Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 34 (21.8.1883)
- Date
- 1883-08-21
- Page
- Seite 554 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Tagen in Aussicht, die Familie Scharf wartet bis dahin Stiefmutter und die kleine Schwester möchten ihn morgen hier. Im klebrigen waren Vater und Sohn gefaßt, ruhig, besuchen. Frau Scharf lehnte ab. der Knabe sogar kühl. Im Laufe des Nachmittags schickte Hiermit schließt auch unser Bericht. sS. Correspondenz der Knabe Henter's Sohn ins Gasthaus mit der Bitte, die aus Pest weiter unten.) %6 Itvtvu^yvuic fj zzc fyCaxx. Deutschland. Berlin, 6. August. Bor Kurzem entleibte sich hier der außerord. Prof. Br. zu Putlitz. Alsbald brachten die Antisemiten das Gerücht auf: es wäre ein amerikanisches Duell gewesen, veranlaßt durch einen „jüdischen Referendar". Sie bedienten sich dazu eines badischen Blattes, und die „Kreuzzeitung nebst ihrem conservativen Gefolge wiederholten es, wobei der „ jüdische Referendar" mit den schwärzesten Farben er bereits hiesigen Redactionen mittelst Postkarten angezeigt hat, vom Oktober d. I. ab unter dem Titel „Socialpolitische Blätter'' eine Wochenschrift erscheinen lassen, welche rückhaltslos die neue deutsche Wirthfchaftspolitik unterstützen wird. Im Feuilleton soll die Judenfrage ununterbrochen Beachtung finden. München, 8. August. (Privatmitth.) Gegen die jüdische Schlachtmethode hat sich der Münchener Thierschutzverein schon vor vielen Jahren erklärt. Wie die „Süddeutsche Presse" gemalt wurde; er sollte ein Duell provocirt, sich dann hinter miltheilt, dürfte sich, falls dieselbe nicht freiwillig aufgegeben seine Kurzsichtigkeit geflüchtet und ein amerikanisches Duell vorgeschlagen haben. Stöcker brachte sogar diesen Fall mit Tißa-Eßlar in Verbindung. Andrerseits wird aber von der „Lib. Eorresp." behauptet, daß Tühring, der bekannte Antisemit, der Verfasser einer Schrift fein wollte, welche er für Putlitz ausgearbeitet, und für die er das bedungene Honorar nicht erhalten habe, der Urheber dieses Selbstmordes gewesen. Man wünscht allgemein, und von jüdischer Seite am meisten, daß die Sache gerichtlich untersucht und festgestellt werde. Denn daß die Antisemiten keinen Namen nennen, beweist schon zur Genüge, daß es eine reine Erfindung ist, ein jüdischer Referendar sei daran betheiligt gewesen. — Es ist bemerkenswerth, daß bei der am 3. August als dem Geburtslage Friedrich Wilhelm III. wie jährlich stattgefundenen Preisvertheilung seitens der Universität in der medizinischen Fakultäi zwei Preise und in der philosophischen einer, Studenten wird, die Polizei, gestützt auf die Gutachten hervorragender Thierärztc, veranlaßt sehen, das Schächten zu untersagen. Oesterreich-Ungarn. Pest, 5. August. Minister-Präsident Tißa beauftragte heute telegraphisch den Obergespan, er möge sofort bis auf weitere ministerielle Verfügung Moritz Scharf in ein von Eötvös zu bestimmendes Privathaus geben. Nachdem Niemand, auch nicht der Rabbiner, Moritz zu sich nehmen wollte, indem Keiner die Verantwortlichkeit zu übernehmen erklärte, übergab der Obergespan den Knaben dem Gendarmerie-Lieutenant Lansky mit dem Aufträge, denselben in der Kaserne unterzubringen und während 48 Stunden außer den Eltern Niemanden zu ihm zu lassen. Abends besuchten die Eheleute Scharf Moritz in der Kaserne. — 6. August. Moritz Scharf erklärte heute Vormittag, jüdischer Religion ertheilt wurden. In der ersteren nämlich ins Elternhaus zurückkehren zu wollen. Er wird noch heute dem cand. med. Salomon Wunder aus Pinne und Theodor seinem Vater übergeben. Rosenheim aus Bromberg, in der philosophischen stud. phil. — 7. August. Joseph Scharf hat sich mit seinem Sohne Siegmund Auerbach aus Samoczyn. heute nach Pest begeben. Gegen Abend wurden in dem Hause, Dresden, im August. In der ersten Hälfte des Sep-; wo sie abgestiegen, die Fenster zertrümmert. Die Polizei zertember soll hier wieder ein großer Antisemiten-Congreß stattstreute den Hausen. finden. Onodn, Jstoczy und Simonyi haben ihre Betheili- Pest, 7. August. Graf Stephan Eszterhazy, Obergespan gung angemeldet und erklärt, daß sie überraschende Enthüllungen des Preßburger Comitats, wohnte der gestrigen Sitzung der über den Tissa-Eßlarer Proceß machen werden. Repräsentanz der Stadt Preßburg bei und sprach seinen Un- Hambnrg, I. August. Dem bekannten Antisemiten Wil- 1 willen über die letzte Judenhetze aus, zu welcher sich der Helm Marr ist es gelungen, feit etwa acht Monaten hier in! Pöbel beim Bekanntwerden des Ausganges des Tißa-Eßlarer Hamburg einen antisemitischen Verein, die „Arier" ge- Prozesses hatte hinreißen lassen. Bei dieser Gelegenheit sagte nannt, zu gründen, der bereits 200 Mitglieder zählt und bei er: „Da diese Excesse wiederholt Vorkommen, muß man den der Ersatzwahl im ersten Hamburgischen Reichstagswahlkreise; Abscheu gegen dieses Treiben, welches bisher ungestraft in für die Wahl des angeblichen Secessionisteu Roscher eintrat. Preßburg erfolgte, ausdrücken. Wir sind nicht in Berlin Damit der Humor nicht ausstirbt, wird Wilhelm Marr, wie . oder in irgend welcher hochgeachteten Stadt Deutschlands