Uhr abermals größere Pöbelhaufen unter dem Rufe „Eljen Jstoczy" auf der Promenade zusammen. Die Promenade wurde bald Großbritannien. London, 4. August. Tie heute erschienenen Journale verurtheilen ausnahmslos aus Anlaß der Besprechung des Tißa Eßlärer Falles die Zustände in Ungarn. 'Die „Times" schreibt: Tic Voruntersuchung war in diesem Prozeffe die vom Militair besetzt. Ter Pöbel zog darauf gegen das schmählichste Persekution, sie bildet eine ewige Schmach für Fischerthor ab und schlug auf dem Fruchtplatze in von Juden! Ungarn. denn eine civilisirte Regierung müsse eben nöthigenbewohntcn Häusern etwa 00 Fensterscheiben ein. Der Haufen! falls mit Gewalt ihre friedlichen Unterthanen vcrtheidigen, wurde vom zwei Compagnien Militär anseinandergetrieben. I damit Stupidität nicht in Gewaltthatcn ansarte. „Dailv

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.