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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-07-31 · Heft 31 (31.7.1883) · p. Seite 507

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 31 (31.7.1883)
Date
1883-07-31
Page
Seite 507 (sequence 13)
Language
German
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507 sirende und vor keinem Mittel zurückschreckende Kampf der Parteien um die Herrschaft im Staate aufgehört hat, den Ausgangspunkt und den Endpunkt aller politischen und parla- : mentarischen Thätigkeit zu bilden. Die Corruption ist eben als Erbübel früherer Jahrhunderte völlig in Fleisch und Blut der Administration übergegangen, wie besonders der Fall beweist, daß der seit zehn Jahren an der Spitze der Communal-Verwaltung von Bacau stehende Primär sich als ein Betrüger entpuppte, welcher die Gemeinde um nicht weniger als 100,000 Francs geschädigt hat. Selbstverständlich wäre das unmöglich, wenn derselbe nicht in seinen Untergebenen Helfershelfer gefunden hätte. Auch über die Bukarester Communal-Verwaltung sind seltsame Gerüchte im Umlauf. Allerdings handelt es sich hier um keine Betrügereien, sondern nur um eine Verschleuderung des Communal-Ber' mögens, dessen rapider Niedergang eine unleugbare Thatsache ist. Daß man bei dem Bukarester Gemeinderathe und dessen -Organen nichts ohne Bestechung erzielen kann, und daß beispielsweise der bei Durchführung der Canalisirung herrschende Schlendrian unmöglich wäre, wenn nicht die Bau-Unternehmer die communalen Ueberwachungsorgane in guter Laune zu erhalten wüßten, erzählt man sich ganz öffentlich. Zwar soll jetzt eine Purification in Aussicht genommen sein. Aber man glaubt an keinen durchgreifenden Erfolg, weil eben die Zahl jener, welche aus dem bisherigen Verwaltungs-System direct oder indirect Nutzen ziehen, eine zu große ist, als daß irgend Jemand den Muth und Einfluß genug hätte, um den Riesenkamps gegen Corruption und Nepotismus glücklich zu Ende führen zu können ..." Bonn, 22. Juli. (Literarische Notizen.) Endlich ist die 15. Lieferung des Talmudischen Lexikons von Prof. Rabbiner I>r. I. Levy (Leipzig, Brockhaus) ausgegeben worden. Sie reicht von “N'r: bis und schließt hiermit der dritte Band. Die Langsamkeit des Erscheinens thut allerdings der Tüchtigkeit und der immer gründlicheren Bearbeitung des Stoffes keinen Abbruch, und nimmt das Werk immer mehr den hohen Rang ein, dem es auf dem Gebiete der talmudischen Lexikographie nachstrebt. Aber allerdings der Wunsch des sich interessirenden Publikums wird dadurch nicht erfüllt, und hoffen wir, daß dem verehrten Berfaffer Kraft und Gesundheit verbleiben, um sein verdienstvolles Werk zu vollenden. — Die geachtete Buchhandlung Levy & Müller in Stuttgart zeigen an: „Briefwechsel einer englischen Dame über Judenthum und Semitismus" (Preis M. 1,50.), wovon die Hälfte des Reinertrages „zu Gunsten der Opfer von Tißa-Eßlar" bestimmt ist, und fordern deshalb zur Förderung von Subscriptionen auf. Sobald diese Schrift in unsren Händen ist, werden wir darüber referiren. Karlsbad, 17. Juli. (Literarische Notizen.) Von dem Jllustrirten jüdischen Familicn-Kalender, herausgegcben von Julius Meyer in Halberstadt, liegt der 6. Jahrgang für das Jahr 5644 (18840 in geschmackvoller Ausstattung vor. Er enthält in dem literarischen Theil unter Andern: eine schön geschriebene Novelle „Im Sturm der Zeit" von L. Achim, die Lebensskizze eines jüdischen Lehrers, eine kurze Biographie Samson Raphael Hirsch's mit Titelbild und Humoristisches. — Das Juli - Heft der von L. von Sacher- Masoch herausgegebenen Zeitschrift „Auf der Höhe" enthält einen größeren Artikel über den Hetman Bogdan Chmielnicki und den Krieg der Kosaken gegen die Polen, in dem 250,000 jüdische Familien den Tod fanden. Auf diese interessante Arbeit des Herrn S. v. Halle, der auch das Jawcn Mezula des R. Nathan Hannover als Quelle gewürdigt hat, kommen wir noch zurück. — Herr S. Buber in Lemberg, durch die vortreffliche Bearbeitung der Pesikta, sowie des Lekach Tob vortheilhaft bekannt, edirt jetzt den Midrasch Tanchuma. Diese neue Ausgabe, bei der der fleißige und umsichtige Herausgeber 9 Handschriften benutzt hat, wird in einigen Monaten die Presse verlassen. K«?. Feuilleton. Der große Grand in der Frankfurter Iudenkadt 1711. ') ™ dem gegen neun Uhr Abends im Hause des Rabbiners In jener Zeit amtirte als Rabbiner der Gemeinde F-uer -»-brach. 'in in: {«nett gotgen furjtton Rabbi Raph.ali Kohen, -in Mann, der viel unter Bersol »»* elementarer Gewalt taft d-e ganze Jud°nga„e und d.e gungen zu leiden gehabt und selbst einige Zeit als ein Synagogen cinäscherte. — Verschiedene Gerüchte über die Gesangeuer in den Händen der Tartaren war. Im Jahre^ Entstchunz des Feuers verbre.tet-n stch; g-w,« war nur. dar, 170l wurde er nach Franlfurt berujen. wo er amtlich und!ci "» H°us° des Rabbmers entstanden war, und das ge. literarisch sehr thätig war und in der Gemeinde und auswärts nü9tc' um diesen zu verhaften. ... Und was wußten d,e,e sehr verehrt ward Gerüchte zu melden? — Em Berrchterstattcr2) tycilte pe Da kam der Unglückstag, der 14. Januar r-4 Tebeth), > die van Christen und solche, die von Juden ausi gegangen Md. Die Ersteren waren getheilter Memung. _ 1) Aus: „Frankfurter Rabbinen von Dr. Ar. Horovitz Heft 2 Nach den Einen soll der Rabbiner ein großes Fest gegeben L. 66, welche Schrift wir im „Literarischen Wochenberichte" be- ' -- sprachen haben." I 2) Lersner: „Nachgeholte rc. Chronik" ~ 779.

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