Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 34 (21.8.1883)
- Date
- 1883-08-21
- Page
- Seite 553 (sequence 11)
- Language
- German
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553 den Aussagen, welche Moriz Scharf in der Untersuchung und Schon am 2. d. waren hier vierzehn jüdische Frauen, die der Schlußverhandlung machte, in Bezug auf wesentliche Gattinnen und Töchter der Eßlarcr Angeklagten bei Eötvös Aeußerlichkeiten, namentlich bezüglich dessen, wer die Esther erschienen, um ihren Dank auszuspcechcn. Es gab eine tief Solymossi in das Haus hineingerufen habe, wie sie während ergreifende Scene. Die Frauen verließen lautschluchzend das der Ermordung gelegen, welche Farbe das Tuch in ihrer Haus. Die Frau des Salomon Schwär; sank ohnmächtig Hand gehabt habe, Widersprüche vorkamen. Ferner widerspricht in die ft nie und mußte von ihren Unglücksgefährtinnen fortder Aussage des Moriz Scharf auch die Aussage der in Eid geführt werden. An Szeyffert kam aus Ostende die telegragenommenen und unbeanftandbaren Zeugin Katharina Barga, phische Anfrage, was für die Angeklagten, wenn sie frei welche angiebt, der Schächter Abraham Buxbaum sei am werden, zur Existenzbegründung gethan werden könne? Als 1. April Vormittags um II Uhr von der Synagoge in Süßdie Freigesprochenen vom Gerichtshause kamen, harrte ihrer mann's Wohnung, wo er abgestiegen war. zurückgekehrt, dader Rabbiner an der Spitze ihrer Familien, sprach den selbst habe er zu Mittag gespeist und hernach zwei Stunden Segen über sie und ermahnte sie zur Milde und zum Frielang verschlafen. Diese Zeugenaussage schließt die Wahrheit den. Das Lolk, das in großer Menge umherstand, rief jener Aussage Moriz Scharf's aus, wonach Abraham Buxihnen freundlich zu und Viele schüttelten ihnen die Hände, bäum in der von Moriz Scharf angegebenen Zeit in der Nachmittags wurden sie in die Gefängnißkanzlei berufen, wo Synagoge war und daselbst an der angeblichen Mordthat sich die gesammtc Staatsanwaltschaft und alle Vertheidiger theilgenommen habe. eingefunden hatten. Tie Freigesprochenen wurden einzeln Unter solchen Umständen — und hauptsächlich in Bevorgerufen. l)r. Bernhard ^riedmann, der letzter -rage in tracht genommen, daß das Objekr der Mordthat mangelt, entder Hauptstadt geweilt, hatte aus den Sammlungen wohlfallen alle Gründe zur Aufrechthaltung der übrigens auch habender israelitischer Bürger Budapests durch Vermittelung von der Anklagebehörde fallen gelassenen Anklage des Mordes und der Theilnahme an demselben." Hierauf gehen die Motive zu dem Leichenschmuggel über, setzen die Widersprüche auseinander, in welchen sich die drei Gutachten der secirenden Aerzte, des Landessanitätsrathes und der Universitätsprofesforen befinden, sowie die Widersprüche, Widerrufe und Unzulänglichkeiten der Zeugenaussagen, und schließen deshalb: „Nach alledem und auch in Anbetracht besten, daß die Anklage auf Mord gegen Salomon Schwarz und Genosten nicht bewiesen ist und daß demnach von einer Borschubleistung und Bemäntelung des Mordes nicht die Rede sein kann, und daß die Untersuchung nicht nachgewiesen hat, woher die Leiche beschafft wurde, der israelitischen Landeskanzlei einen größeren Geldbetrag überbracht, der unter die Leute vertheilt wurde. Friedman» führte das Protokoll, Heumann die Kasse. Jeder Freigelassene empfing von Friedmann folgende Mahnung: „Wohlthätige Budapester Juden geben Ihnen hiermit als Geschenk so und so viel, damit Sie in der Lage seien, sich einen entsprechenden Erwerb zu suchen. Tie Bedingungen sind: Sie dürfen Niemandem Zorn noch Rache nachtragen; Sie dürfen Niemandem durch Bitten um Unterstützung zur Last fallen, sondern mästen trachten, sobald als möglich wieder sich zu einer ordentlichen bürgerlichen Stellung zu verhelfen: Sie müssen immerdar ein guter, getreuer ungarischer Staatsbürger bleiben." Tie Freigesprochenen gelobten das in die Hände aller mußten sowohl die ,est°nd,,°u J-nkel Imilooies und Dumd Anwe,end°u und UN,..Ute,, m der Ästm,t ... H°M°. als auch die sortw-h-eud l-uzueud-u und durch die lä4‘rt« Uu.cr,chr„t, ,e nachdem »e ,chr°,be„ toune». nunmehr zurückgezogene An-sngde« J-nk-l -mil-oie» über. '-'cölT «"«*« <*» WM« «->>»» .»-» Haupt nicht belastbaren Amsel Vogel, Martin Groß und Entlapungse-rt.ntat und „e verl.epen den vor de« düster» Ignaz Klein von der »ntlage wegen des Vergehender ------ *7«'«*. »« >h«r anderthalb,ähr,gen Leiden, Borschublcistung und von deren Folgen sreigesprochen werden," <-- ««. ,hr°r »rauen, nn.rmgt nn,,„belt, geherzt und gegrützt von ihren Kindern, sie hatten, drei oOO u. erhalten. Der Staatsanwalt, die Vertheidiger und die Angeklagten : oier 350 ,1Dei 2ÖO fl., einer 200 fl., vier 150 ft. acceptirten dankend das Urtheil, während der Vertreter der Privatklägerin Szalay die Berufung ankündigte. Fügen wir zum Schluffe noch Einiges aus Rviregyhaza hinzu. In der Nacht vom 2. zum 3. wurden an dein Haufe, in welchem sich Carl Eötvös befand, die Fensterscheiben eingeworfen: die Polizei konnte die Thäter nicht ausfindig machen. Am 3. empfing Eötvös eine Deputation der Judenfchaft des Comitats unter Führung des Abg. Mandel. am 4. eine Deputation der dortigen israelitischen Gemeinde. Mittlerweile war Scharf mit Eötvös zum Bicegespan gegangen. Der Knabe Moriz wurde berufen und war, Gott weiß wodurch, wie ausgewcchselt. Von dem empörenden Benehmen im Gerichtssaale keine Spur; er küßte dem Vater Hand und Mund. Gefragt, ob er zum Vater zurückkehren wolle, erklärte er, doch lieber die vom Vicegespan in Aus-, ficht gestellte Entscheidung des Ministers abwarten zu wollen. Ter Knabe bleibt sonach einstweilen bei Heuler. Viecgcspan Joltan stellte die Entscheidung des Ministers binnen oder