Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 33 (14.8.1883)
- Date
- 1883-08-14
- Page
- Seite 535 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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535 reinlich. Der Erfolg der Schule ist aber ein ausgezeichneter. Mit lebhaftem Geiste und vielem Eifer versehen, haben diese Kinder einer fernen Gegend schnell den edlen Zweck der Schule begriffen, sich rasch in die Disciplin und an Reinlichkeit gewöhnt und sprechen bereits erträglich französisch. Sie werden im Lesen, Schreiben, Orthographie, Rechnen, Grammatik, Geographie, biblischer Geschichte, Katechismus- und Gebetübersetzen unterrichtet. Die Kosten der Schule hat der Baron Edmund v. Rothschild übernommen. Man denkt jetzt daran, die Schule ans ihrem provisorischen Lokal in eine für sie bestimmte Räumlichkeit zu bringen. Großbritannien. Karlsbad, 31. Juli. (Privatmitth.) In der bald glücklich beendeten Tißa-Eßlarer Affaire hat während der Verhandlung sich auch der greife Sir Moses Montefiore vernehmen laffen. Bekanntlich hat sich Herr Rohling für seine verleumderische Behauptung, daß die Juden die Abschlachtung Oesterreich-Ungarn. 30. Juli. (Privatmitth.) Die Budgetcommission des Böhmischen Landtags hat beantragt, daß den israelitischen und evangelischen Schulen des Landes die bisherige Subvention nicht mehr ertheilt werde. (Und das Staatsgrundgesetz?! Red.) Budapest, 27. Juli. Der Gerichtshof-Präsident Franz v. Kornis war während der Berhandlungspausen des Prozeffes zweimal in Budapest, und hat hier mit Justizminister Pauler conferirt. Än.eingeweihten Kreisen wird behauptet, Juftizminister Pauler hätte Herrn v. Kornis seine Zufriedenheit ausgedrückt und ihn ermuntert, in der eingeschlagenen Richtung sortzufahren. Nhireghhaza, 29. Juli. Die freitägige Rede des Ober- Staatsanwalts - Substituten Szeyffert scheint allenthalben in der gebildeten Welt hoher Befriedigung zu begegnen; Beweise dafür bietet eine wahre Fluth von Zuschriften aus allen Herren Ländern, von hervorragenden Fachmännern und i nichtjüdischer Jungfrauen als ein gottgefälliges Werk be- Laien aller Berufsklaffen, welche einhellig Herrn v. Szeyffert | trachten, auf ein Buch des R. Vital berufen und ostentativ zu seinem entschiedenen, überzeugungsvollen und unter den! herorgehoben, daß dasselbe noch im Jahre 1868 in der von gegebenen Umständen auch muthvollen Eintreten für die Sir Moses Montesiore geschenkten Druckerei in Jerusalem Wahrheit und Gerechtigkeit beglückwünschen und seine Rede l gedruckt sei. Herr L. Loewe, der treue Begleiter des Sir als eine rettende That zu Gunsten der Reputation der ungarischen Rechtspflege preisen. Morgen nach der Rede Eötvös wird Szeyffert auf die Ausführungen des Vertreters der Privatanklage Szalay repliciren. Ob dann Szalay seinerseits noch zu einer Duplik und etwa die Bertheidigung zu einem Schlußwort das Wort erhält, ist noch nicht bestimmt. Jedenfalls wird die Schlußsitzung sich lang an Dauer und reich an Inhalt gestalten. Der Obergespan gedenkt sofort nach Schluß der Plaidoyers Moses in seiner Mission nach Damascus, erklärt nun im „Daily Telegraph" vom 12. Juli, daß Sir Moses mit der von ihm vor vierzig Jahren geschenkten Druckerei in keiner Verbindung stehe und auf die in dieser Officin gedruckten Werke keinerlei Einfluß übe. Zugleich hat der edle, als Philantrop überall gefeierte Sir Moses die Abschrift des Ferman, welcher anläßlich der Blutbeschuldigung von Damascus durch den Sultan Abdul Medschid ertheilt wurde, jedem Abgeordneten des ungarischen einen Aufruf an die hiesige Bevölkerung zu erlassen, worin Reichstags in ungarischer Uebersetzung zugeschickt, begleitet dieselbe ermahnt wird, den Richterspruch, wie immer derselbe | von einem Schreiben, in dem der greise Vorkämpfer für die auch lauten möge, mit Ruhe und Ehrerbietung zu empfangen > Interessen des Judenthums die Hoffnung ausspricht, „daß und sich jeder Demonstration für oder gegen zu enthalten, i das Licht der Wahrheit unserer Schritte erleuchte und die Ich sehe zwar keine Beranlaffung, gerade an die „Bevölke-; dunkeln Wolken der Verleumdung und des Fanatismus bald rung" zu appelliren, denn an dem nüchternen Sinne des' verscheuche." hiesigen Volkes werden die Hetzereien einer, weder numerisch! London, 27. Juli. Daß der Gedanke eines Kanals noch autoritativ sonderlich bedeutenden Fraction niemals ver-! durch Palästina bereits größere Dimensionen angenommen, fangen; indessen, man ist hier seit dem Attentat auf Szeyffert ersieht man daraus, daß der Führer der Torys, Lord Northcote einen Antrag gegen den Vertrag mit Lesseps über einen zweiten Suezkanal eingebracht hat, der dahin geht, „daß Ihre Majestät gebeten werde, bei irgend welchen Unterhandlungen doppelt vorsichtig und doppelt hält bekanntlich besser. Frankreich. Paris, im Juli. Schon im Januar dieses Jahres richtete das Hülfs-Comitö eine Schule für die Kinder der russisch-jüdischen Emigranten ein, und wird dieselbe von un- oder Schritten mit Bezug aus die Suezkanal-Gesellschaft, wobei Ihre Majestät ihre Zustimmung zu geben hat, es zu verweigern, irgend einen Anspruch der Gesellschaft auf ein Monopol gefähr 50 Knaben und Mädchen besucht. Diese Kinder sprachen > anzuerkennen, welches die Concurrenz anderer Gesellschaften, nur den schrecklichen russisch-jüdisch-deutschen Jargon, hatten die sich eine Wasserverbindung zwischen dem Mittelländischen keine Ahnung von Schuldisciplin und waren auch meist un- und dem Rothen Meere zum Ziele setzen, unmöglich macht." 33