Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 33 (14.8.1883)
- Date
- 1883-08-14
- Page
- Seite 532 (sequence 6)
- Language
- German
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5ZL Visum repertum soll nämlich die That durch Einschnitt in an und für sich, daß ein jüdischer Knabe gegen den Willen die Halsader geschehen sein, ohne daß die äußere Haut eine seiner Eltern diesen und seiner angestammten Religion ent» Verletzung zeigte), deshalb daher als gefälschtes und unge-! zogen wurde, sondern die Zähigkeit und die Energie, mit setzliches Beweismittel vollkommen abgewiesen wurde; nach- , welcher der Katholicismus seine welterobernden mittelalterdem schließlich das Geständniß der Jüdin Sarah Abraham, lichen Tendenzen in die neuen Weltanschauungen hineinbaute, das mit Schlägen erpreßt wurde, verglichen mit den Aussagen das päpstliche non possumus mit seinen Consequenzen, in der übrigen Zeugen, mit der Untersuchung der Leiche, an denen man schon das Embryo des Syllabus entdecken konnte, und für sich einen offenbaren Widerspruch und eine Hand-; diese waren es, die als eine Herausforderung der Welt begreifliche Unmöglichkeit der That involvirt: find die divertrachtet werden mußten. Ein ähnlicher Fall aber, der vielgirenden Urtheile der ersten Foren abzuändern, die ange-( leicht noch tragischere Momente in sich birgt und ein ebenso klagten Juden von der Anklage des ihnen imputtrten Todtlautes Zeugniß von der zähen Macht und den Tendenzen schlages loszuzählen, hingegen der Bize-Comes Büdöskuti und der Vertreter der lutherischen Kirche in Kurland ablegt, die übrigen Comttatsbeamten, die die Untersuchung mit dem wird hier unbeklagt und unbesungen ins Grab der Vergessen. Perjeer Einwohner Michael Köteles, wie mit der Frau Sarah heit hinabsteigen. Man gestatte uns daher, dieses Grab wegeführt, ferner der Comitats-Chirurg Johann Füleki, die in nigstens mit einem Trauerkranze zu versehen, diesem Prozesse gegen die a. h. Verordnungen, gegen ihre Ein Jude aus dem Minskschen Gouvernement, Namens Amtspflicht und im Gegensatz zu ihrem Eide gehandelt haben, M. L. Altmann, ist vor etwa 15 Jahren in Konstantinopel einer Fiskal-Aktton zu unterwerfen. Das k. Gubernium möge in die Hände der Missionäre gerathen, die ihn für ihre daher nicht versäumen, nachdem es die nöthigen Vorkehrungen Zwecke bearbeiteten. Er kehrte jedoch als Jude in seine He ihierzu gettoffen, für die Durchführung dieser a. h. k. Entmath zurück, verheirathete sich mit einer im Glauben ihrer scheidung Sorge zu tragen.! Väter festwurzelnden Jüdin und lebte, obgleich mit seinem Der übrigens mit unveränderter k. k. und fürstlicher! früheren Glauben innerlich zerfallen. mit der jüdischen Ge- Huld und Gewogenheit verbleibt Wien. 23. November 1795. Graf Samuel Teleki m. p. Johann Kronenthal m. p. Draußen: An Sr. k. k. u. apostol. k. Majestät Regierung im Großfürstenthum Siebenbürgen am 19. December 1795. Hervorheben wollen wir noch, daß bei der Verlesung der Aktenstücke auch die Leumundszeugnisse der Ortsbehörden über die Angeklagten mitgetheilt, und daß die letzteren sämnttlich als unbescholten, noch niemals angeklagt oder bestraft bezeugt wurden. (Schluß folgt.) Live kurtäudische Mortarageschichte. Aus Kurland, 27. Juli. Alles hat fein eigenes Geschick auf Erden. Auch geschichtliche Ereignisse entgehen dem nicht: während oft kleine, scheinbar unbedeutende Vorfälle durch die Zeit, durch die Verhättnisse oder durch irgend einen äußern Einfluß;u einer sellschaft halb friedlich. Nach einer kurzen, seiner Frau verheimlichten, mit der hiesigen Geistlichkeit gepflogenen Correspondenz, erschien er vor einigen Monaten in Mitau, mit der festen Absicht, den Religionswechsel auch äußerlich zu vollziehen. Es ist nicht unsere Sache, über die Geistesbeschaffenheit des Altmann ein Urtheil zu fällen und zu entscheiden, ob der durch seine ganze Erscheinung sich kundgebende und durch die Berichte seiner Frau sich bestätigende Eindruck, daß sein Gehirn mehr Material für die Psychiatrie als für die Kirche bietet, bloß auf Täuschung beruhe, wohl aber gehören seine weiteren, nach seiner eigenen Angabe unter der unmittelbaren Leitung der Geistlichkeit verübten Handlungen vor das Forum der öffentlichen Meinung. Durch die Vorspiegelung einer in Mitau für sich und seine Familie begründeten Existenz, verleitete er seine in der Ferne weilende Frau, ihr ganzes Hausmobiliar zu veräußern, um hier mit ihm eine neue Häuslichkeit zu gründen. Hier angelangt, vernahm die arme Frau mit Entsetzen sein Bor- Bedeutung sich erheben, die ihnen weite Kreise öffnet und i haben und war, da er in seinem Beschlüsse unerschütterlich auch wichtige Folgen verbürgt, verschwinden manche Erschei-1 fest blieb, sofort entschlossen, sich rituell von ihm scheiden zu nungen, die das Gepräge einer Zeitsttömung, den Charakter | lassen und mit ihren zwei Kindern die Rückreise in die Heieiner ganzen Geistesrichtung an sich tragen, unbemerkt, unmath anzutreten. Aber gleich am ersten Tage nach ihrer beachtet, und lassen keine Spuren zurück. So hat, als in Turin im Jahre 1858 der 5 jährige jüdische Knabe Mortara seinen Eltern und seinem Glauben yeimlich entttssen wurde, diese Thatsache die ganze civilifirte Ankunft entführte Altmann heimlich ihre beiden Kinder, ein Töchterchen von 2,;2 Jahren und einen Knaben, einen Säugling von 1 Jahre, mit der festen Absicht, sie gegen den Willen der Mutter taufen zu lassen. Die Verzweiflung der Welt in Bewegung gesetzt. Es war weniger das Ereigniß! Mutter war grenzenlos. Ihre stundenlangen, herzzerreißenden